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Gruber: „Die Enttäuschung ist enorm, doch Wilson verdient eine Chance”

Lange Gesichter am Ritten: Die "Buam" scheiterten im Viertelfinale (Fotos Pattis)

Lange Gesichter am Ritten: Die "Buam" scheiterten im Viertelfinale (Fotos Pattis)

7. März 2013, 17:50 Eishockey

Ingemar Gruber, langjähriger Verteidiger von Ritten

Ingemar Gruber, langjähriger Verteidiger von Ritten

Vereinspräsident Thomas Rottensteiner

Vereinspräsident Thomas Rottensteiner

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Playoff-Analyse HC Bozen & Ritten Sport


Nach dem bitteren und unerwarteten Aus in der ersten Playoff-Runde gegen Cortina ergreift Ingemar Gruber, Verteidiger im Dienste von Ritten Sport, das Wort: „Wir waren körperlich nicht in der besten Verfassung und haben taktische Fehler gemacht. Doch der Verein tut gut daran, Wilson eine zweite Chance zu geben und weiter in den Kader zu investieren.“

Es schien das Jahr der „Rittner Buam“ zu sein. Nachdem die Master Round als Tabellenführer abgeschlossen wurde, galten die vor Saisonbeginn qualitativ aufgerüsteten Südtiroler als Titelkandidat Nummer eins. Den Meisterträumen der Rittner Fans wurde allerdings ein jähes Ende bereitet.

Besonders die langjährigen Leistungsträger, wie Ingemar Gruber, tun sich schwer, den ersten Meistertitel der Rittner abzuschreiben. „Es gibt keine Entschuldigungen für das Ausscheiden, das haben wir allein zu verantworten. Wir präsentierten uns nicht in der besten Verfassung und schafften es nicht unsere Taktik der Spielweise von Cortina anzupassen. Der Gegner hat die großen Freiräume zumeist eiskalt ausgenutzt. Es ist vieles schief gelaufen in diesen entscheidenden Spielen“, resümiert Gruber.


Eine Saison zum Vergessen

Die vergangenen Monate hatten es in sich: Zuerst das Halbfinal-Aus im Italienpokal, dann die bittere Pleite gegen Cortina, als man im negativen Sinne italienische Eishockeygeschichte schrieb. Denn noch nie zuvor war der Tabellenführer in der ersten Runde gegen den Letzten im Playoff-Roster ausgeschieden. „Vielleicht haben wir während der regulären Saison zu viele Kräfte verschlissen. Am Ende zählen nur die Playoffs und da waren wir einfach nicht präsent genug. Man darf die Schuld nicht bei Coach Wilson suchen. Jeder einzelne muss sich und seine Leistungen hinterfragen. Fakt ist, dass wir großen Druck auf unseren Schultern lasten hatten und die Transferkartenspieler sich nicht in Hochform befanden. Die Mannschaft stand allerdings stets hinter dem Trainer, der über die gesamte Zeit ordentliche Arbeit geleistet hat. Hätten wir Cortina geschlagen, wären wir am Ende auch Meister geworden. Davon bin ich überzeugt.“


Die Zukunft führt ins Ungewisse

Am Rittner Hochplateau hat man vor Saisonbeginn viel Geld in die Hand genommen, um am Ende ganz oben zu stehen. Nun allerdings muss vieles in Frage gestellt werden, auch was die Zukunftsplanung anbelangt. „Ich kenne Thomas (Präsident Rottensteiner, Anm.d.R.) seit vielen Jahren. Ich bin überzeugt, dass er sich nicht vom eingeschlagenen Weg abbringen lässt und auch in Zukunft um den Titel spielen will. Ich glaube zumindest fest an dieses Ziel. In dieser Saison habe ich persönlich gute Leistungen gezeigt, da gilt es anzuschließen. Wenn ich es körperlich schaffe, werde ich mir bis ich 40 bin die Schlittschuhe schnüren“, erklärt der Defensivspieler der Rittner, der nun zunächst allerdings etwas Abstand gewinnen möchte: „Ich werde mich in den kommenden Wochen dem Inline-Hockey widmen und vorerst auch keine Playoff-Spiele besuchen. Ich würde es nicht verkraften, anderen Spielern beim bejubeln des Meistertitels zuzuschauen.“ Irgendwie verständlich, wenn man sich in die Haut von Ingemar Gruber versetzt.

Von: Thomas Laconi
Alter: 2 Jahr(e)