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Egon Gschnitzer ist als Sportdirektor für die Sterzinger Kaderzusammenstellung verantwortlich.

Broncos-Sportdirektor: „Da ist auch der Verband gefordert“

Wenn Broncos-Sportdirektor Egon Gschnitzer über Eishockey spricht, weiß er wovon er redet. Schließlich geht er heuer in seine 15. Saison als Sportdirektor bei den Wildpferden. Mit SportNews hat er sich über den vollzogenen Umbruch, die Problematiken bei jungen Spielern und die Erwartungen für die kommende Saison unterhalten.


In diesem Sommer hat Sterzing das Projekt Neustart lanciert. Was ist der Gedanke dahinter?


Egon Gschnitzer: „Die Idee ist ganz einfach. Die Spieler der Jahrgänge 2000, 2001 und 2002 sind bei uns sehr stark, allerdings wurden sie bis jetzt nur wenig in der ersten Mannschaft eingesetzt. Jetzt ist die Zeit gekommen, um sie einzubauen. Denn sollten wir dies nicht tun, riskieren wir diese Spieler zu verlieren. Wir haben nicht die finanziellen Mittel, um einheimische Spieler zu verpflichten, die diese Lücken stopfen könnten. Daher ist es wichtig, unsere eigenen Cracks an die erste Mannschaft heranzuführen.“

„Withecotton ist vergangene Saison nach Sterzing gekommen und hat mehrere Partien gesehen“

Welche Rolle spielt dabei der Trainer Dustin Whitecotton?

„Eine sehr wichtige Rolle. Wir haben mit Dustin bereits im Dezember letzten Jahres Kontakt aufgenommen und mit ihm ausführlich über das Projekt geredet. Er ist auch während der Saison nach Sterzing gekommen, um sich Partien anzusehen, in denen die jungen Spieler Eiszeit bekommen haben. Er war vom Projekt überzeugt und hat sich deshalb entschieden, mit uns diesen Weg zu gehen.“


Zur Mannschaft: Im Sommer haben viele erfahrene Spieler den Verein verlassen. Wie wollen Sie diese Abgänge kompensieren?

„Der Abgang von Gianluca Vallini hat natürlich geschmerzt. Wir wollten ihn gleichwertig ersetzen und somit musste ein Ausländer her. Mit Jason Bacashihua haben wir einen sehr guten Torwart gefunden, der den Trainer bereits kannte und mit seiner Erfahrung auch Jakob Rabanser weiterhelfen wird. In der Verteidigung wollten wir entweder mit Christian Borgatello oder Roland Hofer verlängern, haben uns dann aber entschieden, den jungen Spielern das Vertrauen zu schenken. Gleiches gilt für die Offensive.“


Schmerzt es, wenn man den Ersatz für Borgatello oder Hofer eigentlich in den eigenen Reihen gehabt hätte, diese Spieler aber mittlerweile dem Verein den Rücken gekehrt haben, wie etwa Ivan Seeber oder Jonas Steiner?

„Natürlich schmerzt dies, aber ich glaube da sind wir nicht alleine. Auch andere Vereine haben mit diesem Phänomen zu kämpfen. In ganz Italien beenden talentierte Spieler - meist nach der Oberschule - ihre Laufbahn, weil ihnen der Aufwand einfach zu groß wird. Da sind nicht nur wir Vereine, sondern auch der Verband gefordert, um diesem Trend entgegenzuwirken.“

„Ein Playoff-Platz ist das Ziel“

Mit Mathieu Lemay und Slater Doggett hat man in der Offensive zwei junge Spieler verpflichtet, in der Defensive mit Jamie Milam einen sehr erfahrenen. War das so beabsichtigt?

„Ja, das war so geplant. In der Offensive setzen wir seit Jahren auf junge Spieler aus den nordamerikanischen Universitätsligen, denn die kommen hungrig nach Europa und nutzen Sterzing als Sprungbrett. So wie zum Beispiel Adam Hughesman. In der Defensive haben wir explizit einen Powerplay-Spezialisten gesucht, da wir in diesem Bereich seit mehreren Jahren nicht gut sind. Zudem kennt Jamie unseren Torwart Jason gut, das war mit ein Grund, warum wir ihn verpflichtet haben.“


Zu guter Letzt, was erwarten Sie sich von der neuen Saison?

„Ich erwarte mir, dass das Gegenteil der letzten Saison eintrifft. Damals waren wir phänomenal gestartet, um uns dann von Monat zu Monat zu verschlechtern. Den Grund dafür kenne ich immer noch nicht. Heuer denke ich, dass die junge Mannschaft ein wenig Zeit braucht, um sich zu finden. Ab November oder Dezember wird es meiner Meinung nach besser laufen. Ein Playoff-Platz ist das Ziel.“


Autor: leo

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