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Daniel Frank führt das Blue Team durch die Weltmeisterschaft.

Daniel Frank: Vom Fast-Rücktritt zum Kapitän

Italiens Eissportverband hat am Mittwochnachmittag den neuen Kapitän des Nationalteams bekanntgeben. Es ist ausgerechnet Daniel Frank, der das Kapitel Eishockey-Weltmeisterschaft eigentlich bereits geschlossen hatte. Er ist nun in Riga der große Leitwolf.

Daniel Franks Werdegang in den vergangenen Jahren ist mehr als beachtlich. Lange Zeit zahlte er beim HC Bozen viel Lehrgeld, stand in den Kaderplanungen immer wieder auf der Kippe. Doch mittlerweile ist der 27-Jährige bei den Foxes und auch in der Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken. Viel mehr noch: Mit Leidenschaft, einer gehörigen Portion Siegermentalität und verbesserten sportlichen Qualitäten hat er sich in beiden Mannschaften in die Rolle eines Führungsspielers befördert. Dies wurde nun mit dem Kapitänsamt im Blue Team honoriert. Allerdings hätte auch alles anders kommen können.


Zur Erklärung drehen wir das Rad der Zeit um rund neun Monate zurück: Im Sommertrainingslager des Nationalteams im vergangenen August in Neumarkt spielte Frank mit dem Gedanken, seine Laufbahn im Nationalteam zu beenden. Die Strapazen der langen Spielzeiten in der ICE Hockey League mitsamt den weiten Auswärtsreisen und der Job in der eigenen Eisdiele in Meran, wo ausgerechnet während der Großturniere im späten Frühjahr Hochbetrieb herrscht, waren die Gründe. Der Entschluss schien bereits gereift und das, obwohl Frank die Zeit in der Auswahlmannschaft zu schätzen wusste. „Ich habe dieses Trikot immer mit Stolz getragen und im Nationalteam viele Freunde gefunden“, sagte er bereits damals.

Das Engagement und die Freude, die Frank im Kreise des Blue Teams vermittelte, blieb natürlich auch von den Verantwortlichen nicht unbeobachtet. Und so brauchten Headcoach Greg Ireland und Sportdirektor Stefan Zisser die vergangenen Monate gar keine großen Überredungskünste anwenden, um den Meraner vom WM-Projekt zu überzeugen. Bereits in der WM-Vorbereitung wurde klar, dass Frank nicht nur dabeisein, sondern gleich eine tragende Rolle einnehmen würde. Im arg reduzierten Aufgebot der Azzurri im Test gegen Frankreich trug der HCB-Stürmer schließlich das „C“ auf der Brust – vorübergehend.

„Daniel verkörpert Leadership“
Headcoach Greg Ireland
Franks erstmaliger Auftritt als Kapitän hinterließ bei der sportlichen Führung starken Eindruck. „Wir wollten ihm bewusst Verantwortung übertragen. Er hat das gut gemacht und seinen Anspruch auf eine Leaderrolle untermauert“, sagte Zisser nach Franks Premiere gegenüber SportNews. Nun hat ihm Ireland das ehrenvolle Amt für die gesamte WM übertragen. Er begründet die Entscheidung wie folgt: „Die Wahl ist dem Trainerteam und mir nicht leicht gefallen. Daniel verkörpert aber genau die Leadership und die Charaktereigenschaften, die das Team in dieser Phase benötigt.“ Als Assistenten stehen Frank zwei alte Bekannte zur Seite: sein Vereinskollege Luca Frigo und der ehemalige HCB-Stürmer Alex Petan.

Alex Petan (Mitte) wird Daniel Frank als Assistenzkapitän zur Seite stehen. © FISG


Mit den neu verteilten Rollen ging es für die Azzurri am Dienstag und Mittwoch in Riga in die ersten Trainingseinheiten. Diese leiteten Giorgio De Bettin und Fabio Armani, die Ireland beim WM-Auftakt vertreten. Der Headcoach weilt noch in Südtirol und wird erst nach ausgestandener Corona-Infektion nachreisen – genauso wie Torhüter Jake Smith, die Verteidiger Thomas Larkin, Enrico Miglioranzi, Alex Trivellato und Stürmer Markus Gander. Den WM-Auftakt bestreiten die Azzurri am Freitag (ab 15.15 Uhr im SportNews-Ticker) gegen Deutschland.

Schlagwörter: Eishockey

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