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Daniel Frank mit düsterer Miene. Seine sportliche Zukunft ist offen. © hcb

Daniel Frank: „Die Situation ist grausig“

Der HCB Südtirol Alperia hat die vergangenen Tage und Wochen fast ein Dutzend neue Spieler unter Vertrag genommen. Doch keine dieser Personalien wird bei den Fans so sehr diskutiert, wie jene von Daniel Frank. Der langjährige HCB-Crack ist de facto arbeitslos.

Seit Daniel Frank 19 Jahre alt ist, dreht sich bei ihm alles um den HC Bozen. Die vergangenen sechs Jahre gab er für den EBEL-Klub sein letztes Hemd. Doch damit könnte jetzt Schluss sein, denn dem Meraner droht bei den Foxes das Aus.

„Eishockey ist am Ende eben auch ein Business“
Wie HCB-Boss Dieter Knoll bereits vor Wochen im SportNews-Interview erklärt hat, hängt eine Weiterverpflichtung Franks vom Punktekontingent ab. Kurzgefasst heißt das, wenn im Kader noch Punkte frei sind, erhält er einen Vertrag, ansonsten heißt es Abschied nehmen. Mittlerweile wurden – bis auf Frank – alle einheimischen Spieler mit einem Arbeitspapier ausgestattet und das Aufgebot nahezu komplettiert. Der 25-jährige Stürmer wartet dagegen noch auf einen Anruf. „Diese Ungewissheit ist zermürbend, das ist eine grausige Situation“, schildert Frank ganz offen. Einen Vorwurf will er dem HCB aber nicht machen: „Das ist nicht die feine Art, doch Eishockey ist am Ende eben auch ein Business. Das ist nicht nur in Bozen so, sondern in der ganzen Welt. Ich bin mittlerweile lange genug dabei, um beide Seiten der Medaille zu kennen.“

Ob Anton Bernard und Daniel Frank Teamkollegen bleiben, ist offen. © hcb/antonello

Auch wenn sich Frank mit der Situation abzufinden scheint, so gibt es immer wieder Momente, die seine Belastbarkeit strapazieren. „Leute kommen zu mir an die Theke (Frank betreibt in Meran eine Eisdiele, Anm.d.Red.) und wollen wissen, wie es um mich steht. HCB-Fans schreiben mir Nachrichten. Auch im Kreise meiner Bekannten werde ich immer wieder auf meine Vertragssituation angesprochen. Das nervt natürlich irgendwann, denn ich kann ihnen ja auch keine genaue Auskunft geben.“
„Mein Herz hängt an diesem Verein, ich habe keinen Plan B.“
Sollte der erlösende Anruf kommen, will Frank jedenfalls sofort einsatzbereit sein. Darum hält er sich mit seinem Personaltrainer Andrea Tuti in der Therme Meran fit – und schielt mit einem Auge nach Corvara, wo seine ehemaligen und womöglich zukünftigen Teamkollegen ihr Eistraining absolvieren. „Ich möchte schnellstmöglich zu ihnen stoßen. Ich habe zuletzt eine meiner besten Saisonen gespielt, daran will ich anschließen. Der HC Bozen hat immer noch allerhöchste Priorität. Mein Herz hängt an diesem Verein, an den Fans. Ich habe keinen Plan B“, erklärt Frank, der sich jedoch keinesfalls blauäugig gibt: „Natürlich fange ich an, mir Gedanken zu machen. Die AlpsHL oder das Ausland wären eine Option, dann aber wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt, da viele Klubs ihre Planungen bereits abgeschlossen haben.“

In den vergangenen Wochen soll es ein paar lose Anfragen anderer Vereine gegeben haben, doch da war laut Frank „nichts Konkretes dabei“. Zu Vertragsverhandlungen wäre der Bozner Publikumsliebling zum jetzigen Zeitpunkt wohl ohnehin nicht bereit – außer sie fänden in Dieter Knolls Büro statt.

Autor: alexander foppa

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