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Stand heute hat beim HCB noch kein Spieler ein gültiges Arbeitspapier. Im Bild eine Szene aus dem heurigen EBEL-Viertelfinale zwischen Bozen und Znojmo. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Transfermarkt: Folgt auf Corona die Spielerflut aus Übersee?

In der neuen ICE Hockey League gilt noch bis kommenden Mittwoch ein Transferstopp, doch hinter verschlossenen Türen geht es bereits jetzt heiß her. Gehaltskürzungen und eine mögliche Überschwemmung des Spielermarktes in Nordamerika bestimmen die Kaderplanungen.

Was in der DEL bereits seit Monaten heiß diskutiert wird, ist nun auch in der ICE das vorherrschende Thema: Corona-bedingte Gehaltskürzungen. Auch in der länderübergreifenden Liga sollen Spieler auf bis zu 30 Prozent ihres Einkommens verzichten, wenngleich hier eine Staffelung der Einschnitte je nach höhe des Gehalts im Raum steht. Spieler mit mittleren Bezügen, also all jene, die mehr als 20.000 Euro netto pro Saison kassieren, müssen beispielsweise wohl mit Einbußen von rund 20 Prozent rechnen. Je höher das Gehalt, desto höher der Prozentsatz, so die Grundidee.

Gehaltskürzungen betreffen HCB nur indirekt
Wie auch immer die Verhandlungen am Ende ausgehen werden, die Spieler des HC Bozen dürfte dies nur am Rande interessieren. Die festgeschriebenen Gehaltskürzungen betreffen nämlich nur bestehende Verträge, allerdings besitzt beim HCB – stand heute – noch kein Spieler ein laufend gültiges Arbeitspapier. Die weiß-roten Cracks müssen ihr Gehalt mit den Foxes ohnehin neu verhandeln – sofern kein mündliches Abkommen besteht.

Von Vereinsseite aus dürften nicht nur die Gespräche mit den letztjährigen Kaderspielern spannend werden, sondern auch jene mit potenziellen Neuverpflichtungen aus Nordamerika. Dort droht zum einen der neuen NHL-Saison eine mehrmonatige Verschiebung, aber auch der Ligastart in der American Hockey League (AHL) und der East Cost Hockey League (ECHL) wird wohl nach hinten verlegt. Beide Meisterschaften, deren Klubs durch Corona teilweise ohnehin in finanzielle Bedrängnis geraten sind, könnten ihre Spielzeit 2020/2021 womöglich sogar erst Ende Dezember oder Anfang Januar starten. Viele Spieler werden also versuchen, die Zeit in Europa zu überbrücken oder gar für eine gesamte Saison über den großen Teich ziehen.
Was passiert in der AHL und der ECHL?
Bei der AHL und der ECHL handelt es sich um jene zwei Wettbewerbe, aus denen die europäischen Eishockeyklubs seit Jahren vorwiegend ihre Transferkartenspieler fischen. Darunter sind auch die Vereine der ICE und der AlpsHL, aber auch jene aus Skandinavien und Osteuropa. Abzuwarten ist dagegen, inwieweit sich die deutschen Klubs an den Wühltisch mit den preiswertesten und zugleich qualitativ besten Übersee-Importen begeben werden. Die DEL hat am Donnerstag bekanntgeben, dass die Saison frühestens im November beginnt.

Vieles hängt in der Eishockeywelt dieser Tage noch in der Schwebe, Prognosen zur Entwicklung in den kommenden Wochen sind nur wage. Deshalb sind nicht nur Vereinsfunktionäre, sondern auch Berater und Spieler von Ungewissheit getrieben. Fest steht jedoch schon jetzt: Es wird keine gewöhnliche Transfersession – auch weil so viele Spieler aus Nordamerika am Markt sind, wie nie zuvor. Wer am Ende das glückliche Händchen hat, ob bei Neuverpflichtungen eine Abwartetaktik oder ein schnelles Zuschnappen zielführender ist, wird sich die nächsten Monate zeigen.



Autor: fop

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