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Fünf Mal musste HCB-Goalie Leland Irving hinter sich greifen, dann machte er für Jake Smith Platz. © V. Antonello

Pilsen zeigt dem HCB die Grenzen auf

Das Champions-League-Abenteuer des HCB Südtirol Alperia steht unmittelbar vor dem Ende: Der HC Pilsen spielte mit dem aufopferungsvoll kämpfenden EBEL-Meister im Achtelfinal-Hinspiel Katz und Maus und servierte ihn vor knapp 5.000 Zuschauern mit 6:1ab.

Bereits nach dem ersten Drittel dürfte so manch einem Bozner Crack der Kopf gebrummt haben. Wie ein Wirbelsturm brach der HC Pilsen über die Eiswelle herein und spielte die Hausherren regelrecht an die Wand. Nach nur sieben Spielminuten führte der tschechische Meister von 2013 mit 2:0, wobei der zweite Treffer sinnbildlich für das gesamte Spiel war: Stefano Marchetti wurde an der blauen Linie unter Druck gesetzt, verlor die Scheibe und Miroslav Indrak schloss nur Sekundenbruchteile später trocken ab. Kurz zuvor hatte Conor Allen die Böhmen bereits mit 1:0 in Führung gebracht.

Petan sorgt nur kurz für Spannung

Lediglich zu Beginn des zweiten Spielabschnitts war richtig Feuer in der Partie. Nämlich als der quirlige Alex Petan plötzlich im Slot freistand und zum 1:2 vollstreckte – prompt kochte die Eiswelle! Unmittelbar nach dem Anschlusstreffer setzte Daniel Frank einen Schuss nur haarscharf neben das Gäste-Tor.

© V. Antonello

4.850 Zuschauer sorgten für eine würdige Champions-League-Kulisse in der Eiswelle.

Ausgerechnet jetzt, als die Foxes auf und dran waren den Spieß zu drehen, schlug Pilsen neuerlich eiskalt zu. Denis Kindl ließ die halbe HCB-Abwehr aussteigen und spielte Miroslav Indrak frei, der nur mehr abstauben musste. Danach hatte Bozen zwar nochmal die Chance, ins Spiel zurückzukommen, doch vereitelte Pilsen-Goalie Dmitri Milchakov Marco Insams Großchance mit einem Wahnsinns-Save. Zu diesem Zeitpunkt agierte der EBEL-Meister im doppelten Powerplay. Nachdem dieses torlos verstrichen war, machten die Tschechen auf der Gegenseite mit dem munteren Scheibenschießen weiter: Bozens Schlussmann Leland Irving wurde zunächst von Milan Gulas am kurzen Eck überrascht, Minuten später umkurvte ihn Dreifachtorschütze Indrak – und schon stand es 5:1.

Frank lässt die Fäuste sprechen

Mit Beginn des letzten Drittels machte Irving im Bozner Kasten für Backup Jake Smith Platz. Dieser durfte sich zunächst mit mehreren Glanzparaden auszeichnen, ehe Petr Straka auch ihm erstmals und letztmals das Nachsehen gab. Danach plätscherte die Partie vor sich hin, bis Frank die Zuschauer von den Sitzen riss. Nicht etwa mit dem zweiten Bozner Treffer, sondern weil er Allen zum Boxkampf herausforderte und so nochmal kurzzeitig Würze in die Partie brachte. Danach verhinderten die Foxes eine noch höhere Niederlage.

Stehende Ovationen für die Verlierer

Für ihren aufopferungsvollen Auftritt ernteten die HCB-Cracks nach Spielende minutenlangen Applaus von den Rängen, denn wohl jedem der 4.850 Zuschauer war offenbar klar: Gegen diesen HC Pilsen war heute einfach kein Kraut gewachsen.

Das Rückspiel steigt in zwei Wochen in Tschechien. Dann braucht der HC Bozen allerdings ein Wunder – sprich ein Sieg mit sechs Toren Differenz – um noch ins Viertelfinale aufzusteigen.

HCB Südtirol Alperia – HC Škoda Pilsen 1:6 (0:2, 1:3, 0:1)

Bozen: Irving (Smith); MacKenzie-Rowley, Campbell-Geiger, Marchetti-Nordlund, Glira; Blunden-Findlay-Catenacci, Insam-Crescenzi-Miceli, Petan-Kuparinen-Frigo, Frank-Bernard-Deluca, Schweitzer
Coach: Suikkanen

Pilsen: Milchakov (Frodl); Jones-Kindl, Kanak-Allen, Pulpan-Ceresnak; Gulas-Kracik-Straka, Nemec-Nedorost-Kindl, Kratena-Preisinger-Stach, Eberle-Kodytek-Indrak
Coach: Cihak

Tore: 0:1 Conor Allen (4.28), 0:2 Miroslav Indrak (6.52), 1:2 Alex Petan (22.41), 1:3 Miroslav Indrak (25.08), 1:4 Milan Gulas (32.03), 1:5 Miroslav Indrak (38.49), 1:6 Petr Straka (49.22)

Zuschauer: 4.850

Rückspiel: 20. November (17 Uhr)

Autor: alexander foppa

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