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Leland Irving, Stammgoalie des HCB. © Vanna Antonello (2)

Tumor & NHL: Die bewegende Story von Leland Irving

Beim HCB Südtirol Alperia ist zurzeit der Wurm drin. Wenn aber ein Spieler beständig Leistung abliefert, dann ist das Leland Irving. Der kanadische Goalie ist einer, wenn nicht der beste Schlussmann der Liga. Die Karriere des dreifachen Familienvaters ist besonders – auch, weil er als Kind von einer heimtückischen Krankheit befallen wurde und sogar um sein Leben bangen musste.

„Iiiirving, Iiiirving, Iiiirving“, hallt es nach Heimsiegen des HCB regelmäßig durch die Eiswelle. Die Fans des HCB, sie feiern und lieben ihren Goalie. Zum einen, weil er die Zuschauer auf den Rängen immer wieder mit spektakulären Saves von den Sitzen reißt. Zum anderen, weil er längst eine riesige Stütze im HCB-Kader ist, wie auch eine Fangquote von 92 Prozent in der laufenden Saison beweist. „Zu Beginn der Meisterschaft“, analysiert Irving, „ist’s noch nicht so rund gelaufen, auch nicht für mich. Ich hatte da noch mit den Folgen einer Knieverletzung zu kämpfen. Jetzt passt es aber wieder, auch mit dem Knie.“

Kanada, Russland, Finnland und die NHL
Dass sich Irving in Südtirol wohlfühlt, ist offensichtlich. Das konnte man heuer auch im März bestens sehen. Die Meisterschaft des HCB war im Viertelfinale gerade erst zu Ende gegangen, da wurde der Vertrag mit dem Goalie schon verlängert – bei den Foxes, die sich für die Kaderplanungen normalerweise sehr lange Zeit lassen, eine Rarität. „Meiner Familie“, so der sympathische Kanadier, der mit seiner Frau und den 3 Töchtern in Girlan wohnt, „gefällt es hier, ich liebe die Berge, das Essen, den Wein, die Menschen. Es passt hier einfach.“

„Hier in Europa träumt jeder Junge davon, einmal Fußballstar zu werden. In Kanada will dagegen jeder einmal in der NHL spielen.“
Leland Irving

Wenn solche Worte aus dem Mund eines Leland Irving kommen, will das etwas heißen. Der 31-Jährige ist in seiner Karriere nämlich schon viel herumgekommen. In der AHL hat er bei verschiedenen Klubs in den USA und Kanada gespielt, im Westen Russlands streifte er sich das Dress von KHL-Verein Salavat Yulaev Ufa über und im finnischen Süden hütete er das Tor von KooKoo und Jokerit.

Irving (rechts) absolvierte 13 Spiele in der NHL. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Derek Leung


Den Höhepunkt seiner Laufbahn erlebte Irving aber zwischen 2011 und 2013 im Südwesten Kanadas, als er für die Calgary Flames 13 Spiele in der NHL absolvierte. „Hier in Europa träumt jeder Junge davon, einmal Fußballstar zu werden. In Kanada will dagegen jeder einmal in der NHL spielen. Ich bin unendlich dankbar, dass ich diesen Traum leben durfte. Das war die beste Zeit meines Lebens“, schwärmt der Kanadier heute noch davon.
Die Schockdiagnose mit 7 Jahren
Dass Irving seinen Traum vom Eishockey-Profi leben durfte und darf, ist jedoch keinesfalls selbstverständlich. Der Kanadier war 7 Jahre jung, da bekam er eine Schockdiagnose ausgestellt. „Die Ärzte sagten, dass ich Rhabdomyosarkom habe. Das ist ein höchst bösartiger und sehr seltener Tumor. Wenn das die Ärzte nicht früh genug erkannt hätten, hätte es schlimm ausgehen können“, so Irving.

2006 wurde Irving im Alter von 18 Jahren von den Calgary Flames gedraftet. © Getty Images North America / Harry How


„Für meine Eltern war es damals eine sehr schwierige Zeit. Ich war dagegen noch zu jung, um das alles zu realisieren. Ich habe damals einfach meine Medizin genommen und mir ging’s besser.“ Trotzdem musste der junge Irving einiges durchmachen. „Ich habe 13 Monate lang Chemotherapie gemacht. Danach war der Krebs zum Glück besiegt und ist auch nicht wiedergekommen. Trotzdem: Meine älteste Tochter ist 7 Jahre alt, wenn ich als Elternteil das jetzt durchmachen müsste, wäre das schon brutal.“
Eishockey als Therapie
Das Eishockey hat Irving in dieser Zeit sehr geholfen. Mehr noch: Es war sozusagen seine ganz spezielle Therapie. „Ich habe während meiner Krankheit nur ein einziges Training und Spiel versäumt. Sonst habe ich immer Eishockey gespielt. Und wenn ich mal nicht auf dem Eis war, dann haben wir im Hof Hockey gespielt. Das hat mir das Gefühl gegeben, dass ich trotz Krankheit eigentlich ein ganz normales Kind war“, erzählt der Torhüter.

Irving liefert beim HCB konstant Leistung ab.


Einige Jahre nach der Krankheit wurde Irving schließlich gedraftet und seine Karriere nahm ihren Lauf. Warum es ihn aber zum HC Bozen gezogen hat? „Alex Petan (Ex-HCB-Crack, Anm. d. Red.) ist ein guter Freund von mir. Ich habe ihn auf den sozialen Netzwerken verfolgt und fand die Fotos immer super. Wir haben auch geschrieben, und als sich dann die Möglichkeit ergab, nach Bozen zu kommen, wollte ich es mit meiner Familie probieren.“ Ein Experiment, das sich ausgezahlt hat – sowohl für Irving, als auch für den HC Bozen.

Autor: thomas debelyak

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