Bei arktischen Temperaturen ist am heutigen Sonntag die 22. Auflage des Pfitscher Volkslaufes über die Bühne gegangen. Über 30 Kilometer im freien Langlaufstil setzten sich mit Bruno Derbertolis bei den Männern und Veronica De Martin Pinter zwei Favoriten durch. Insgesamt kamen 208 Langläuferinnen und Langläufer ins Ziel.
Minus 24 Grad zeigte das Thermometer eine Stunde vor Rennbeginn gegen 9 Uhr in der Früh. Eine Temperatur, bei der Langlaufrennen laut Reglement gar nicht gestartet werden dürfen, um die Gesundheit der Athletinnen und Athleten zu gefährden. Die Organisatoren haben prompt reagiert, und den Start um eine halbe Stunde auf 10.30 Uhr verlegt, in der Hoffnung, dass das Thermometer auf über -20 Grad steigt.
Und so war es dann auch. Pünktlich um 10.30 Uhr konnte in Kematen in der Sportzone Grube gestartet werden und die rund 250 Skilangläufer nahmen den 30 Kilometer langen Rundkurs in Angriff. Bei den Männern setzte sich schon nach wenigen Kilometern eine sechsköpfige Gruppe ab, die vom ehemaligen polnischen Topbiathleten Tomasz Sikora angeführt wurde und in der außerdem Reinhard Kargruber, Vorjahressieger Robert De Zolt Ponte, Bruno Debertolis, Ivan Debertolis und Norman Kostner mitliefen.
Bei Hälfte des Rennens verschärften Bruno Debertolis, Sikora und De Zolt Ponte das Tempo. Diese Dreiergruppe blieb bis zum Schluss zusammen und so mussten die Würfel im Zielsprint fallen. Hier spielte der 33-jährige Bruno Debertolis als ehemaliger Sprinter in der italienischen Nationalmannschaft seine Qualitäten voll aus und setzte sich in 1:14.56,8 Stunden durch.
„Wir haben uns einen tollen Fight geliefert. Roberto De Zolt Ponte, Sikora und ich haben uns in der Führungsarbeit abgewechselt. Am Ende konnte ich mich durchsetzen, weil ich als Ex-Sprinter natürlich einen Vorteil hatte. Ein Kompliment an die Veranstalter, die wieder ein Top-Rennen organisiert haben. Die neue Strecke gefällt mir auf alle Fälle sehr gut“, sagte Debertolis im Ziel.
Zweiter wurde ein ehemaliger Top-Biathlet, nämlich der Pole Tomasz Sikora. Der Gewinner der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2006 von Turin im Massenstart und Weltmeister von Antholz (1995 im Einzel) musste sich nur um eine halbe Sekunde geschlagen geben. Auf Rang drei folgte Roberto De Zolt Ponte, der einen der traditionsreichsten Volksläufe Südtirols 2010 und 2011 gewonnen hatte (1:14.59,5).
Bester Südtiroler war der Pusterer Reinhard Kargruber, der nach 1:16.41,2 Stunden ins Ziel kam. „Am Anfang konnte ich mit der Spitzengruppe gut mithalten. Auf der Hälfte der Strecke musste ich abreißen lassen, weil ich in den vergangenen Wochen an ziemlich vielen Rennen teilgenommen habe. Das bekam ich heute zu spüren“, sagte Kargruber, der wie Debertolis und De Zolt Ponte für das Team Hartmann startet.
Veronica De Martin Pinter gewinnt Frauenrennen
Bei den Frauen hatte Veronica De Martin Pinter (Team Hartmann) die Nase vorn. Die 26-Jährige setzte sich in 1:25.35,2 Minuten durch. „Ich bin heute mit einer Gruppe von Männern mitgelaufen und habe mich von diesen ziehen lassen. Die Kälte war für mich kein Problem, weder an den Händen noch an den Füßen. Ich bin einfach nur glücklich, dass es mit dem Sieg geklappt hat“, sagte De Martin Pinter, die vor zwei Wochen Neunte bei der „Marcialonga“ geworden war. Zweite wurde Valentina Danese vom ASV Gossensass (1:33.43,4), auf Rang drei folgte Simonetta Carbogno (Team Hartmann/1:35.47,7). Im Rahmen des „Pfitschers“ wurde auch ein Junior-Sprint ausgetragen, bei dem Philipp Auckenthaler (ASV Gossensass) und Sofia Tobanelli (LLC Sarntal) die Nase vorne hatten.
Zufrieden blickte auch OK-Chef Christian Wolfsgruber auf den „Pfitscher“ zurück. „Trotz des arktischen Temperaturen sind mehr als 250 Athletinnen und Athleten am Start gewesen. Das zeugt davon, dass unsere Teilnehmer immer gerne bei uns mitlaufen. Mein Dank gilt allen unseren freiwilligen Helfern, ohne deren Hilfe die Organisation eines solchen Rennens gar nicht möglich wäre“, sagte Wolfsgruber abschließend.





