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Gleason Fournier und Co. kamen gegen Bratislava zwischenzeitlich ins Straucheln. © V. Antonello

Die Foxes taumeln, fallen aber nicht

Der HCB Südtirol Alperia hat sein Double gegen die Bratislava Capitals mit dem zweiten Sieg binnen 24 Stunden veredelt. Dabei war aber noch längst nicht alles Gold, was glänzte.

Nach dem 4:0-Erfolg vom Dienstag fuhr der HC Bozen auch im zweiten Spiel nach der Corona-Unterbrechung die volle Punkteausbeute ein und zwang den slowakischen Hauptstadtklub mit 6:5 in die Knie. Beim munteren Scheibenschießen in der verwaisten Eiswelle konnten die Foxes in Sachen Spielwitz und Disziplin zwar nicht überzeugen, waren dem Gegner aber durch ihre individuelle Klasse und viel Leidenschaft überlegen.

Dabei war der Start wahrlich nicht vielversprechend: In der 11. Minute traf Bratislavas Mitch Hults im Powerplay mit einem satten Slapshot ins Schwarze, nur zwei Minuten später erhöhte Roman Faith aus kurzer Distanz auf 2:0. Der HCB war zunächst nicht wiederzuerkennen, agierte äußerst fahrig und fehleranfällig. Erst durch Anton Bernards Anschlusstreffer wendete sich das Blatt. Der Kapitän lenkte in Überzahl einen Abschluss von Ben Youds ins Netz. Fortan agierten die Foxes pucksicherer und zielstrebiger. Sobald das Spiel richtig schnell wurde, hatte Bratislava dem wenig entgegenzusetzen.

Mike Halmo (rechts) traf erstmals seit seiner Rückkehr nach Bozen. © V. Antonello


Das zeigte sich zu Beginn des Mittelabschnitts, als der HCB das Ergebnis binnen einer Minute auf den Kopf stellte: Zunächst erzielte Mike Halmo per Rebound sein ersehntes erstes Saisontor, dann gab Daniel Frank einem Di-Perna-Schuss die entscheidende Richtungsänderung. Bei allen drei Bozner Toren wurde dem Beobachter Greg Irelands Handschrift in aller Deutlichkeit vorgeführt. Unter seiner Führung schaffen es die Foxes immer wieder, einen Stürmer in die Schussbahn zu stellen und so für mächtig Trouble im Slot zu sorgen.
HCB-Cracks agieren viel zu hart
Dieser Pluspunkt kann die aktuellen Defizite des HC Bozen aber nur teilweise kaschieren. An der Feinabstimmung mangelt es den Weiß-Roten nämlich noch in beiden Mannschaftsteilen. Das machte sich mit Fortdauer der Partie deutlich bemerkbar, als die Beine müde wurden und die Ungenauigkeiten bei langen Wechseln wieder deutlich zunahmen. Die Folge? Bratislavas sehenswerter Ausgleichstreffer zur Hälfte des Spiels. Maxim Cajkovic schlenzte das Schwarze aus äußerst spitzem Winkel ins lange Kreuzeck. Zu diesem Zeitpunkt agierte Bozen mit einem Mann weniger auf dem Eis – ein Bild, das sich im Schlussabschnitt immer wieder wiederholten sollte.
Starkes Comeback: 3 Tore in 3 Minunte
Angelo Miceli, Halmo, Stefano Giliati und Dennis Robertson gingen viel zu hart zu Werke und schwächten die Gastgeber durch völlig unnötige Strafen. Matt Finn und Michel Miklik schlugen daraus Profit und brachten die Caps mit zwei Powerplay-Toren 5:3 in Führung. Dadurch waren die Füchse zwar angeschossen, jedoch noch längst nicht tot. Sie mobilisierten nochmal die Kraftreserven und schlugen vehement zurück: Mit drei Treffern binnen drei Minuten machten sie zum zweiten Mal einen Zwei-Tore-Rückstand und ebneten nun definitiv den Weg zum Sieg. Der aufgerückte Robertson, Dustin Gazley mithilfe des Beinschoners von Bratislava-Schlussmann Peter Hamerlik und Nick Plastino mit einem Flachschuss aus dem Eck sorgten für das 6:5. Letzterer avancierte zum Matchwinner, denn in den verbleibenden vier Minuten rettete der HCB das Ergebnis über die Zeit.

Nun haben die Bozner bis am Freitag Zeit, sich von den zweitägigen Strapazen zu erholen, ehe in Linz das nächste Meisterschaftsspiel ansteht. Daraufhin sind sie bis zum 26. November spielfrei.

HCB Südtirol Alperia – iClinic Bratislava Capitals 6:5
HCB: Irving (Fazio); Robertson-Plastino, Fournier-Youds, Trivellato-Di Perna, Gios; Giliati-Catenacci-Bardaro, Deluca-Findlay-Gazley, Frank-Bernard-Miceli, Halmo-Alberga-Insam, Frigo
Coach: Ireland

Caps: Hamerlik (Baros); Finn-Sedivy, Guimond-Chovan, Bohunicky-Romancik, Lipiansky; Miklik-Bubela-Lapsansky, Cajkovic-Hults-Ahl, Higgs-Buc-Varga, Bezak-Hudec-Faith
Coach: Cada

Tore: 0:1 Mitchell Hults (10.17), 0:2 Roman Faith (12.24), 1:2 Anton Bernard (14.49), 2:2 Mike Halmo (21.03), 3:2 Daniel Frank (22.09), 3:3 Maxim Cajkovic (29.38), 3:4 Matt Finn (49.59), 3:5 Michel Miklik (51.25), 4:5 Dennis Robertson (52.10), 5:5 Dustin Gazley (54.23), 6:5 Nick Plastino (55.16)

Die weiteren Ergebnisse vom Mittwoch:
Dornbirn - Linz 5:3
Tore: 1:0 Woger (4.27), 2:0 Romig (6.41), 3:0 Brosseau (12.43), 3:1 Tikkinen (18.08), 4:1 Rapuzzi (26.58), 5:1 Antonitsch (51.05), 5:2 Pelletier (51.17), 5:3 Umicevic (58.03)

Fehervar - Villach 3:4 n.P.
Tore: 0:1 Großlercher (10.12), 0:2 Bauer (11.58), 1:2 Petan (36.48), 1:3 Hackl (37.55), 2:3 Hargrove (40.41), 3:3 Hari (42.49), 3:4 Richter (entscheidender Penalty)
Die Tabelle:
SPGUVTVP
1. Graz 99ers1180340:3122
2. Vienna Capitals970238:1921
3. Klagenfurter AC1060425:1919
4. Fehervar AV191160538:4018
5. HCB Südtirol750228:1816
6. Dornbirn Bulldogs1150632:3514
7. EC Salzburg740325:1813
8. HC Innsbruck1030726:3511
9. Bratislava Capitals1040628:3811
10. EHC Linz1130828:408
11. Villacher SV920722:376



Autor: alexander foppa

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