L Ski Alpin

Für das Schweizer Skiteam geht es in die Halle. © Benjamin Soland

Schweizer Skistars mit ungewöhnlicher Olympiavorbereitung

Bisher gab es für die Elite der Skiwelt häufig nur ein Ziel, wenn es um die Vorbereitung für die großen Events ging: die Alpen. Das Schweizer Skiteam überrascht nun mit seinem Trainingsplan für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking… und fährt nach Belgien.

Besonders im Olympia-Winter muss auf alle möglichen Kleinigkeiten geachtet werden. Jedes Detail könnte über den Gewinn eines der begehrten Edelmetalle entscheiden. Ernährung, Ausrüstung, Belastung – und letzten Endes auch die Trainingsanlage. Oft wird auch unter wettbewerbsähnlichen Umständen trainiert, die Verhältnisse vor Ort simuliert.


Und gerade in Hinsicht auf die Wichtigkeit der Olympischen Winterspiele, verwundert der Ausflug der Schweizer in das flache Belgien. Auf den zweiten Blick ist es ein genialer Schachzug.

Flach und knackig – Skipisten Made in China
Der ehemalige Schweizer Skirennfahrer Bernhard Russi zeigt sich von den Plänen der Eidgenossen überzeugt: „Die Slalom-Piste bei den Olympischen Spielen in Peking ist nicht wirklich steil. Deshalb macht ein Training in der Halle in diesem Sommer besonders viel Sinn.“

Das für die Olympischen Winterspiele 2022 neu erbaute Yanqing National Alpine Ski Center am Xiaohaituo Mountain soll also nicht mit den Klassikern des Weltcups mithalten können, sondern flacher und unspektakulärer ausfallen. Gerade auf solchen Pisten muss an jedem Schwung gefeilt werden, um wichtige Hundertstelsekunden rauszuholen.
Auch im Weltcup will man profitieren
Das Skiteam rund um Daniel Yule, Luca Aerni, Sandro Simonet, Tanguy Nef und Ramon Zenhäusern bereitet sich aber nicht nur auf Olympia vor. Der Weltcup ist natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Auch für den Skizirkus bietet die 350 Meter lange Hallenpiste hervorragende Voraussetzungen. Im Vergleich zu den Trainingslagern auf den Gletschern, bleiben in der Halle die Verhältnisse gleich. Dadurch können die Ausrüstung und Materialien der Skistars besser abgestimmt werden.

In dieser Halle wollen sich die Schweizer auf die Saison vorbereiten. © Christoph Niederkofler / skiresort.it

Ramon Zenhäusern erläutert einen weiteren Kniff des belgischen Trainingslagers: „Zudem können unsere Trainer hier im Unterschied zum Gletscher mit dem Feuerwehrschlauch Wasser auf die Piste spritzen. Das ist gut, weil wir uns im Weltcup meist auf komplett vereisten Pisten bewähren müssen.“

Die Piste wird durch das Präparieren teilweise sogar so knackig, dass sich das Trainerteam zurückhalten muss: „Die Unterlage ist derart eisig, dass wir hier auch auf Schlittschuhen Slalom trainieren könnten“, so Swiss Ski-Cheftrainer Tom Stauffer. Inwiefern sich das besondere Trainingsprogramm der Schweizer am Ende auch lohnt, bleibt abzuwarten. Vielleicht ziehen sogar andere Verbände in ihrer Vorbereitung dabei noch nach.

Schlagwörter: Wintersport Ski Alpin

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