h Eishockey

Andreas Bernard steht seit 2015 bei Porin Ässät unter Vertrag Im Nationalteam ist der Kalterer seit Jahren eine feste Größe

Finnland, Marco Insam & mehr: Andreas Bernard im Interview

Schon seit mehreren Jahren lebt Eishockey-Nationaltorwart und Finnland-Legionär Andreas Bernard seinen sportlichen Traum. Der 27-jährige Kalterer hat sich in der ersten finnischen Liga längst einen Stammplatz erspielt – und will seine sportliche Karriere noch so lange wie möglich im Ausland fortsetzen.

In den trainingsfreien Sommermonaten kehrt Bernard aber stets gernenach Kaltern zurück. „Die Arbeit in der Landwirtschaft erledigt sich ja schließlich nicht von alleine“, schmunzelt er. Der Torhüter hat trotz seiner mittlerweile achtjährigen Karriere im hohen Norden nach wie vor eine starke Verbindung zu seiner Heimat. „Ich genieße die Zeit in Südtirol, aber fühle mich auch in Finnland richtig wohl“, sagt Bernard, der in Kürze seine dritte Saison bei Erstligist Porin Ässät in Angriff nimmt. SportNews traf den Kaltererzum Interview und sprach mit ihm über...

… seinen Transfer und sportlichen Weg in Finnland: „Nach Finnland bin ich im Mai2009 gekommen. Jari Helle war zu dieser Zeit Trainer in Bozen und fungierte sozusagen als meinVermittler. Ich absolvierte ein Probetraining beim Klub SaiPa und erhielt gleich darauf einen Vertrag – diese Chance habe ich natürlich genutzt. Alleine in einem neuen Land zurechtzukommen, war anfangs schon etwas schwierig. Im Laufe der Zeithabe ich mich aber bestens eingelebt, auch sportlich läuft es richtig gut.“

… Marco Insams Wechsel zu Porin Ässät: „Da hatte ich meine Finger etwasim Spiel. Ich habe meinem Torhütertrainer (der gleichzeitig auch Torhütertrainer der italienischen Nationalmannschaft ist, Anm. d. Red.) vor der Olympia-Qualifikation im vergangenen September empfohlen, Marco zu beobachten. Marco blieb dann auch während der heurigen Weltmeisterschaft in seinem Fokus – nach der WM wurde die ganze Sache schließlich konkret und ein Angebot kam zustande. Bei uns in Pori kann Marco mit seinem harten Schuss und seinen Stärken im Powerplay ein wichtiger Spieler werden. Dass es in der finnischen Liga keine Ausländerregelung mehr gibt, kommt ihm zusätzlich entgegen. Ich bin mir sicher, dass sich Marco bei uns durchsetzt, deshalb habe ich ihm auch gesagt, dass der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel der jetzige ist.“

… die italienische Nationalmannschaft: „Den Weg, den Stefan Mair eingeschlagen hat, befürworte ich sehr. Wir sind jetzt eine junge Truppe, die bestens miteinander auskommt und auch abseits des Eises viel Spaß hat. Was wir in den nächsten Jahren sportlich erreichen können, wird sich noch zeigen. Falls Italos in die Nationalmannschaft einberufen werden, sollten diese auch so stark sein, dass sie dem Team einen Qualitätssprung verleihen. Früher war es nämlich manchmal so, dass sich durch die Italos innerhalb der Mannschaft eigene Gruppen bildeten – das ist für die Leistung auf dem Eis nicht förderlich.“

… junge einheimische Talente: „In Italien haben wir das Problem, dass der Eishockeysport nicht professionell strukturiert ist. Oft ist nicht einmal klar, ob die Liga, in der man jetzt spielt, auch im nächsten Jahr noch existiert. Wenn ein Nachwuchsspieler das Potenzial hat, auf internationalem Niveau zu spielen, sollte man ihm die Chance dazu geben, sich dort zu beweisen. Die Alps Hockey League ist meiner Meinung nach nicht die richtige Liga, um sich bestmöglich weiterzuentwickeln. Das sieht man auch in der Nationalmannschaft: Der Sprung von der AHL auf das internationale Niveau ist zu hoch – eine einwöchige Vorbereitung im Kreise des Nationalteams reicht da nicht aus.“

… seinen Bruder Anton und den HCB Südtirol: „Mit meinem Bruder Anton tausche ich mich regelmäßig aus, auch den HC Bozen habe ich immer im Auge. Die Bozner Mannschaft scheint in diesem Jahr extrem stark zu sein, man darf sich als Fan einiges erwarten.“

… seine weitere Karriere und eine eventuelle Rückkehr nach Südtirol: „Ich will noch so lange wie möglich im Ausland spielen. Mein Vertrag bei Porin Ässät läuft bis 2019 – aber für einen Wechsel in ein anderes Land bin ich immer offen. Sollte ein Verein aus Nordamerika, Russland, Schweden oder der Schweiz anklopfen, würde ich sicherlich schwach werden. Eine sportliche Zukunft in Südtirol kann ich mir zurzeit nicht vorstellen, aber möglicherweise lasse ich meine Karriere in der Heimat ausklingen. Wenn ich nicht mehr aktiv bin, kehre ich gerne nach Südtirol zurück – so weit denke ich zurzeit jedoch noch nicht.“


Autor: sportnews

Kommentare ( ... )

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2018 Sportnews - IT00853870210