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Alex Egger und Co. verloren im Salzburger Volksgarten mit 5:6 n. V. © APA / EXPA/JFK

Nach Niederlage in Salzburg: Bozen mit dem Rücken zur Wand

Herber Rückschlag für den HCB Südtirol: Die Bozner verloren gegen Red Bull Salzburg in einer wahren Eishockey-Schlacht auswärts mit 5:6 nach Verlängerung und liegen in der Best-of-Seven-Serie nun mit 2:3 zurück. Damit sind die „Bullen“ nur mehr einen Sieg vom Meistertitel entfernt.

HCB-Trainer Kai Suikkanen war im Salzburger Volksgarten dazu gezwungen, die Angriffslinien leicht umzubauen. Weil Torjäger Austin Smith kurzfristig ausfiel, rückte Daniel Frank in die zweite Linie auf. Anstelle des 24-jährigen Meraners lief Viktor Schweitzer gemeinsam mit Anton Bernard und Luca Frigo im „Italiener-Block“ auf.

Bozen stark, Salzburg effizient

Obwohl Bozen sehr gut in die Partie fand, waren es die Salzburger, die in Führung gingen: Der gebürtige Südtiroler Peter Hochkofler lenkte einen Pallestrang-Abschluss entscheidend ab und traf zum 1:0. Den frühen Rückstand steckte der HCB bestens weg und war gleich wieder in der Offensive präsent. Zunächst hatte Alexander Egger bei einem Lattenschuss Pech, anschließend machte es Domenic Monardo besser: Der kanadische Flügel tankte sich in doppelter Überzahl durch, umkurvte Salzburg-Schlussmann Starkbaum und glich sehenswert aus.

Kurz nach dem Ausgleich hatte Matt Tommasoni sogar das 2:1 auf dem Schläger, doch das Torgebälk verhinderte den zweiten Bozner Treffer. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams zu Gelegenheiten kamen. Gegen Ende des Drittels bekam Salzburg leichtes Übergewicht und belohnte sich auch sofort dafür: Duncan startete mit Schwung ins Zentrum und zog ab, sein Schuss wurde mehrmals abgefälscht und kullerte über den Schlittschuh von Viktor Schweitzer ins Tor.

Offener Schlagabtausch

Im Mittelabschnitt war Salzburg zunächst das präsentere Team. Die „Bullen“ drängten Bozen häufig in die eigene Zone zurück, ohne allerdings zwingend zu werden. Etwas überraschend glich der HCB dann aus: Robin Gartner kam genau im richtigen Moment von der Strafbank zurück, lief alleine auf Starkbaum zu und blieb im Eins gegen Eins eiskalt – 2:2. In der Folge lag der Bozner Führungstreffer in der Luft, aber der starke Monardo biss sich nach schöner Sointu-Vorarbeit an Starkbaum die Zähne aus.

Kurz danach schmorten Alex Petan und Anton Bernard bzw. Salzburgs Stajnoch in der Kühlbox – im Drei gegen Vier kassierte Bozen den dritten Gegentreffer: Raymond spielte Duncan ideal frei, der den Puck etwas glücklich zum 3:2 ins Tor lenkte. Aber auch vom neuerlichen Rückstand ließ sich der HCB nicht aus der Bahn bringen und glich postwendend aus: Bozen konterte Salzburg in Unterzahl aus und traf mit Chris DeSousa, der eine Zwei-gegen-Eins-Aktion selbst abschloss, zum 3:3.

Unfassbare Schlussphase

Im Schlussabschnitt ging das muntere Hin und Her weiter. Während Salzburg das Spiel machte, setzte Bozen mit schnörkellos vorgetragenen Angriffen immer wieder Nadelstiche. Einen HCB-Gegenstoß vollendete DeSousa schließlich zum 4:3: Der Center stand vor dem Salzburger Tor goldrichtig und staubte zur erstmaligen Bozner Führung ab.

Danach warf Salzburg alles nach vorne und öffnete Bozen dadurch Möglichkeiten zum Kontern. Eine davon schloss Oleksuk beinahe zum 5:3 ab, doch der Kanadier scheiterte an der Querlatte. Kurz vor Schluss überschlugen sich im Salzburger Volksgarten dann die Ereignisse: Zunächst sahen die „Bullen“ nach einem Doppelschlag von Raymond und Harris innerhalb von nur 43 Sekunden bereits wie die sicheren Sieger aus, doch in letzter Minute schlug Bozen noch einmal zurück: Mike Halmo zog unwiderstehlich an Starkbaum vorbei und rettete den HCB mit seinem ersten Playoff-Treffer in die Verlängerung.

Harris schießt Salzburg ins Glück

In der Verlängerung, in der es Chancen auf beiden Seiten gab, hatte Salzburg schließlich das bessere Ende für sich: Nach einem Bully gelangte die Scheibe zu Harris, der das Bozner Tor umkurvte und per Bauerntrick für den „plötzlichen Tod“ des HCB sorgte.

Am Dienstag geht die Finalserie mit Spiel 6 in der Bozner Eiswelle weiter. Der HCB benötigt dabei unbedingt einen Sieg, ansonsten stehen die Mozartstädter als Meister fest. Der erste Puckeinwurf erfolgt um 20.20 Uhr.

Red Bull Salzburg – HCB Südtirol Alperia 6:5 n. V. (2:1, 1:2, 2:2, 1:0)


Bozen: Tuokkola (Jake Smith); Carlisle-Clark, Gartner-Tomassoni, Egger-Glira; Halmo-Oleksuk-Monardo, Miceli-Angelidis-Frank, Sointu-DeSousa-Petan, Schweitzer-Bernard-Frigo, Michele Marchetti.
Coach: Suikkanen

Salzburg: Starkbaum (Gracnar); Brouilette-Trattnig, Raymond-Stajnoch, Heinrich-Viveiros, Pallestrang-Winkler; Harris-Schremp-Mueller, Herburger-Duncan-Hughes, Raffl-Schiechl-Hochkofler, Cijan-Rauchenwald-Huber.
Coach: Poss

Tore: 1:0 Hochkofler (1.59), 1:1 Monardo (7.38), 2:1 Duncan (17.04), 2:2 Gartner (27.15), 3:2 Duncan (37.19), 3:3 DeSousa (38.28), 3:4 DeSousa (44.56), 4:4 Raymond (57.32), 5:4 Harris (58.15), 5:5 Halmo (59.06), 6:5 Harris (75.30)

Zuschauer: 3.400

Stand in der Best-of-seven-Serie: 3:2 für Salzburg

Autor: sn

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