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Anthony Bardaro rettete die Foxes in die Verlängerung, wenig später hoben sie zum Flug ins Finale ab. © APA / HERBERT NEUBAUER

Finale! HCB besiegt Wien in der Overtime

Was für ein Kraftakt, was für ein Kämpferherz der Foxes: Nach einem 0:2-Rückstand glich der HCB Südtirol Alperia Sekunden vor Schluss aus und landete dann in der Verlängerung des sechsten Halbfinalspiels den ersten Auswärtssieg. Für die Vienna Capitals ist die Saison beendet, Bozen träumt mehr denn je vom Titel.

Der HC Bozen hat am Mittwochabend einen 3:2-Sieg in Wien eingefahren und die Semifinalserie gegen Wien mit 4:2 gewonnen. Auf dem Weg zum dritten Ligatitel steht den Südtirolern ab Sonntag nur mehr eine, wenngleich enorm hohe Hürde bevor: Rekordmeister Klagenfurt.


Der Finaleinzug in Spiel sechs war das Ergebnis eines beeindruckendes Auftritts der Ireland-Truppe, die enorm ersatzgeschwächt zum letzten Auswärtsspiel gereist war. Mit Karl Stollery, Dustin Gazley und Mike Halmo fehlten drei absolute Größen im HCB-Kader, zudem musste auch der wegen seiner Physis sehnlichst vermisste Domenico Alberga wieder passen. Und als ob damit nicht genug wäre, musste auch noch Marco Insam während des Spiels verletzt runter.

Den vielen Ausfällen zum Trotz waren es die Foxes, die in der Startphase klar tonangebend waren und sich mehrere gute Chancen erspielten. Nick Plastino schlenzte die Scheibe aber an den Innenpfosten, Dan Catenacci vergab dagegen alleinstehend vor Caps-Goalie Bernhard Starkbaum. Jene Kaltschnäuzigkeit, die den Boznern in dieser Phase abging, verkörpert Ty Loney wie kein anderer in dieser Liga. Der Top-Torjäger der Wiener zog in der 15. Minute nach einem gewonnen Bully direkt ab und nutzte den Umstand, dass HCB-Torhüter Leland Irving durch das Getümmel beim Puckeinwurf völlig die Sicht verstellt war. Es war Loneys 37. Saisontor, das fünfte in dieser Serie.

In dieser Szene vergab Dan Catenacci ein frühes Bozner Führungstor. © L. Vymlatil


Die Foxes ließen sich durch das Gegentor allerdings nicht aus dem Konzept bringen und erspielten sich nach Wiederbeginn durch Angelo Miceli die nächste Großchance. Sein Schienbein-Rebound nach einem Schuss von Daniel Frank ging hauchdünn am Tor vorbei. Letzterer zog wenig später in Unterzahl alleine auf das Wiener Tor zu, scheiterte aber an Starkbaum. Auf der Gegenseite machten es die Capitals neuerlich besser: Noch im selben Powerplay spielte der wiedergenesene Colin Campbell zum Ex-Bozner Taylor Vause, der die Scheibe ins Kreuzeck lenkte (33.).
Verletzte auf beiden Seiten
Ausgerechnet jetzt, als sich die Lage für die Gäste durch das 0:2 deutlich zuspitzte, sprang einmal mehr Brett Findlay mit einem wahren Geniestreich in die Bresche. Er ließ zunächst Gegenspieler Steve Johnson mit einem Haken ins Leere laufen und setzte dann auch noch Starkbaum auf den Hosenboden. Sekundenbruchteile später zappelte das runde Schwarze erstmals im Wiener Netz (40.).

Nach dem Bozner Anschlusstreffer gewann dieses ohnehin bereits packende Duell nochmal deutlich an Würze. Dazu trug zu Beginn des Schlussdrittels auch Dennis Robertson bei, der William Besse mit einem harten aber fairen Check zu Boden streckte. Für Wiens First-Line-Wing war die Partie vorzeitig beendet – ebenso wie für Marco Insam, der sich wenig später bei einem missglückten Schussversuch verletzte und in der dritten Linie durch Ivan Deluca ersetzt wurde.

Als Anthony Bardaro zum 2:2 einetzte, fehlten nur mehr 9 Sekunden. © APA / HERBERT NEUBAUER


Dieser nächste Ausfall sollte die Südtiroler aber nicht vom umjubelten Ausgleich abhalten, wenngleich es bis dahin noch eine richtige Zitterpartie wurde. In der Schlussminute traf Darren Archibald nur den Außenposten des mittlerweile verwaisten HCB-Gehäuses. Nach dem anschließenden Bully vollstreckte Anthony Bardaro nach einem Frigo-Schuss zum 2:2. Zu diesem Zeitpunkt zeigte das Ziffernblatt in der Erste Bank Arena nur mehr neun Sekunden Restzeit an. Also hieß es erstmals in dieser Serie: Ab in die Overtime!

Das Zusatzdrittel war exakt 13.11 Minuten alt, als Angelo Miceli den Sudden-Death-Treffer erzielte und den Jubel auf der Bozner Bank explodieren ließ. Italiens Nationalstürmer lenkte einen Schuss von Robertson in die Maschen. Zwar verlangte Wien wegen eines vermeintlichen hohen Stocks den Video-Review, doch wenig später war es amtlich: Der HCB zieht ins Finale ein, die leidenschaftlich kämpfenden Wiener müssen in den Urlaub.

Die Foxes haben nun drei Tage Zeit, um die Kraftreserven nach diesem zermürbenden Halbfinalduell zu füllen, ehe am Sonntag in der Eiswelle das erste Finalspiel gegen den KAC steigt.

Spusu Vienna Capitals – HCB Südtirol Alperia 2:3 n.V.
Caps: Starkbaum (Wraneschitz); Wall-Johnson, Hackl-Leduc, Fischer-Peter, Artner-Lakos; Besse-Nissner-Loney, Bauer-Vause-Hartl, Archibald-Campbell-Rotter, Richter-Großlercher-Preiser
Coach: Cameron

HCB: Irving (Fazio); Robertson-Youds, Tauferer-Fournier, Plastino-Di Perna, Pietroniro; Frigo-Catenacci-Bardaro, Frank-Findlay-Miceli, Giliati-Bernard-Insam, Deluca, Pitschieler
Coach: Ireland

Tore: 1:0 Ty Loney (13.55), 2:0 Taylor Vause (32.47), 2:1 Brett Findlay (39.03), 2:2 Anthony Bardaro (59.51), 2:3 Angelo Miceli (73.11)

Best-of-7-Serie: 2:4 – HCB im Finale

Das 2. Halbfinalduell:
Klagenfurter AC – Red Bull Salzburg
Best-of-7-Serie: 4:1 – KAC im Finale


Die Finaltermine: 11., 13., 16., 18. April, eventuell 20., 23., 25. April

Autor: fop

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