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Michael Sullmann im Jesenice-Sandwich: Der Grödner Angreifer sorgte für viel Betrieb, schlussendlich gab es aber eine Niederlage. © Studio Kostner

Tapfere Auftritte ohne Erfolg: Underdogs vor dem Aus

Für den HC Gröden und die Wipptal Broncos stand am Dienstagabend Spiel 2 der Viertelfinalserie (Best-of-5) auf dem Programm. Eine Sensation war dabei zum Greifen nahe.

Gröden musste sich zu Hause Jesenice mit 1:3 geschlagen geben, während Sterzing, das wegen des Stadioneinbruchs in Brixen spielt, gegen HK Olimpija eine 3:4-Niederlage kassierte. Die Südtiroler Underdogs verkauften ihre Haut gegen die großen Favoriten aus Slowenien ungemein teuer, stehen aber trotzdem vor dem Aus. In den Serien liegen sie mit 0:2 zurück und könnten sich somit bei einer weiteren Niederlage am Donnerstag in den Sommerurlaub verabschieden. Am selben Tag wird der HC Pustertal in die Playoffs eingreifen. Ein Corona-Chaos macht den Wölfen zurzeit zu schaffen (SportNews berichtete).


Wie sich die Wipptal Broncos zurzeit präsentieren, ist vorbildhaft. Stadioneinbruch, große personelle Probleme und eine 3:7-Pleite zum Playoff-Auftakt gegen den großen Titelfavoriten HK Olimpija – die Sterzinger sind wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Umso beachtlicher, wie sich die 16 Feldspieler (mit Dominik Bernard, Daniel Soraruf, René Deluca, Tommy Kruselburger, Ryan Valentini fiel erneut eine komplette Linie aus) und Goalie Jakob Rabanser am Dienstag gegen den Goliath aus Ljubljana stemmten. Am Ende kassierte man eine knappe 3:4-Niederlage.

Großes Kämpferherz der Broncos
Dabei sah es schon nach der ersten Minute nach einem neuerlichen Schützenfest für Olimpija aus. In den ersten 60 Sekunden feuerten die Gäste drei brandgefährliche Schüsse ab, Goalie Rabanser (er erhielt den Vorzug gegenüber Jonathan Reinhart) musste also von Beginn an hellwach sein. In der 7. Minute war aber auch er geschlagen, als der Ex-Eppaner Marc-Olivier Vallerand mit einem Weitschuss genau ins Kreuzeck traf. Ein Tor, das aber nicht Ljubljana, sondern den Broncos Auftrieb gab, die nun mit dem großen Favoriten gleichauf waren und sich auch einige gute Chancen erarbeiteten. Auch vom 0:2 durch Anze Ropret 34 Sekunden vor Drittelende ließ sich die Dustin-Whitecotton-Truppe nicht drausbringen und schlug nur 14 Sekunden später durch Matthias Mantinger (er tankte sich rechts durch und hämmerte die Scheibe ins lange Eck) zurück – 1:2.
Die individuelle Klasse setzt sich durch
Im zweiten Abschnitt blieb das Bild gleich: Obwohl Ljubljana deutlich mehr Abschlüsse hatte, spielten die Sterzinger gut mit. Trevor Gooch traf beispielsweise nur den Außenpfosten und Mantinger scheiterte im Eins-gegen-Eins mit Paavo Holsa. Wie es geht, zeigten die Gäste, die in Überzahl mit Ziga Pance – wiederum nur 23 Sekunden vor der Sirene – auf 3:1 stellten. Die Entscheidung? Nein!

Sterzing und Ljubljana lieferten sich ein packendes Duell. © Oskar Brunner


Denn Sterzing zeigte noch einmal sein Kämpferherz und stellte im Schlussdrittel binnen 111 Sekunden den Ausgleich her: Zunächst traf Dante Hannoun nach einem Bullygewinn ins Kreuzeck, dann setzte Hannes Oberdörfer einen Rebound in die Maschen. Die Sensation lag nun in der Luft, das war auch an der nervösen Reaktion der Ljubljana-Cracks ersichtlich, die sich nun mehrere Male auf Zankereien einließen. Vier Minuten vor Schluss setzte sich die individuelle Klasse der Slowenen aber doch durch: Wiederum war es Vallerand, der die Lücke fand und zum 4:3 einschoss – die Entscheidung.
Gröden fehlt das Quäntchen Glück
Auch für den HC Gröden war am Dienstag mehr drin. Die Furie spielten mit dem Tabellenzweiten des Grunddurchgangs lange Zeit gut mit und hatten auch ihre Chancen, doch das nötige Quäntchen Glück fehlte. Im ersten Drittel hatte Brad McGowan die große Chance auf das 1:0, schoss aber zwei Meter vor dem Kasten nur drüber. Auf der Gegenseite nutzte Jesenice einen leichtfertigen Grödner Scheibenverlust zum 1:0 durch Zan Jezovsek aus.

Joonas Niemelä (am Puck) sorgte für den zwischenzeitlichen Grödner Ausgleich. © Studio Kostner


Nach dem Seitenwechsel war es Joel Brugnoli, der den Puls der Grödner Fans vor dem TV höherschlagen ließ, als er nur die Latte traf. Auch ansonsten hatten die Ladiner gute Chancen vorzuweisen, weshalb der Ausgleich von Joonas Niemelä verdient war: Er drückte einen Querpass von McGowan über die Linie. Allerdings währte die Freude keine Minute, denn die Reaktion von Jesenice kam prompt: Nejc Stojan zog von der blauen Linie ab und Diego Glück lenkte die Scheibe unglücklich ins eigene Netz.

Im Schlussdrittel bäumte sich Gröden noch einmal auf und fand mit Michael Sullmann eine Riesenchance vor, doch Zan Us brachte den Neumarkter Angreifer – wie schon zuvor mehrmals dessen Teamkollegen – zum Verzweifeln. Schlussendlich traf der überragende Jezovsek (zwei Treffer, ein Assist) ins leere Tor und sorgte so für den 3:1 Endstand.
AlpsHL-Viertelfinale, Spiel 2

Wipptal Broncos – HK Olimpija 3:4

Tore: 0:1 Vallerand (6.45), 0:2 Ropret (19.26), 1:2 Mantinger (19.40), 1:3 Pance (39.37), 2:3 Hannoun (48.18), 3:3 Oberdörfer (50.09), 3:4 Vallerand (55.36)

Stand in der Best-of-5-Serie: 0:2


HC Gröden – Jesenice 1:3

Tore: 0:1 Jezovsek (12.17), 1:1 Niemelä (30.50), 1:2 Stojan (31.27), 1:3 Jezovsek (57.41)

Stand in der Best-of-5-Serie: 0:2


Cortina – Asiago 1:2

Tore: 1:0 Faloppa (46.01), 1:1 McParland (47.06), 1:2 Dal Sasso (48.14)

Stand in der Best-of-5-Serie: 0:2


Weitere Spieltermine: 1. April, eventuell 3., 6. April

Autor: det

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