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HCB-Goalie Andreas Bernard hielt erneut ganz stark, musste aber dennoch drei Mal hinter sich greifen. © V. Antonello

Bozens Dilemma: Gegen die Großen läuft's noch nicht

Zum ersten Mal in dieser Saison bleibt der HCB Südtirol Alperia in zwei aufeinanderfolgenden Spielen ohne Punktgewinn: Keine 24 Stunden nach der Niederlage gegen Fehervar mussten sich die Foxes auch Red Bull Salzburg nach einem späten Gegentreffer knapp geschlagen geben.

Wenn der HC Bozen in dieser Saison bislang eine Schwäche offenbart, dann diese: Am Sonntagabend trat er zum elften Mal in dieser Saison gegen ein Top-5-Team an und verließ dabei zum sechsten Mal das Eis als Verlierer. Im Duell mit Salzburg zog der Tabellenzweite mit 2:3 den Kürzeren. Im Kräftemessen mit den formstarken Bullen neutralisierten sich beide Teams weitgehend, das hohe Tempo und die Intensität der Zweikämpfe lieferten aber durchaus schon einen kleinen Vorgeschmack auf Playoff-Eishockey und übertünchten auch die vielen kleinen Ungenauigkeiten im Spiel beider Teams.


Der HC Bozen wurde jedenfalls, wie schon am Vorabend gegen Fehervar, bis aufs äußerste gefordert. Anders als die tief stehenden Ungarn verlangte Salzburg, das unter anderem ohne den ehemaligen HCB-Center Rick Schofield und Deutschlands U20-WM-Teilnehmer Justin Schütz antrat, den Foxes besonders in der Rückwärtsbewegung alles ab. Die Ireland-Schützlinge kamen vor allem in der Anfangsphase häufig einen Schritt zu spät – was sich insbesondere beim 0:1 zeigte. Tim Harnisch genoss im Slot jegliche Freiheiten und hatte demzufolge keine Mühe, Salzburg mit seinem ersten Profitor in Führung zu bringen.

Bozens Strafen rächen sich
Nach der Pause kam Bozen mit deutlich mehr Elan aus der Kabine und erspielte sich durch Dan Catenacci die erste hochkarätige Chance. Der Italo-Kanadier scheiterte aber im Eins-gegen-Eins an JP Lamoureux. Der Salzburger Goalie, der in der ICE seit Jahren zu den besten seiner Zunft zählt, musste kurze Zeit später aber dennoch das 1:1 hinnehmen: Abwehrmann Gleason Fournier umkurvte einen Gegenspieler elegant und schloss trocken zum Ausgleich ab. Nun war Bozen richtig im Spiel und bot den Bullen in jedem Zweikampf Paroli. Für die deutlichsten Akzente im Spiel der Weiß-Roten sorgte mal wieder Brett Findlay, der die erstmalige Führung auf der Kelle hatte, die Scheibe aber ans Torgestänge setzte.

Anthony Bardaro und die Bozner Stürmer hatten einen schweren Stand. © Vanna Antonello


Kurz nach Hälfte des Spiels war es dann aber der HCB selbst, der sich mit einer doppelten Unterzahlsituation aus dem Spiel nahm. Dominique Heinrich hämmert die Scheibe im Powerplay per Direktabnahme aus der Distanz ins Netz und die Red Bulls damit wieder in Führung. Bozen ließ sich davon aber nicht beeindrucken und versuchte weiter, Salzburg in dessen Drittel einzuschnüren. Wirklich gelingen wollte dies aber erst phasenweise im Schlussdrittel, als Dustin Gazley nach mehreren vergebenen Chancen in Überzahl das erlösende 2:2 erzielte. Es war bereits der vierte Scorerpunkt des nordamerikanischen Flügelstürmers im Duell mit seinem Ex-Klub und zugleich ein Treffer mit besonderer Bedeutung für den HC Bozen, der in den vergangenen Wochen immer wieder Schwächen im Überzahlspiel offenbarte.

Während das Powerplay an diesem Abend klappte, happerte es nun im Penalty Killing – und dies auf fatale Weise, denn ein weiteres Unterzahlspiel sollte sich in der Schlussphase als spielentscheidend erweisen. Als Nick Plastino draußen saß, schoss der bis dato äußerst unauffällige John Hughes den Salzburger Siegtreffer zum 3:2. Er stand nach einem Gestochere goldrichtig. In den verbleibenden 44 Spielsekunden konnte Bozen nicht mehr zurückschlagen.

Viel Zeit, die so bitter benötigten Kraftreserven zu füllen, bleibt den Foxes keine. Bereits am Dienstag steht ihnen im Auswärtsspiel in Klagenfurt die nächste harte Bewährungsprobe bevor.

HCB Südtirol Alperia – EC Red Bull Salzburg 2:3
HCB: Bernard (Irving); Fournier-Plastino, Robertson-Di Perna, Pietroniro-Youds; Insam-Catenacci-Bardaro, Frank-Findlay-Gazley, Frigo-Anton Bernard-Miceli, Pitschieler-Alberga-Delcua
Coach: Ireland

RBS: Lamoureux (Eliasson); Heinrich-Chorney, Joslin-Zündel, Schreier-Jakubitzka-Harnisch, Viveiros-Palalestrang; Raffl-Baltram-Hughes, Huber-McIntyre-Skille, Harnisch-Leonhardt-Huber, Feldner-Pilloni-Hochkofler
Coach: McIlvane

Tore: 0:1 Tim Harnisch (12.02), 1:1 Gleason Fournier (22.25), 1:2 Dominquie Heinrich (34.30), 2:2 Dustin Gazley (48.46), 2:3 John Hughes (59.16)

Die weiteren Ergebnisse vom Sonntag:
Innsbruck - Graz 6:3
Tore: 1:0 Christoffer (6.14), 1:1 Ograjensek (17.30), 1:2 Grafenthin (18.53), 2:2 Herr (19.25), 3:2 Girard (22.28), 4:2 Gerlach (37.52), 5:2 Herr (47.11), 6:2 Tansey (49.40), 6:3 Oberkofler (57.21)

Vienna - Villach 1:2
Tore: 0:1 Pollastrone (19.50), 0:2 Collins (28.07), 1:2 Loney (40.45)

Dornbirn - Linz 1:2
Tore: 1:0 Yogan (5.30), 1:1 Lebler (26.45), 1:2 Bartulis (51.57)

Klagenfurt - Bratislava 6:1
Tore: 1:0 Ticar (14.55), 2:0 Postma (21.25), 2:1 Bubela (26.48), 3:1 Strong (29.51), 4:1 Koch (36.06), 5:1 Ganahl (48.13), 6:1 Postma (50.08)
Die Tabelle:
SPGUVTVP
1. Fehervar AV193422012117:9865
2. HCB Südtirol29200992:5562
3. Klagenfurter AC301801292:6157
4. Vienna Capitals311901297:7756
5. EC Salzburg271701088:7052
6. Dornbirn Bulldogs311501684:9443
7. Graz 99ers291401588:9141
8. HC Innsbruck3112019100:11137
9. Villacher SV311201970:9735
10. Bratislava Capitals301101978:10632
11. EHC Linz31702460:10621



Autor: fop

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