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Chris DeSousa & Co. kamen wiederholt ins Straucheln, fielen jedoch erst in der Verlängerung. © HCB/V. Antonello

Bitter: Foxes verlieren nach Sekunden-Wahnsinn

Was der Klagenfurter AC und der HCB Südtirol Alperia im dritten Viertelfinalspiel abgeliefert haben, war der pure Playoff-Wahnsinn. Nach zwei Treffern in den Schlusssekunden gingen beide Teams in die Verlängerung, die schließlich dem KAC den zweiten Sieg im dritten Spiel bescherte. Bozen steht nun am Freitag in Spiel 4 mächtig unter Druck.

Der HCB ging mit der selben Linienkonstellation wie am Sonntag in Spiel 2 in die Begegnung. Überhaupt erinnerte in der Klagenfurter Stadthalle zunächst vieles an das jüngste Aufeinandertreffen in Bozen, denn neuerlich war es der KAC, der seinen Motor richtig auf Touren brachte - dieses Mal sogar mit einer noch viel höheren Drehzahl. Bozen war dauerhaft mit Abwehrarbeit beschäftigt. Im ersten Drittel gaben die „Rotjacken“ mehr als doppelt so viele Schüsse ab, wie die Foxes (13:6 Abschlüsse). Die besten Chancen fanden Manuel Ganahl und Kevin Kapstad vor, doch beide scheiterten am glänzend parierenden Pekka Tuokkola im Bozner Gehäuse.

Tuokkola macht hinten dicht


Auch im zweiten Spielabschnitt erspielten sich die Hausherren mehr Möglichkeiten, doch nun begann sich der HCB allmählich aus der Umklammerung zu befreien und regelmäßig für Entlastungsangriffe zu sorgen. Die großen Schwachpunkte blieben aber auch in dieser Phase des Spiels die hohe Anzahl an verlorenen Bullys und die mangelnde Effizienz im Powerplay. Gleichzeitig hielt der Defensivriegel vor Tuokkola selbst in doppelter Unterzahl dicht. So kam es, dass die Foxes gegen Ende des zweiten Drittels weiter an Mut gewannen und dem österreichischen Rekordmeister die Stirn boten.

Die unglaubliche Schlussminute


Dieser Trend setzte sich nach dem letzten Seitenwechsel fort, es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch. Erst als Mike Angelidis zum wiederholten Male in die „Kühlbox“ musste und ihm wenig später Matias Sointu folgte, stand Tuokkola wieder unter Dauerbeschuss. Der finnische Schlussmann erwies sich aber ein ums andere Mal als Fels in der Brandung. Er trieb Andrew Kozek und Thomas Hundertpfund mit seinen Saves zur Verzweiflung. Erst das achte Penalty Killing – Mat Clark saß draußen – erwies sich schließlich als fatal: 17 Sekunden vor Schluss prallte der Puck nach einem Weitschuss an den Schlittschuh von Chris Carlisle und von dort zurück auf die Torlinie. Jonathan Rheault musste nur mehr einschieben. Dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Oleksuk musste direkt nach dem Gegentreffer auf die Strafbank und Tuokkola machte für einen fünften Feldspieler Platz. Es schien für den HC Bozen bereits alles verloren, als Austin Smith einen Traumpass auf Alex Petan schlug und der Sekundenbruchteile vor der Sirene aus der Distanz abzog. Der Puck rutschte unter KAC-Goalie David Madleners Arm hindurch. Zur Sicherheit zogen die Unparteiischen den Videobeweis heran, doch der Treffer zählte. 1:1! Verlängerung!

Die Overtime entwickelte sich dann zu einem wahren Nervenkrimi. Zunächst war Klagenfurt besser, dann Bozen. Ausgerechnet als sich auf dem Eis ein Gleichgewicht einzustellen schien, schlugen die Kärntner zu. In der achten Minute der Verlängerung zog Manuel Ganahl über den linken Flügel in Richtung Bozner Tor und schlenzte den Puck ins lange Eck. Tuokkola war geschlagen und die zweite Bozner Niederlage in dieser Serie besiegelt.


EC KAC – HCB Südtirol Alperia 2:1 n.V. (0:0, 0:0, 1:1, 1:0)

Tore: 1:0 Jonathan Rheault (59.43), 1:1 Alex Petan (59.59), 2:1 Manuel Ganahl (67.54)

Zuschauer: 3.891

Stand in der Serie: 2:1

Die weiteren Viertelfinalbegegnungen:
Vienna Capitals – HC TWK Innsbruck 4:3 n.V. (1:1, 1:1, 1:1, 1:0)
1:0 Nödl (12.17), 1:1 Yogan (18.03), 1:2 Clark (22.32), 2:2 Klubertanz (39.24), 2:3 Wahl (50.08), 3:3 McKiernan (50.59), 4:3 Nödl (63.02)
Zuschauer: 4.450
Stand in der Serie: 3:0

EHC Liwest Black Wings Linz – KHL Medvescak Zagreb 8:2 (3:1, 5:0, 0:1)
1:0 DaSilva (1.10), 2:0 Altmann (5:56), 3:0 Lebler (16.14), 3:1 Morley (19.41), 4:1 Altmann (25.07), 5:1 Kristler (27.51), 6:1 DaSilva (32.05), 7:1 Schofield (32.55), 8:1 Broda (33.29), 8:2 Koskiranta (53.32)
Zuschauer: 4.865
Stand in der Serie: 1:2

EC Red Bull Salzburg – Dornbirn Bulldogs 5:4 (1:2, 3:0, 0:0)
1:0 Harris (13.41), 1:1 Pance (14.05), 1:2 Häußle (14.17), 2:2 Heinrich (36.30), 3:2 Raffl (37.11), 4:2 Duncan (39.22), 4:3 Arniel (41.36), 4:4 Vallant (41.51), 5:4 Duncan (49.08)
Zuschauer: 2.531

Stand in der Serie: 3:0

Autor: fop

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