|
| 13 scheint eine Glückszahl für Bozen zu sein. Bei der 13. Auflage des Internationalen swimmeetings am 7. und 8. November am Pfarrhof bekommt das Publikum einen Superstar der Schwimmszene zu sehen. "Es ist uns gelungen, Aaron Peirsol (im Bild) zu verpflichten", sagt Meetingchef Christian Mattivi vom SSV Bozen stolz. Peirsol ist einer der bekanntesten Schwimmer der Welt, Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler, das Maß aller Dinge über 100 und 200 m Rücken auf diesem Planeten.
"Dass Peirsol nach Bozen kommt, haben wir auch unserer Freundschaft zu Andrea Di Nino, dem Chefcoach des ADN swimprojects zu verdanken. Er hat den Kontakt hergestellt", sagt Mattivi. "Peirsol kommt vermutlich nur zu unserem Meeting und fliegt dann wieder nach Kalifornien zurück". Peirsol ist die 200 m Rücken schon mit 15 Jahren unter zwei Minuten geschwommen, er holte 2000 in Sydney als 17-jähriger Olympiasilber über 200 m Rücken, wurde ein Jahr später in Fukuoka erstmals Weltmeister, schaffte bei der WM 2003 in Barcelona und 2005 in Montreal jeweils den Hattrick (Gold über 100 und 200 m Rücken sowie mit der US-Lagenstaffel). 2004 in Athen gelang ihm das Kunststück von drei Goldmedaillen erneut. 2007 bei der WM in Melbourne gewann er „nur“ die 100 m Rücken, musste sich über 200 m seinem Landsmann Ryan Lochte geschlagen geben. |
 |
Bei Olympia in Peking holte er seine Goldmedaillen fünf und sechs. Neben seinen neun WM-Titeln auf der Langbahn (die letzten beiden Titel holte er vor zwei Monaten in Rom über 200 m Rücken und mit der US-Staffel) ist Peirsol auch sechsmaliger Kurzbahn-Weltmeister und hält aktuell drei Weltrekorde auf der Langbahn: über 100 m Rücken (51,94), über 200 m Rücken (1.51,92) und über 4 x 100 m Lagen. Bei der WM in Rom gewann er mit dem US-Quartett am 2.August in 3.27,28. Peirsol ist zwar der Superstar am Pfarrhof, aber bestimmt nicht die einzige Attraktion. Mit dem Slowenen Matjiaz Markic kommt der amtierende Kurzbahn-Europameister über 50 m Brust in die Talferstadt, der im letzten Jahr in Rijeka den Titel geholt hat. Mit der Deutschen Daniela Samulski kommt eine der vielseitigsten deutschen Weltklasseschwimmerinnen nach Bozen. Sie schwimmt die Disziplinen Delfin, Rücken und Freistil und wird in Bozen als Kurzbahnspezialistin gleich mehrmals als Favoritin an den Start gehen. Die 13-fache deutsche Meisterin hält vier deutsche Rekorde und seit der WM in Rom auch Europarekordlerin über 50 m Rücken (27,23) auf der Langbahn. Samulski wird sich packende Duelle mit der Niederländerin Inge Dekker liefern. Die 24-jährige hat mit der holländischen 4 x 100-m-Freistil-Staffel bei den letzten Großereignissen alles gewonnen was es zu gewinnen gibt. Zuletzt den WM-Titel in der neuen Weltrekordzeit von 3.31,72 in Rom. Dekker holte mit dem Oranje-Quartett aber auch Olympia-Gold in Peking und den EM-Titel 2008 in Eindhoven. Ihren ersten großen Einzeltitel auf der Langbahn hat Dekker 2006 in Budapest über 100 m Delfin gewonnen. Die Kurzbahn-Spezialistin ist dreifache Weltmeisterin und siebenfache Europameisterin.
Die heimischen Fans dürfen sich natürlich auf einen Start von Laura Letrari freuen. Die 20-jährige Brixnerin ist das Aushängeschild des heimischen Schwimmsports. Sie hat in der letzten Saison unter Trainer Dario Taraboi den internationalen Durchbruch geschafft und bei der Kurzbahn-EM in Rijeka zwei Finales erreicht. Sie ist Italienmeisterin über 50 m Rücken auf der Langbahn und hat am 15. März in Monza gleich zwei Kurzbahn-Italienrekorde (50 m Delfin, 100 m Freistil aufgestellt). Für Mattivi hat sie „allerbeste Chancen, als erste Schwimmerin aus Südtirol seit Sara Parise ein Rennen in der allgemeinen Klasse beim Bozner Meeting zu gewinnen“. Die mittlerweile zurückgetretene Parise hatte 2002 über 100 m Lagen über den einzigen Heimsieg in Bozen gesorgt. In den nächsten Wochen werden die Veranstalter des SSV Bozen weitere „Kracher“ bekannt geben. „Die Jagd nach großen Fischen geht weiter“, sagt Mattivi.
Am bewährten Programm am Pfarrhof wird auch in diesem Jahr festgehalten. Am Samstag, 7. November zwischen 15.50 Uhr und 18 Uhr und am Sonntag Nachmittag zwischen 13.15 Uhr und 15 Uhr wird die Weltklasse in geballter Form zu sehen sein. Eine Neuheit hat das 13. Meeting aber doch zu bieten: „Wir sind die erste klimaneutrale Schwimmveranstaltung in Südtirol“, sagt Mattivi nicht ohne Stolz, „das heißt, die Co2-Emmissionen der Veranstaltung werden durch die Förderung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energie kompensiert“.
|