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Coronafällen und Absagen zum Trotz: Der NBA-Spielbetrieb, wie hier in New York, läuft weiter. © APA/getty / ELSA

Corona-Chaos in der NBA

Vor dem Saisonstart in die NBA-Spielzeit war die Sorge wegen Corona groß. Am Wochenende zeigte sich, warum: Einige Teams bekamen kaum noch die Mindestzahl von acht einsatzfähigen Basketballern zusammen. Die Partie der Celtics gegen die Heat wurde abgesagt.

Das Wochenende war für die NBA ein echter Corona-Stresstest. Am Samstag mussten die bislang so starken Philadelphia 76ers mit dem Minimum an Spielern gegen die Denver Nuggets antreten und kassierten die dritte Niederlage der Saison. Am Sonntag folgte die zweite Absage der Saison: Die Partie der Boston Celtics gegen die Miami Heat fand nicht statt. In US-Medien mehren sich (bislang anonyme) Stimmen, die ihre Sorge zum Ausdruck bringen und eine Pause der Saison thematisieren. Davon will die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA aber nichts wissen. „Wir haben erwartet, dass es zu Verschiebungen kommen würde und haben die Saison und den Spielplan entsprechend geplant“, sagte ein NBA-Sprecher nach Angaben von ESPN. Eine Pause sei nicht geplant.


Wie am 23. Dezember schon die Partie der Houston Rockets gegen die Oklahoma City Thunder konnte die Begegnung der Celtics gegen die Heat nicht stattfinden, weil es weniger als die mindestens acht einsatzfähigen Spieler gab.

Sah es im Laufe des Tages noch so aus, als seien die Celtics zu dünn besetzt, war am Ende die Situation beim Meisterschaftsfinalisten der vergangenen Saison entscheidend. Die Celtics setzten sieben Profis auf die Liste der Basketballer, die entweder einen positiven Coronatest bekommen haben oder als Kontaktpersonen einer infizierten Person gelten. Minus zweier verletzter Profis blieben bei ihnen genau diese acht Spieler übrig.

Die Heat aber hätten zum Spielbeginn um 19 Uhr Ortszeit überhaupt keinen Profi einsetzen dürfen. Ein unklares Testergebnis zog laut der NBA-Corona-Regeln zwangsläufig eine Kontaktverfolgung im Team nach sich, die in der Kürze der Zeit nach Informationen der US-Nachrichtenagentur AP nicht zu leisten war.

„Wir fangen an zu sehen, was in unserem Land vor sich geht“
Nuggets-Coach Michael Malone
„Wir fangen an zu sehen, dass das, was in unserem Land vor sich geht, die NBA direkt betrifft, weil wir nicht mehr länger im Sicherheitsnetz einer Blase sind“, sagte Denver-Nuggets-Trainer Michael Malone. Er muss wegen der Corona-Regeln seit sechs Spielen auf Michael Porter Jr. verzichten, eine Rückkehr ist noch unklar.

Im Gegensatz zum Ende der vergangenen Saison gibt es in der NBA keine abgeschottete Blase mehr. Die Teams trainieren in ihren Städten, die Spieler wohnen in ihren Häusern und Wohnungen mit ihren Familien und es gibt Auswärtsspiele, wenn auch weniger und nicht so verrückt wie zu normalen Zeiten. Das Risiko für Infektionen aber ist dennoch viel größer als im Spätsommer.
Mehr als 10 % der Spieler positiv
Damit einher geht neben dem Gesundheitsrisiko durch das Virus für alle Beteiligten auch ein nicht kalkulierbarer Faktor für die Trainer. Die Washington Wizards etwa erfuhren am Samstag erst kurz vor Spielbeginn, dass der zuletzt überragende Bradley Beal wegen der Gesundheits- und Sicherheitsregeln in der Corona-Krise nicht spielen darf.

Ohne Training ist auch die schnelle Rückkehr für die Profis eine Gefahr. „Covid hat das geschaffen, aber Covid ist nicht die Sorge“, sagte 76ers-Trainer Doc Rivers. „Die Sorge sind Verletzungen.“ Mit Stand 7. Januar, als die Liga zuletzt Zahlen veröffentlicht hat, haben 63 der etwa 550 Profis in der NBA inzwischen einen positiven Corona-Test gehabt. Das sind mehr als zehn Prozent aller Spieler.

Autor: dpa/fop

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