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Verkehrte Welt in der Eiswelle: Bozen führte lange, doch am Ende jubelte Fehervar. © Alle Fotos: V. Antonello

Wieder Führung verspielt: Krisengespenst lässt HCB erstarren

Ähnlich wie zuletzt in Wien ließ der HCB Südtirol Alperia auch zuhause gegen Fehervar lange Zeit einen leichten Aufwärtstrend erkennen, fiel am Ende aber in alte Verhaltensmuster zurück. Aus einer 3:0-Führung wurde am Ende eine 3:4-Overtime-Pleite. Wie bitter!

Es scheint im Augenblick wie verhext für den HC Bozen. Die Foxes agierten gegen die bis dato auswärtsschwachen Ungarn zwar bemüht, doch schlichen sich immer wieder haarsträubende Fehler ein. Diese wiederkehrenden Unaufmerksamkeiten und das mittlerweile abhandengekommene Selbstvertrauen sorgten dafür, dass der amtierende Meister den nächsten sicher geglaubten Sieg aus der Hand gab und sich schließlich mit einem Punkt zufrieden geben musste.

Mike Blunden und die erste Bozner Sturmlinie legte einen Blitzstart hin.

Dabei begann die Partie ganz nach dem Geschmack der nur 2.100 Zuschauer in der Eiswelle: Mike Blunden ließ in der ersten Minute einen Querpass von Dan Catenacci passiere und Brett Findlay staubte zum 1:0 ab. Zehn Minuten später war es Blunden selbst, der mit seinem 13. Saisontor auf 2:0 erhöhte. Eigentlich war Fehervar im ersten Drittel das bessere, kombinationsstärkere Team, doch Bozen agierte kaltschnäuziger und machte in den entscheidenden Momenten die Tore.

Genau so ging es im zweiten Drittel weiter, das gleich begann wie das erste: Mit einem frühen Treffer der Foxes. Nachdem Gäste-Goalie MacMillan Carruth einen Kuparinen-Schuss nur abrallen lassen konnte, verwertete Alex Petan trocken zum 3:0. In der Folge agierte der HCB in der Defensiv viel sicherer und hielt den Puck von Goalie Leland Irving fern. Dieser musste im ersten Drittel noch reihenweise seine Klasse unter Beweis stellen. In der 34. Minute war der Kanadier allerdings machtlos, als ihm der am zweiten Pfosten sträflich alleingelassene Janos Hari erstmals das Nachsehen gab.

Foxes brechen wieder total ein

Nach dem Fehervar-Treffer in der 34. Minute geschah lange nichts. Die einzige hochkarätige Möglichkeit ließ Marco Insam ungenutzt. Erst vier Minuten vor Schluss schlug die Hartgummischeibe wieder im Tor ein – allerdings in jenem der Bozner. Csanad Erdely hielt nach einem Schuss von Harri Tikkanen den Schläger hin und ließ Irving dadurch keine Abwehrchance. Es war der Anfang des Unheils für den HC Bozen. Denn die Osteuropäer warfen nun mit einem Feldspieler mehr am Eis alles in die Waagschale und kamen anderthalb Minuten vor Schluss zum Ausgleich. Harri bezwang Irving nach einem gewonnenen Bully mit einem Schuss zwischen die Beinschoner. Beide Teams mussten in Overtime. Diese war noch keine Minute alt, als der aufgerückte Bence Stipsicz zum 4:3 traf und Fehervar somit den Zusatzpunkt sicherte. Dieser herben Enttäuschung zum trotz gab es nach der Schlusssirene nur vereinzelte Pfiffe vom Bozner Anhang zu vernehmen.

Jetzt wartet Tabellennachbar Linz

Dabei wird es für den HC Bozen in den nächsten Tagen keinesfalls leichter. Am Sonntag (17.30 Uhr) geht es zum Tabellensechsten Linz. Das traditionell hitzig geführte Duell mit den Black Wings, dürfte alles andere als ein Honigschlecken werden – doch eignet es sich gerade deshalb bestens zur Wiedergutmachung für die Foxes.

HCB Südtirol Alperia – Fehervar AV 3:4 n.V. (2:0, 1:1, 0:2, 0:1)

HCB: Irving (Smith); Nordlund-Rowley, Geiger-Campbell, Glira-Marchetti; Catenacci-Findlay-Blunden, Frigo-Kuparinen-Petan, Miceli-Crescenzi-Insam, Schweitzer-Bernard-Frank, Deluca, Carozza
Coach: Suikkanen

FAV: Carruth (Kornakker); Harty-Daniel Szabo, Caruso-Meland, Stipsicz-Tikkanen, Glenn-Krisztian Szabo; Sille-Hari-Kuralt, Sarpatki-Koskiranta-Erdely, Koger-Sarauer-Phillips, Reisz, Szita
Coach: Järvenpää

Tore: 1:0 Brett Findlay (1.02), 2:0 Mike Blunden (12.13), 3:0 Alex Petan (21.06), 3:1 Janos Hari (33.45), 3:2 Csanad Erdely (55.29), 3:3 Janos Harri (58.37), 3:4 Bence Stipsicz (60.51)

Zuschauer: 2.120

Die weiteren Ergebnisse vom Freitag
Znojmo – Dornbirn 4:5
Tore: 0:1 Parks (6.50), 0:2 Trotter (11.29), 1:2 Parkkonen (12.24), 1:3 O'Donnel (12.55), 2:3 Kalus (31.37), 3:3 Spacek (34.07), 3:4 O'DonnelL (38.09), 4:4 Kalus (52.45), 4:5 O'Donnell (54.56)
Zuschauer: 2.369

Graz 99ers – Vienna Capitals 4:2
Tore: 1:0 Weihager (8.49), 2:0 Yellow Horn (28.40), 3:0 Weihager (40.23), 3:1 Großlercher (42.19), 3:2 Wall (48.31)
Zuschauer: 3.477

Klagenfurter AC – Red Bull Salzburg 2:4
Tore: 1:0 Petersen (3.31), 1:1 Raffl (12.12), 1:2 Harris (31.50), 2:2 Kozek (33.32), 2:3 Hughes (37.06), 2:4 Van de Velde (39.31)
Zuschauer: 3.953

TWK Innsbruck – Villacher SV 7:3
Tore: 0:1 Brunner (1.04), 1:1 Lamoureux (10.24), 2:1 Clark (13.05), 3:1 Yogan (16.50), 4:1 Sedivy (20.24), 5:1 Yogan (36.05), 6:1 Clark (41.33), 7:1 Spurgeon (51.20), 7:2 Goumas (57.39), 7:3 Spannring (57.55)
Zuschauer: 2.200
Die Tabelle
SPGUVTVP
1. Graz 99ers24170790:6248
2. Klagenfurter AC23150871:5046
3. Vienna Capitals24150974:6844
4. EC Salzburg23140995:6542
5. HCB Südtirol241401066:5842
6. EHC Linz241301173:6641
7. HC Innsbruck241201292:9134
8. Fehervar241101374:9031
9. Orli Znojmo23901468:8130
10. Dornbirner EC24901568:7629
11. KHL Zagreb21601549:7820
12. Villacher SV24601856:9116


Autor: alexander foppa

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Kommentare (2)

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Alexander Foppa [melden]

Hallo,
meine Einschätzung zur Zuschauerzahl ist keine subjektive, sondern beruht auf folgende Zahlen: Zum einen ist der offizielle Wert von 2.120 Zuschauern der niedrigste aller HCB-Heimspiele in dieser Saison, zum anderen waren am Freitagabend in allen anderen EBEL-Stadien mehr Fans live dabei. Ich hoffe, Ihre Neugierde mit dieser Erklärung gestillt zu haben.
Lieben Gruß aus der SportNews-Redaktion,
Alexander Foppa

01.12.2018 19:36

Stefan Klotz [melden]

Hallo Alexander, warum ist Dir 2.100 Zuschauer in der Eiswelle am 30. November gegen Fehervar ein "nur" wert? Welche Zahlen nimmst Du für Deinen Vergleich? Oder ist das eine subjektive Einschätzung, weil Du Dir mehr erwartest hättest? Nur aus Neugierde... Rest vom Artikel kann ich zustimmen. beste Grüße

01.12.2018 16:20

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