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Insgesamt sechs verschiedene HCB-Cracks trafen ins Schwarze. Mike Halmo war einer von ihnen. © V. Antonello

Krachendes Duell: Wien agiert mit Härte, Bozen mit Toren

Der HCB Südtirol Alperia hat am Donnerstagabend einen Schritt in Richtung Finale gesetzt: Den Foxes reichten 18 Torschüsse, um Wien unter einer kleinen Torlawine zu begraben. Diese reagierten mit übertriebener Härte.

Der HC Bozen hat die Vienna Capitals in Spiel 3 mit 6:3 besiegt und somit seinen Heimvorteil in dieser unheimlich umkämpften Halbfinalserie gewahrt.


Entscheidend war an diesem Abend die Bozner Kaltschnäuzigkeit, die zu drei Powerplaytoren und einem Shorthander führte. Wien dagegen schlug mit seiner körperbetonten Spielweise deutlich über die Stränge. Insbesondere Mario Fischer, der Dan Catenacci übel in den Bande beförderte und dabei eine schwere Verletzung in Kauf nahm. Fischer, da war doch was? Genau, der Wiener Kapitän hatte HCB-Topscorer Dustin Gazley im Auftaktmatch ins Bozner Lazarett befördert. Diesem gehörten neben Gazley am Donnerstag auch wieder Karl Stollery und Domenic Alberga an. Während des Spiels verletzte sich zudem Abwehrmann Matteo Pietroniro, dafür konnte Ivan Tauferer wieder mitwirken.

Die Partie am Donnerstagabend hätte sich allemal eine ausverkaufte Eiswelle verdient gehabt, denn sie bot vom ersten Puckeinwurf weg Emotionen en masse. Bereits in der dritten Minute prallte ein Schuss des Wieners William Besse an die Latte. Statt im Bozner Tor klingelte es aber wenig später auf Seiten der Wiener, als Anthony Bardaro einen Querpass völlig freistehend zum 1:0 verwertete. Danach ging es Schlag auf Schlag: Zunächst nutzte Marco Richter ein völlig falsches Stellungsspiel der Bozner Defensivachse Robertson-Youds und traf aus dem Slot zum 1:1. Keine halbe Minute später brachte Brett Findlay Bozen aber wieder in Führung, als er einem Di-Perna-Schuss die entscheidende Richtungsänderung gab. Noch vor der ersten Pause schob Mike Halmo nach einem maßgenauen Pass des heute starken Bardaro zum 3:1 ein.

Capitals lassen nicht locker
In der selben Gangart ging es im Mittelabschnitt weiter. Dieses war noch keine zwei Minuten alt, als Ty Loney HCB-Torhüter Leland Irving tunnelte und zugleich mit seinem 33. Saisontor zum Liga-Toptorjäger avancierte. Das Gegenbeispiel zum Caps-Stürmer ist Ben Youds auf Seiten der Bozner, der auch nach 42 Spielen noch immer auf sein erstes ICE-Tor wartet. In der 26. Minute war er haarscharf dran an seinem Premierentor, als sein Blueliner an den Pfosten klatschte.


Vor beiden Toren ging es über 60 Minuten ordentlich zur Sache. © Vanna Antonello

Der vierte Treffer der Südtiroler war nur aufgeschoben, denn kurz danach schnappte sich Marco Insam in Unterzahl an der Mittellinie die Scheibe, zog aus spitzem Winkel ab und Daniel Frank bugsierte den Rebound über die Linie. Noch im selben Penalty-Killing hielt Irving mit einem spektakulären Save gegen Ali Wukovits. Auf der Gegenseite wurde es dann richtig schmutzig, als Fischer Dan Catenacci mit einem Cross-Check mit voller Wucht in die Bande beförderte. Dieser prallte zwar mit dem Kopf gegen das Plexiglas und blieb lange Zeit liegen, konnte im Schlussdrittel aber wieder mitwirken. Die Schiedsrichter, denen die Partie phasenweise völlig aus den Händen glitt, schickten Fischer erst nach einem Video-Review mit einer Spieldauerstrafe vom Eis.
Fischer muss unter die Dusche
Die Gemüter sollten sich auch im Schlussabschnitt so schnell nicht beruhigen – auch weil beide Teams für permanente Torgefahr sorgten. In der 46. Minute zappelte die Scheibe schließlich im Netz: Angelo Miceli drückte sie im Nachsetzen rein. Es war Bozens dritter Powerplaytreffer. Eine beeindruckende Ausbeute, auch in Anbetracht der Tatsache, dass der HCB in den ersten beiden Spielen alle elf Überzahlsituationen ungenutzt verstreichen hatte lassen. Zwar konnte Wukovits postwendenden wieder auf 3:5 verkürzen. Doch am Bozner Sieg war nicht mehr zu rütteln, im Gegenteil: In den Schlusssekunden erhöhte Luca Frigo per Empty-Net-Treffer sogar auf 6:3.

Mit diesem wichtigen Erfolg im Rücken reist der HCB-Tross am Freitag nach Wien, wo am Samstag das vierte und womöglich vorentscheidende Duell ausgetragen wird. Im zweiten Halbfinalduell kann Klagenfurt dagegen im nächsten Spiel bereits den Sack zu machen, nachdem sie heute mit einem 6:0 gegen Salzburg den dritten Sieg einfuhren.
HCB Südtirol Alperia – Spusu Vienna Capitals 6:3
HCB: Irving (Fazio); Robertson-Youds, Pietroniro-Plastino, Fournier-Di Perna, Tauferer; Halmo-Catenacci-Bardaro, Frank-Findlay-Miceli, Frigo-Bernard-Insam, Giliati-Pitschieler-Deluca
Coach: Ireland

Caps: Starkbaum (Wraneschitz); Wall-Peter, Hackl-Johnson, Fischer-Lakos, Piff-Preiser; Bauer-Wukovitz-Archibald, Besse-Nissner-Loney, Richter-Vause-Rotter, Artner-Großlercher-Kittinger
Coach: Cameron

Tore: 1:0 Anthony Bardaro (12.02), 1:1 Marco Richter (12.41), 2:1 Brett Findlay (13.11), 3:1 Mike Halmo (19.19), 3:2 Ty Loney (21.43), 4:2 Daniel Frank (34.13), 5:2 Angelo Miceli (43.48), 5:3 Ali Wukovits (46.00), 6:3 Luca Frigo (59.40)

Stand in der Best-of-7-Serie: 2:1

Weitere Spieltermine: 3., 5. April, eventuell 7., 9. April

Das 2. Halbfinalduell:
Klagenfurter AC – Red Bull Salzburg 6:0

Tore: 1:0 Thomas Hundertpfund (3.10), 2:0 Samuel Witting (18.51), 3:0 Thomas Hundertpfund (37.00), 4:0 Nick Petersen (41.36), 5:0 Manuel Ganahl (45.13), 6:0 Nick Petersen (56.33)

Stand in der Best-of-7-Serie: 3:0



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Autor: alexander foppa

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