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Markus Gander kam vom HC Bozen und soll in Bruneck ein Leaderrolle einnehmen. © I. Foppa/Optic Rapid

HC Pustertal | Wehe dem, der...

Im Sommer fegte ein heftiger Sturm durch das Rienzstadion. Die alten Gemäuer und Stahlrohrtribünen hielten dem stand, nicht aber der Kader des HC Pustertal, der bis auf sein Grundgerüst erschüttert wurde. In Bruneck stehen die Zeiten auf Umschwung, so das Ergebnis unseres AHL-Checks.

Zwölf Spieler haben den HCP verlassen. Acht Neue sind gekommen, dazu noch eine Handvoll Nachwuchskräfte. Der Kader musste aufgrund der AHL-Punkteregelung stark verjüngt werden, zudem galt es, einige Abgänge zu kompensieren. Heraus kam eine personelle Revolution, die es in dieser Form in Bruneck noch nie gegeben hat. Die Klubspitze will eine neue Basis an Spielern schaffen, die für Identifikation und Erfolg stehen soll. Soweit die langfristige Planung, jetzt unmittelbar gilt es „in der anstehenden Saison attraktives Eishockey zu bieten und sowohl in der AHL, als auch in der Italienmeisterschaft unter die Top-4 zu kommen“, so die offiziellen Vereinsangaben.

Es klingt so, als wolle im Pustertal nach dem großen Umbruch jeder sagen: Wehe dem, der jetzt noch vom Meistertitel spricht! Zum einen wohl, weil diesen Begriff keiner der nach Erfolg lechzenden Fans mehr hören kann. Zum anderen aber auch, weil niemand so genau zu erahnen vermag, was in der Wundertüte HC Pustertal wirklich drinsteckt.

Mit diesem 22-Mann-Aufgebot startet Coach Petri Mattila (ganz rechts) in die neue Saison.

Von den vielen jungen Spielern im Aufgebot kann kein unmittelbarer Erfolg erwartet werden, allerdings wurden mit Markus Gander, Tommaso Traversa und den Brüdern Teemu Virtala und Marko Virtala durchaus Spieler verpflichtet, die das vielzitierte Siegergen in sich tragen. Wir finden deshalb: Der HCP ist im Jahr eins nach dem großen Umbruch zwar (noch) weit entfernt von Titelfavorit Asiago, das Potenzial, eine tragende Rolle in der AHL einzunehmen und am Rienzufer eine neue Welle der Europhorie anzustoßen, hat dieses Team aber allemal.
Der Trainer: Petri Mattila
Keiner wird den Werdegang der Wölfe so sehr beeinflussen, wie Trainer Petri Mattila. Er wurde im Herbst 2017 für den entlassenen Mark Holick verpflichtet, schaffte die Kehrtwende und führte Pustertal bis ins Halbfinale. Dadurch bekam der Finne von den Verantwortlichen einen großen Vertrauensvorschuss ausgesprochen, der ihm bei einigen Transferentscheidungen freie Hand verschaffte. Doch jetzt muss Mattila liefern. Er muss zeigen, dass er eine Mannschaft zusammenstellen, formen und über eine Saison hinweg weiterentwickeln kann.
Der schwerwiegendste Abgang: Patrick Bona

© I. Foppa/Optic Rapid

Wurde nach 720 Spielen für die Wölfe verabschiedet: Patrick Bona.

720 Spiele und 199 Tore spiegeln den sportlichen Wert von Patrick Bona für den HC Pustertal wider. Unermesslich ist aber jener, den das Vereinsurgestein mannschaftsintern genossen hat. Sein Abgang bei den Wölfen war, in Anbrecht der Punkteregel und seinen 37 Jahren, absehbar – und dennoch wiegt er schwer. Jetzt müssen die jungen Spieler, die in Vergangenheit noch häufig die Schattenplätze hinter den Routiniers genossen haben, nach vorne treten und Verantwortung übernehmen.
Der wichtigste Neuzugang: Cody Corbett
Mit ihm könnte der HCP im Sommer den großen Coup gelandet haben. Obwohl es auch Interessenten aus anderen europäischen Ligen gegeben haben soll, hat sich der 24-jährige US-Boy mit EBEL-Erfahrung für Bruneck entschieden. Er will sich als Führungsspieler hervorheben und den HC Pustertal als Karrieresprungbrett nehmen. Die Voraussetzungen bringt er allemal mit, das haben die Testspiele gezeigt.
Der Schlüsselspieler: Colin Furlong

© I. Foppa/Optic Rapid

Goalie Coling Furlong soll den Wölfebau dichtmachen.

Der Torhüter aus dem Süden Kanadas ist 25 Jahre alt, stand aber noch nie als Profi am Eis. Einzig im Uni-Eishockey zeigte er bislang sein Können, kam aber auch dort nur unregelmäßig zum Einsatz. Nichtsdestotrotz stellen ihm die Experten ein überaus gutes Zeugnis aus. Furlongs Leistungen in der Vorbereitung ließen kritische Stimmen im HCP-Umfeld erstmal verstummen. Knüpft er an diese an, kann er sich als entscheidender Erfolgsfaktor entpuppen. Stand jetzt, ist seine Verpflichtung aber ein Wagnis.


Bereits vorgestellt wurden:

Wipptal Broncos
HC Gherdëina


Weitere Kaderanalysen und viel Wissenswertes zum AHL-Saisonstart lesen Sie auch im „Dolomiten“-Sonderheft Radius, das am Donnerstag erscheint.

Autor: fop

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