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Dan Catenacci in der Bratislava-Zange. © Vanna Antonello

Ein krasser Playoff-Fehlstart: HCB verliert zu Hause

Spaziergang wird es keiner – so viel steht spätestens seit Freitagabend fest. Der HCB Südtirol Alperia ist mit einer überraschenden Niederlage in die Playoff-Viertelfinalserie gegen die Bratislava Capitals gestartet.

Vier Spiele hat der HCB in dieser Saison gegen Bratislava ausgetragen, vier Mal waren die Foxes als Sieger vom Eis gegangen – und nun wendet sich ausgerechnet in den Playoffs das Blatt. Die Slowaken, die sich als siebtes Team für die Postseason qualifiziert haben, siegten in der Eiswelle gegen die Favoriten aus Bozen sensationell mit 2:1. Der HCB hat in der Best-of-Seven-Serie des Viertelfinales seinen Heimvorteil also vorerst verspielt.


Mit einem solchen Ergebnis zum Auftakt der fünften Jahreszeit haben nicht viele gerechnet – immerhin waren die Bozner im Grunddurchgang und in der Pick Round die überragende Mannschaft gewesen. Beinbruch ist es aber freilich keiner: Bozen hat bereits am Sonntag (19.15/live im SportNews-Ticker) in Bratislava die Möglichkeit, diesen Fehlstart wiedergutzumachen.

Gegentor bringt den HCB aus dem Konzept
Dabei war der HCB, der ohne Karl Stollery, Dylan Di Perna, Angelo Miceli und Ivan Deluca auskommen musste, wie die Feuerwehr ins Spiel gestartet. Schon nach zwei Minuten erzitterte das Aluminium bei einem Mike-Halmo-Schuss, wenig später wurde ein Tor von Matteo Pietroniro aberkannt – und in der Zwischenzeit ließ der HCB gleich mehrere Überzahlsituationen ungenutzt. Bratislava wurde förmlich im eigenen Drittel einschnürt, den Fans vor dem TV bot sich Einbahnstraßen-Hockey. Doch dann brachte den HCB ein Gegentor vollkommen aus dem Konzept.

Maxime Fortier (vorne) wird nach seinem Treffer zum 1:0 von den Teamkollegen bejubelt. © Vanna Antonello


In der 14. Minute eroberte Bratislava im Bozner Drittel den Puck, den Mitchell Hults auf das Leland-Irving-Tor abfeuerte. Diesen Schuss konnte der HCB-Goalie noch parieren, beim Rebound von Maxime Fortier war er aber machtlos. Nach diesem Tor wurde es in der ohnehin schon stillen Eiswelle noch stiller – und die Foxes verloren komplett den Faden. Wie in einer Schockstarre präsentierte sich die überlegene Mannschaft des Grunddurchgangs, die sich nach dem Seitenwechsel prompt den zweiten Treffer einfing. Die Defensive war ungeordnet, Michal Mrazik spielte einen klasse Querpass und Sergej Kostsitsyn stand plötzlich vor dem leeren Tor – 2:0.
Die Schlussoffensive bleibt aus
Bozen versuchte sich zu fangen, doch mit dem aggressiven Spiel der Caps kam die Ireland-Truppe nur schwer zurecht. Immer wieder schlichen sich bei den Foxes kleinere Fehler ein. Zudem hatte Bratislava nun ordentlich Selbstvertrauen getankt und mit Jared Coreau einen Goalie, der an diesem Abend mehrmals über sich hinauswuchs. Beispielsweise in der 25. Minute, als Dustin Gazley alleine auf den Kanadier zustürmte, im Eins-gegen-Eins aber scheiterte. Wenig später war der Schlussmann der Slowaken aber machtlos: Nachdem Bozen in den Powerplays zuvor noch zahnlos agierte, dauerte es dieses Mal nur wenige Sekunden, bis Gazley mit einem Hammer ins Schwarze traf – nur mehr 1:2 (30.).

In der Folge entwickelte sich ein temporeiches Spiel, in dem beide Seiten ihre Chancen hatten. Eine Bozner Überlegenheit wie in den ersten 10 Minuten gab es jedoch nicht mehr – auch nicht dann, als man kurz vor Schluss mit einem Mann mehr auf dem Eis war. Der Ausgleich wollte nicht mehr fallen und Bratislava nimmt so einen nicht unverdienten Sieg mit nach Hause.
Playoff-Viertelfinale, Spiel 1
HCB Südtirol Alperia – Bratislava Capitals 1:2

HCB: Irving (Fazio); Robertson-Youds, Pietroniro-Plastino, Fournier-Tauferer; Halmo-Catenacci-Bardaro, Frank-Findlay-Gazley, Frigo-Bernard-Pitschieler, Giliati-Alberga-Insam

Bratislava: Coreau (Baros); Guimond-Carson; Bohunicky-Chovan, Culkin-Romancic, Durkech; Bubela-Hults-Fortier, Kostsitsyn-Higgs-Mrazik, Ahl-Buc-Hudec, Faith-Bezak-Kover

Tore: 0:1 Fortier (13.38), 0:2 Kostsitsyn (20.55), 1:2 Gazley (30.54)

Stand in der Serie „Best-of-Seven“: 0:1
Die weiteren Spiele
Wien – Fehervar 6:1
1:0 Loney (13.19), 2:0 Hartl (22.36), 2:1 Bartalis (24.06), 3:1 Loney (29.01), 4:1 Rotter (42.08), 5:1 Wukovits (52.48), 6:1 Großlercher (58.24)
Serie: 1:0

Salzburg – Dornbirn 0:2
0:1 Luciani (36.18), 0:2 Woger (57.37)
Serie: 0:1

Klagenfurt – VSV 5:1
1:0 Witting (4.48), 2:0 Bischofberger (5.31), 2:1 Ulmer (27.09), 3:1 Fraser (33.55), 4:1 Haudum (34.26), 5:1 Fraser (50.12)
Serie: 1:0

Autor: det

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Kommentare (1)

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Rampelotto Felix [melden]

Die gestrige Niederlage der Foxes gegen Bratislava war für mich nicht so überraschend, angesichts der durchwachsenen letzten beiden Heimniederlagen gegen Klagenfurt und vor allem gegen Wien. Bin nicht überzeugt, dass aufgrund des derzeitigen Formtiefs des HCB die Wahl Bratislava die richtige gewesen ist, hätte eher Fehervar "gepickt" das völlig ausgepowert erscheint.
Der slowakische Torwart Coreau hat sicherlich eine gute Leistung erbracht, aber "Big saves" waren höchstens 3 dabei. Das Unvermögen bereits im 1. Drittel eine 5 zu 3 Überlegenheit der Gastgeber in Tore zu verwerten spricht Bände.
Eine Leistungssteigerung sämtlicher HCB Akteure sowohl im Angriff als auch in der Defensive ist unerlässlich um die erste Playoff Hürde zu schaffen.
Felix Rampelotto

13.03.2021 14:28

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