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Thomas Erlacher hat seine Karriere beendet.

Pustertals Erlacher sagt Servus: „Die Kabine wird mir fehlen“

12 Saisonen lang hat sich Thomas Erlacher das Trikot des HC Pustertal übergestreift und dabei gut 370 Partien absolviert. Im Sommer zog der Stürmer, der bei den Fans vor allem aufgrund seines großen Kampfgeistes und Einsatzeifers beliebt war, nun aber einen Schlussstrich unter seine Karriere. Mit SportNews sprach er über die Gründe dafür, seine Karriere-Highlights und sein neues Leben als Unternehmer.


Sie haben mit 30 Jahren Ihre Karriere beendet: Was ist der Grund dafür?


Thomas Erlacher: „In den letzten 2 Jahren habe ich mir 2 Kopfverletzungen zugezogen. Das war der Hauptgrund, weshalb ich meine Karriere beendet habe, das Risiko war mir einfach zu hoch. Außerdem spiele ich seit ich 4 Jahre alt bin Eishockey. Es war eine wunderschöne Zeit, man ist aber auch sehr eingeschränkt. Jetzt möchte ich die Freiheiten nutzen, um mich beruflich und privat weiterzuentwickeln.“


Sie sprechen Ihre Tätigkeit als Unternehmer an?

„Ja, ich habe studiert und mich dann selbstständig gemacht. Ich betreibe ein Unternehmen für Online Marketing, auf das ich mich nun voll und ganz konzentrieren kann.“


Sie scheinen in Ihrem „neuen“ Leben schon gut angekommen zu sein. Ist Ihnen der Abschied vom Eishockey also nicht schwer gefallen?

„Doch, der Abschied ist mir schon schwergefallen, Eishockey war immerhin jahrelang einer der größten Bestandteile meines Lebens. Ich würde lügen, wenn ich sage, es wäre einfach gewesen, aufzuhören. Vor allem die soziale Komponente wird mir fehlen: Als Eishockeyspieler bist du jeden Tag mit 25 Freunden zusammen, viele von ihnen kennst du schon seit Kindheitstagen. Deshalb werde ich die Kabine am meisten vermissen. Aber auch die Emotionen auf dem Eis und jene der Zuschauer werden mir fehlen. Ich muss aber auch sagen, dass ich ansonsten ein ausgefülltes Leben habe. Vielleicht fällt mir der Abschied etwas einfacher als manch einem anderen.“

„Das amerikanische Eishockey ist eine andere Welt“
Thomas Erlacher


Wenn Sie zurückblicken: Was waren die schönsten Momente in ihrer Karriere?

„Schöne Momente gab es viele. Ich denke da an die Junioren-Zeit in Bruneck, da hatten wir eine total enge Gruppe. Das hat damals richtig Spaß gemacht. Auch die Zeit in der Jugendnationalmannschaft möchte ich nicht missen, genauso wie die 2 Jahre in den USA. Dort habe ich auf Junioren-Niveau das amerikanische Eishockey kennengelernt und bin auf ein College gegangen. Das war eine komplett andere Welt, da musstest du jeden Tag um deinen Platz kämpfen.“


Und in Bezug auf Bruneck?

„Ich bin froh, dass ich die ganze Entwicklung beim HC Pustertal mitmachen durfte. Als ich angefangen habe, waren wir nicht gut aufgestellt, später erlebten wir aber durch die professionelle Arbeit, die über Jahre verrichtet wurde, eine regelrechte Hochzeit. Die Qualität der Serie A war gewaltig und es war schon geil, auf diesem Niveau spielen zu können.“

Thomas Erlacher bestritt für den HC Pustertal gut 370 Spiele (Foto: Iwan Foppa).



Gab es auch unschöne Momente?

„Ganz klar, die Verletzungen. Kreuzbandrisse, Zähne draußen, Kopfverletzungen – da war schon einiges dabei. Dadurch, dass die Serie A früher ein hohes Level hatte und auch viele Ausländer dabei waren, war es schon sehr hart, dort zu spielen. Das war richtiges Old-School-Eishockey. Das hat sich mittlerweile geändert, das Spiel ist viel schneller und technischer, dafür aber weniger körperbetont.“


Werden Sie dem Eishockey erhalten bleiben?

„Zurzeit nicht. Ich habe total abgeschaltet und werde mich nun auf andere Sache im Leben konzentrieren. Auch ein Engagement als Trainer ist für mich momentan keine Option.“

Autor: det

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