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Tod von Abfahrer: War die zu lasche Streckenabsicherung schuld?

David Poisson verunglückte am Montag beim Training tödlich (Foto FB)

David Poisson verunglückte am Montag beim Training tödlich (Foto FB)

14. November 2017, 15:00 Ski Alpin

Nach dem Tod von Abfahrer David Poisson steht die Skiwelt unter Schock: Der Franzose war am Montag bei einer Trainingsfahrt in Kanada tödlich verunglückt. Auf derselben Piste trainieren zurzeit auch die beiden Südtiroler Werner Heel und Alexander Prast.

Passiert ist der tragische Unfall in Nakiska, das seit Jahren ein beliebter Trainingsort verschiedener Ski-Nationen ist. Wie mehrere Medien berichten, ereignete sich der Unfall am Montagvormittag, kurz vor Ende des französischen Mannschaftstrainings und deshalb unmittelbar vor dem Beginn der Einheit des italienischen Teams, bei dem mit Werner Heel und Alexander Prast auch zwei Südtiroler dabei sind (Fill, Innerhofer und Paris trainieren separat in Copper Mountain, Colorado).

Poisson soll im unteren Teil der Strecke, bei dem die Athleten über 100 km/h schnell unterwegs sind, die Kontrolle verloren haben. Berichten zufolge rutschte er in die B-Netze am Streckenrand, die ihn aber nicht auffangen konnten, weshalb er wohl frontal gegen einen Baum krachte und sofort tot war.


Zu lasche Streckenabsicherung?

Nach der traurigen Gewissheit über den Tod des 35-jährigen Familienvaters wurde spekuliert, wie es zu diesem schrecklichen Unfall kommen konnte. Das Schweizer Boulevard-Blatt „Blick“ zitiert in seiner Online-Ausgabe einen „ausländischen Funktionär, der zurzeit in Copper Mountain (Colorado) weilt“: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in Nakiska bezüglich der Sicherung besonders kritisch ist, weil dort einige B-Netze lediglich einen knappen Meter vor dem Wald stehen.“ Der Verständlichkeit halber: Bei Weltcuprennen und auf einigen Trainingspisten, unter anderem auch in Copper Mountain, werden die viel widerstandsfähigeren A-Netze zur Streckensicherung eingesetzt, in Nakiska eben nur weniger resistente B-Netze.


Skiwelt geschockt

Matteo Marsaglia, der zusammen mit Heel, Prast, Battilani und Bosca in Nakiska trainiert, schilderte das Szenario der „Gazzetta dello Sport“ wie folgt: „Wir waren kurz davor, unser Training zu beginnen. Einer unserer Trainer hat die Szene aber gesehen, während wir Athleten zum Glück oben am Start waren. Wir wurden sofort gestoppt, es war gleich klar, dass mehr passiert ist.“

Peter Fill und Christof Innerhofer, die zurzeit in Copper Mountain trainieren, haben auf den Unfall geschockt reagiert. Fill schrieb auf Facebook: „Ich kann es immer noch nicht glauben, ich habe keine Worte.“ Innerhofer: „Wir sind geschockt. Es ist unglaublich tragisch, was passiert ist. Einer von uns ist auf eine brutale Art und Weise von uns gegangen.“




Alter: 4 Tag(e)