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Auf dem Eis ging es zur Sache, auf den Rängen gab es eine gähnende Leere. © det

Ein Hauch von Hollywood in Bozen: Der HCB ist zurück

Nach wochenlanger Coronapause hat sich der HCB Südtirol Alperia am Dienstagabend mit einem Kantersieg zurückgemeldet. Ein Akteur schrieb dabei eine besondere Geschichte.

Prime-Time, 20.15 Uhr. Eigentlich die Zeit, um es sich auf der Couch bei einem Blockbuster gemütlich zu machen. Oder seit neuestem auch, um den HCB zu verfolgen. Nach knapp einmonatiger Pause und einer beträchtlichen Anzahl an Coronafällen im Team haben sich die Foxes am Dienstag eindrucksvoll zurückgemeldet und im ersten Spiel überhaupt gegen Bratislava mit 4:0 gewonnen.

In der Tat hatte das „Auswärtsspiel“ in der Eiswelle (das Match hätte eigentlich in der Slowakei steigen sollen, wurde aufgrund der komplizierten Situation aber nach Bozen verlegt) etwas von einem Hollywood-Blockbuster. Schon allein der Beginn erinnerte an einen schaurigen Thriller: Düster, gespenstisch, ja fast schon beängstigend. Oder wann ist es zum letzten Mal vorgekommen, dass sich bei einem HCB-Match kein einziger Fan mit rot-weißem Schal in der Eiswelle getummelt hat? Sogar bei den Testspielen der Bozner im September sind rund 200 Anhänger in die Arena gepilgert, am Dienstag fand das erste (und wohl für lange Zeit auch nicht das letzte) Match unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bis auf ein Dutzend Journalisten und TV-Leute war im Bozner Eishockey-Tempel praktisch nichts los.

Eine prallgefüllte Bozner Bank – auch das war in den ersten Saisonspielen keine Selbstverständlichkeit. © Vanna Antonello


Auch die Akteure auf dem Eis wurden ihren Rollen als Thriller-Schauspieler – nur, um beim Film-Vergleich zu bleiben – zunächst ziemlich gut gerecht. In den ersten Minuten herrschte auf dem spiegelglatten Terrain nämlich eine gewisse Konfusion vor, bei der niemand so recht durchblickte. Viel Härte, viele Checks, wenig erkennbare Spielzüge – man merkte beiden Teams die lange Pause der letzten Wochen an.
Trivellato schlüpft prompt in die Hauptrolle
Eine Phase, die allerdings nicht lange dauerte. Denn nach 11 Minuten hämmerte Neuzugang Alex Trivellato die Scheibe von der blauen Linie aufs Tor, den Abpraller verwertete Gazley ohne Probleme – 1:0. Das war allerdings nur der erste Streich von Trivellato, der gleich zu Beginn des Mitteldrittels mit einem sehenswerten Schuss ins Kreuzeck auf 2:0 stellte.

Alex Trivellato (rechts mit der Nummer 15) machte hinten dicht und trumpfte vorne auf. © Vanna Antonello


Ausgerechnet also der Leiferer Verteidiger ebnete den Foxes den Weg zum Sieg: Erst am Sonntag war bekanntgeworden, dass der 27-Jährige – der eigentlich in der DEL bei Krefeld unter Vertrag steht – die Bozner bis Wiederbeginn der deutschen Top-Liga verstärken wird. Nun zeigte Trivellato (der übrigens mit der provisorischen Nummer 15 auflief, seine Stamm-Nummer 53 wird er in Kürze bekommen) prompt auf, dass ihm die Mitläufer-Rolle nicht liegt und er stattdessen lieber sofort in die Hauptrolle schlüpft. Ein Tor und ein Assist beim Debüt – das hätte kein Drehbuchautor besser schreiben können.
Im Powerplay eine Macht
Nur 3 Minuten nach Trivellatos 2:0 zog Robertson bei einem Bozner Überzahlspiel ab, die Scheibe kam über Miceli zu Alberga – und schon stand es 3:0. Weil auch Goalie Leland Irving in seinem ersten Saisonspiel bewies, dass er in all den eishockeyfreien Wochen nichts verlernt hat und bei den einigen, wenigen Versuchen der Gäste stets mit rettender Hand zur Stelle war, geriet das Ergebnis zu keinem Zeitpunkt mehr in Gefahr. Den Schlusspunkt setzte Dan Catenacci: Im Powerplay, das zunehmend zu einer der Spezialitäten der Foxes zu werden scheint, stand der Center goldrichtig und traf zum 4:0. Das Comeback des HCB – es war geglückt. Und wie!

Einziger Wermutstropfen: Daniel Frank handelte sich wenige Sekunden vor Ende wegen eines gefährlichen Checks gegen die Bande eine unnötige Disziplinstrafe ein.

Bratislava Capitals – HCB Südtirol Alperia 0:4
Bratislava: Baros (Hamerlik); Bohunicky-Sloboda, Guimond-Sedivy, Finn-Romancik, Lipiansky-Chovan; Ahl-Bubela-Miklik, Cajkovic-Hults-Higgs, Lapsansky-Buc-Varga, Bezak-Hudec-Faith

Bozen: Irving (Fazio); Robertson-Plastino, Fournier-Youds, Trivellato-Di Perna, Pitschieler-Gios; Halmo-Alberga-Insam, Giliati-Catenacci-Bardaro, Frank-Bernard-Miceli, Deluca-Findlay-Gazley

Tore: 0:1 Gazley (11.11), 0:2 Trivellato (26.55), 0:3 Alberga (30.06), 0:4 Catenacci (55.59)

Zuschauer: 0
Das weitere Spiel
Innsbruck – Graz 3:4 n.P.
1:0 Christoffer (1.07), 2:0 Gilard (8.22), 2:1 Porsberger (25.15), 2:2 Alagic (32.15), 2:3 Porsberger (39.26), 3:3 Christoffer (50.34). Entscheidender Penalty: Porsberger
Zuschauer: 0
Tabelle
SPGUVTVP
1. Graz 99ers1180340:3122
2. Vienna Capitals860234:1619
3. Klagenfurter AC1060425:1919
4. Fehervar AV191060435:3617
5. HCB Südtirol640222:1313
6. EC Salzburg740325:1813
7. Bratislava Capitals940523:3211
8. Dornbirn Bulldogs1040627:3211
9. HC Innsbruck1030726:3511
10. EHC Linz1030725:358
11. Villacher SV920722:376

Autor: det

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