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Fotoquellen: V. Antonello

Overtime | Bad Boy auf Schmusekurs, Trainerliebling im Abseits

Zwei viel gescholtene Akteure haben es in die erste Overtime des Jahres 2022 geschafft – allerdings aus komplett verschiedenen Gründen. Blüht einer in der laufenden Saison regelrecht auf, so werfen die Leistungen des anderen Fragen auf.


Der Aufsteiger
Mike Halmo (HC Bozen)

Zwei Mal wurde Mike Halmo von der SportNews-Redaktion in Vergangenheit schon zum Absteiger der Woche gekürt. Strafen, unschöne Aktionen, die ihn selbst und dem Team schadeten, sowie das nicht ausgeschöpfte Potenzial gaben Anlass dazu. Und sie stellten die Foxes-Vereinsführung im Sommer vor eine schwere Entscheidung. Verlängern oder nicht, lautete die Gretchenfrage. Dieter Knoll schenkte dem 30-Jährigen das Vertrauen – und wurde in den ersten 31 Partien dafür belohnt.

Halmo hat sein Temperament gezügelt (nur 26 Strafminuten) und fällt nicht durch Kampfeinlagen, sondern mit seiner unbestrittenen spielerischen Klasse auf. Er führt die Scorerliste der Foxes mit 27 Punkten und 14 Toren an, darüber hinaus verfügt er über die mit Abstand beste Plus-Minus-Statistik des Teams. Kurzum: Der Kanadier ist Bozens wichtigster Spieler. Ob Knoll das im letzten Sommer geahnt hat? Wohl kaum. Dennoch ist es ein Beweis, dass Spieler eine zweite Chance verdient haben.
Der Absteiger
Daniel Catenacci (HC Bozen)

Wie dicht ein feines Händchen und ein Fehleinkauf beisammen liegen, zeigt Daniel Catenacci. Der 28-Jährige mit zwölf NHL-Spielen im Gepäck ist von den Anlangen her in den Reihen des HCB wohl nur hinter Brett Findlay anzusiedeln. Schnell, technisch versiert und körperlich robust, verfügt er über alle Qualitäten, die ein Eishockeyspieler haben sollte. Doch irgendwie schafft er es nicht, diese zu entfalten.

Teilweise gewinnt man sogar den Eindruck, dass Catenacci zu viele Möglichkeit hat und nicht weiß, welche Option er in welchem Moment wählen soll. Ein Beispiel gefällig? Bei der 3:4-Niederlage in Villach kontrollierte der bullystärkste Center der Liga den Puck auf der gegnerischen blauen Linie. Anstatt abzuspielen, versuchte Catenacci ein äußerst riskantes Dribbling, das nicht gelang. Ein Konter und der 4:3-Siegtreffer des VSV war die Folge. Das ist nur eine Aktion, die den bisherigen Saisonverlauf des Kanadiers zusammenfasst.

Dabei müsste Catenacci unter Greg Ireland besonders aufblühen, gilt er doch als absoluter Lieblingsspieler des Trainer-Rückkehrers. Der kanadische Stürmer, der unter seinem Landmann auch im italienischen Nationalteam debütierte, war einer der wenigen Transferkartenspieler, die Ireland in Vergangenheit auch in schwierigen Zeiten treu zur Seite standen. Fest steht: Die Hoffnung des HCB, dass Catenacci eine ähnliche Entwicklung wie Halmo nimmt, hat sich (noch) nicht in die Tat umgesetzt.

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