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HCP-Goalie Colin Furlong ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. © Optic Rapid

Titelfluch hält an: Die tragischen Helden aus Bruneck

Der HC Pustertal hat am Ostersonntag ein dramatisches Finale gegen HK Olimpija mit 1:3 verloren. Der Meisterpott fand also wieder nicht den Weg ins Rienz-Stadion. So nahe dran wie heuer waren die Wölfe in ihrer gut 70-jährigen Vereinsgeschichte aber noch nie.

Sogar im Lager des ärgsten Rivalen der letzten Jahre gönnte man dem HC Pustertal heuer den Titel. „Ich glaube, ganz Südtirol wünscht den Wölfen Glück, dass es heuer klappt“, erklärte Ritten-Spieler Alexander Eisath Ende März bei der „Dolomiten“-Sportnacht.

>>> Hier geht es zum Bericht des alles entscheidenden Spiel 7 <<<

In der Tat deutete vieles, sogar sehr vieles darauf hin, dass die titellose Zeit heuer ein Ende finden könnte. Mit 104 Punkten gewann der HCP den Grunddurchgang in eindrucksvoller Art und Weise und hievte sich so selbst in die Favoritenrolle. Im Viertelfinale fegte man Cortina mit einem 4:0-Sweep vom Eis, im Halbfinale entschied man eine packende Best-of-Five-Serie gegen Jesenice (das zuvor Titelverteidiger Asiago mit 4:0 aus dem Bewerb geschossen hat) mit 3:2 für sich.

24 Sekunden fehlten zur Meisterparty
Und dann kam das Finale gegen HK Olimpija, in dem sich die Cracks des finnischen Coaches Petri Mattila einen 3:1-Vorsprung herausgeschossen haben und gleich drei Matchpucks zur Verfügung hatten. Warum es trotzdem nicht geklappt hat mit den Titel?

Der HC Pustertal lieferte sich gegen Olimpija eine packende Finalserie (Foto: Optic Rapid).

Ein Knackpunkt war sicherlich Spiel 5. Vor ausverkaufter Hütte und einer unvergesslichen Stimmung führt der HC Pustertal bis zur letzten Minute mit 2:1 und hätte sich bei einem Sieg zum Meister gekürt. Doch dann trafen die unermüdlichen Gäste aus Slowenien 24 Sekunden vor der Pusterer Meister-Party doch noch zum 2:2 und gewannen die Partie schließlich in der Verlängerung. In Spiel 6 waren die Wölfe in Laibach chancenlos (2:6-Niederlage), holten im alles entscheidenden Spiel 7 aber noch einmal alles aus sich heraus und führten gestern bis zur Schlussphase mit 1:0. Doch erneut waren es die grandiosen Comeback-Qualitäten von Olimpija sowie die Pusterer Nachlässigkeit in den entscheidenden letzten Minuten, die dem HCP den Sieg und somit die Meisterschaft gekostet haben.

Damit mussten sich die Wölfe zum siebten Mal in der Klub-Historie mit dem Vize-Meistertitel begnügen. Der Titelfluch im Pustertal hält also an. In der 65-jährigen Vereinsgeschichte stehen den Wölfen lediglich drei Serie-B-Meistertitel zu Buche, auf einen Erfolg in der Top-Liga warten Max Oberrauch & Co. noch. So nahe dran wie heuer waren die Pusterer aber noch nie.
Eine ungekrönte, aber trotzdem denkwürdige Saison
Dass die Wölfe den Kopf nicht hängen lassen müssen, wird aber an einem anderen Fakt deutlich: Im Sommer des letzten Jahres durchlebte der Verein aus Bruneck einen Totalumbruch mit 11 Spielern, die den Verein verlassen haben und 8 Akteuren, die neu dazugekommen sind. Die Erwartungshaltung im Klub-Haus war dementsprechend nicht sehr hoch. „Das Thema Meisterschaft beschäftigt uns heuer nicht“, erklärte der sportliche Leiter Mitch Pohl vor Meisterschaftsbeginn. Dass der HCP ins Finale vordringt, war an sich schon ein großer Erfolg. Dass die Saison ungekrönt geblieben ist, ist zwar enorm bitter und der Finaleinzug für Spieler und Fans zurzeit nur ein schwacher Trost – doch die Leistung der Wölfe war trotzdem herausragend.

Autor: det

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