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Pustertal und Olimpija duelieren sich in der AlpsHL. In der nächsten Saison spielen beide Klubs in der ICE.

Pustertal, Ljubljana & Znojmo: Die neuen ICE-Klubs im Detail

Seit Mittwoch steht fest, dass die ICE Hockey League von elf auf 14 Klubs aufgestockt wird. Das große Los haben die Rückkehrer Orli Znojmo und Olimpija Ljubljana, sowie der HC Pustertal getroffen. SportNews stellt die drei Vereine genauer vor.

14 Mannschaften und sechs Länder von Italien bis in die Slowakei: Damit macht die International Central European Hockey League (kurz ICE) ihrem Namen alle Ehre. Ab der Saison 2021/2022 wird mit dem HC Pustertal auch eine zweite Südtiroler Mannschaften in der ICE, die unter österreichischer Flagge ausgetragen wird, spielen.


Kein Wunder also, dass die österreichischen Vereine am prominentesten vertreten sind. Bis auf Niederösterreich und das Burgenland stellen alle Bundesländer der Alpenrepublik einen Verein – Kärnten und Vorarlberg sogar zwei. Auch Südtirol ist ab dem Herbst mit zwei Mannschaften vertreten, wodurch Italien die einzige ausländische Nation ist, die mehr als einen Vertreter stellt. Neben dem HC Pustertal wurden auch Znojmo und Ljubljana neu aufgenommen. Ebenfalls beworben hatte sich Feldkirch, doch die Vorarlberger gingen leer aus.

HK Olimpija
Der Verein aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana war der Wunschkandidat der ICE-Liga-Vorstände. Die Vorzüge liegen auf der Hand: Ein Hauptstadt-Klub, viel Tradition, ein neues Land in der Liga und ein Verein mit Ambitionen. Wobei das mit den Ambitionen den Slowenen bereits einmal zum Verhängnis geworden ist. 2017 übernahm sich Olimpija Ljubljana, musste Konkurs anmelden und schied aus der damaligen EBEL aus. Der Nachfolgeverein wurde aus der Jugendabteilung gegründet und heißt offiziell nur HK Olimpija – ohne den Namen der Stadt.

Gespielt wird in Ljubljana (die Stadt hat 280.000 Einwohner und ist damit die größte in Slowenien) in der Hala Tivoli, die bei Vollbesetzung rund 5000 Zuschauern Platz bietet. Als einflussreichster Mann bei Olimpija gilt Präsident Miha Butara, der auch eine gewichtige Funktion bei der slowenischen Staatseisenbahn bekleidet. In den letzten Jahren waren die Hauptstädter in der AlpsHL aktiv, wobei man sich 2019 den Meistertitel sichern konnte.
HC Orli Znojmo
Nach einem kurzen Intermezzo in der 3. Liga in Tschechien (die Saison wurde nach nur fünf Spielen abgebrochen) ist Znojmo zurück in der ICE. Vor einem Jahr gaben die Südmähren in Abschied bekannt, jetzt kehrt der Verein zurück. Im Gegensatz zu Ljubljana und Pustertal müssen die Tschechen nicht die vollen 150.000 Euro berappen, die Neuankömmlinge in der ICE normalerweise bezahlen müssen.

Bozen gegen Znojmo im Jahr 2014: Damals hieß die Liga noch EBEL. © Max Pattis

Znojmo hat gute Strukturen, die 33.000-Einwohner-Stadt liegt gleich hinter der österreichischen Grenze. In der Vergangenheit ist der Verein immer wieder aufgefallen, mal positiv (Playoff-Teilnahmen, gute Zuschauerzahlen) und mal negativ (der Präsident gilt als Heißsporn und ist bei Schiedsrichtern gefürchtet). Fakt ist: Znojmo gehört fast schon zum Liga-Inventar. 2011 trat der Klub der EBEL bei, jetzt wird das Zimni-Stadion auch ICE-Spiele beherbergen.
HC Pustertal
Die Wölfe sind der einzige echte Neuling in der Liga. Zudem ist Bruneck (rund 18.000 Einwohner) der kleinste aller ICE-Standorte. Dafür wird der HC Pustertal in einem der modernsten, wenn auch eher kleinem, Stadion seine Heimspiele austragen. Geografisch werden sich vor allem die Kärntner Klubs freuen, denn Bruneck liegt doch recht nahe zu Villach und Klagenfurt. Der große Pluspunkt für die Südtiroler Fans: Das ICE-Derby mit dem HC Bozen.

Was den österreichischen Klubs wie ein Dorn im Auge liegt (seltsamerweise kam die Thematik erst heuer so richtig auf), ist der Doppelstaatsbürger-Vorteil der Klubs aus Italien. So hat der HC Bozen heuer eine ganze Reihe an Italos im Kader, die durch ihre Doppelpässe nur wenige Punkte einnehmen. Gut möglich, dass die Liga dem Treiben ein Ende setzt und eine „Doppelstaatsbürger-Beschränkung“ bringt. So oder so: Der HC Pustertal ist für die die traditionsreichen ICE-Klubs komplettes Neuland. Wien, Salzburg oder Linz haben bisher maximal die Zweitvertretungen nach Bruneck geschickt. Das wird sich ab dem Herbst ändern.

Autor: cst

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