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Ein Bild mit Symbolcharakter: Der HCB (hier mit Mike Halmo und Dan Catenacci) ist über die Graz 99ers gestrauchelt. © VANNA ANTONELLO

Foxes fallen zum 1. Mal seit 259 Tagen

Eine gefühlte Ewigkeit lang hat der HCB Südtirol Alperia kein Spiel mehr verloren. Die 2:3-Overtime-Niederlage gegen Graz ist die erste Pleite der Foxes in der ICE Hockey League. Als der HCB zum letzten Mal als Verlieren vom Platz ging, hieß die Liga noch EBEL und die Coronakrise schien ganz weit weg zu sein.

Es war der 31. Jänner als der HC Bozen zum letzten Mal eine Eisfläche als Verlierer verließ. Damals mussten sich die Füchse in Salzburg (1:2) geschlagen geben. Jetzt hat es Daniel Frank & Co. wieder erwischt – 259 Tage später.

Zäher Beginn in der Eiswelle
Das Match in der Bozner Eiswelle begann schleppend und kam nur schwer in Fahrt. Beide Teams gingen ein geringes Tempo und kamen so kaum zu Chancen. Nach 10 Minuten erhöhten die Foxes kurz die Schlagzahl, als Angelo Miceli genial für Simon Pitschieler auflegte. Der Abschluss des jungen Grödners aus kurzer Distanz traf aber genau Graz-Goalie Oliver Rodrigue. Nachdem Marco Insam (er bestritt sein 500. Spiel für die Foxes) noch vergeben hatte, machte es Dan Catenacci im Powerplay besser. Der Italo-Kanadier verwertete einen einstudierten Spielzug über Dustin Gazley und Anthony Bardaro zur 1:0-Führung (16.).

Nach der ersten Drittelpause verlor das Spiel zunächst weiter an Schwung, wobei sich der HCB nach einfach kassierten Strafen mehrmals in Unterzahl wiederfand. Zunächst konnten die Steirer im Powerplay nicht überzeugen, doch dann gelang Joel Broda kurz vor der letzten Pause bei Grazer Überzahl mit einem satten Schuss die Führung (38.). Führung deshalb, weil Adis Alagic kurz zuvor den Ausgleich erzielt hatte. HCB-Neuzugang Ben Youds, der am Freitagabend sein Debüt feierte, gab dabei keine gute Figur ab.
Bozen kommt zurück, schafft die Wende aber nicht
Coach Greg Ireland schien in der Kabine die richtigen Worte gewählt zu haben, denn zu Beginn des Schlussdrittels war Körpersprache und Auftreten ein anderes. So dauerte es nur 2 Minuten, ehe Miceli den schönsten Spielzug des Abends (über Brett Findlay und Anton Bernard) im Powerplay zum 2:2-Ausgleich abschloss. Doch statt die Wende herbeizuführen, schlich sich der Schlendrian ins Bozner Spiel ein. Catenacci vertändelte den Puck als letzter Mann, den anschließenden Penalty konnte Goalie Justin Fazio halten. So ging es in die Overtime, die Oliver Setzinger nach 60 Sekunden zugunsten der Grazer entschied.
HCB Südtirol Alperia – Graz 99ers 2:3 n. V.
HCB: Fazio (Irving); Robertson-Plastino, Fournier-Youds, Di Perna-Gios; Halmo-Catenacci-Bardaro, Frank-Bernard-Insam, Giliati-Findlay-Gazley; Deluca-Alberga-Miceli-Pitschieler.
Coach: Greg Ireland

Graz: Rodrigue (Nußbacher); Lindner-Dodero, Altmann-Alsing; Kirchschläger-Moderer; Egger-Pfeffer; Alagic-Setzinger-Broda; Porsberger-Cameranesi-MacKay; Grafenthin-Oleksuk-Ograjensek; Fejes-Kainz.
Coach: Doug Mason

Tore: 1:0 Catenacci (16.12), 1:1 Alagic (36.28), 1:2 Broda (37.43), 2:2 Miceli (42.05), 2:3 Setzinger (61.00)

Zuschauer: 1130
Die restlichen Spiele vom Freitag
Dornbirn – Wien 0:4
0:1 Loney (0.12), 0:2 Kittiniger (8.04), 0:3 Loney (28.08), 0:4 Wukovits (33.26)

Innsbruck – Salzburg 4:1
1:0 Herr (7.34), 1:1 Rauchenwald (12.11), 2:1 Christoffer (25.49), 3:1 Christoffer (32.38), 4:1 Ciampini (48.51)

Villach – Fehervar 3:5
1:0 Maxa (5.47), 1:1 Petan (11.34), 2:1 Collins (25.22), 2:2 Erdely (32.14), 3:2 Gill (38.24), 3:3 Hargrove (38.51), 3:4 Hari (47.41), 3:5 Erdely (59.18)

Linz – Bratislava
1:0 Kristler (12.16), 1:1 Bohunicky (22.35), 1:2 Hults (24.50), 1:3 Ahl (43.17), 1:4 Suja (45.03), 1:5 Lapsansky (47.10), 2:5 Gaffal (58.36)
Die Tabelle
SPGUVTVP
1. Graz 99ers750225:1714
2. Vienna Capitals640228:1413
3. EC Salzburg540122:1112
4. HCB Südtirol430114:810
5. HC Innsbruck730421:2710
6. Klagenfurter AC630313:139
7. Fehervar AV19630322:239
8. EHC Linz720517:236
9. Bratislava Capitals420211:165
10. Dornbirn Bulldogs620411:195
11. Villacher SV610513:263

Autor: christian.staffler

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Kommentare (1)

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Rampelotto Felix [melden]

Coach Ireland konnte gestern wieder auf fast alle von Covid-19 betroffenen Leistungsträger zurückgreifen. Die fehlende Spielpraxis dieser Akteure war jedoch augenscheinlich. Die Mannschaft aus Graz hatte spielerisch nicht viel zu bieten, das 1:1 war ein ausgesprochener Glückstreffer und der einzige "Fehler" von Fazio. Glück gehört jedoch auch zum Sport. Leider fielen die wieder gelesenen Stars Findlay und Halmo durch unnötige Strafen auf. Und in Überzahl erzielten die Grazer die Treffer 2 und 3.
Der letzte in der Overtime bereits nach 28" als Halmo noch auf der Strafbank schmorte.
Trotzdem halte ich das Potential des HCB, dem nur noch ein erfahrener Verteidiger fehlt, für ausreichend um den Titel zu holen, sollte die ICE Meisterschaft bis zum Ende gespielt werden.

17.10.2020 14:58

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