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Für Ingemar Gruber und den HC Meran ist die Saison beendet. © Facebook

Ingemar Gruber über Saisonende: „Der Schock war groß“

Der italienische Eissportverband (FISG) hat als Maßnahme gegen das Coronavirus die Spielzeit in der Italian Hockey League mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt. Damit gibt es heuer auch keinen Meister. Dies ist besonders für den HC Meran bitter, wie Verteidiger Ingemar Gruber im Gespräch mit SportNews erklärte.

Die Passerstädter haben den Grunddurchgang und die Zwischenrunde auf Platz 1 beendet und galten als Titelkandidat Nummer 1. „Der Schock war groß. Der Verein hat eine starke Mannschaft aufgebaut, um die Meisterschaft zu gewinnen. Über den finanziellen Schaden brauchen wir gar nicht zu sprechen, denn bei gewissen Playoff-Spielen wäre die Eishalle in Meran sicherlich voll gewesen. Doch man muss diese Entscheidung respektieren. Wenn es der Gesundheit der Bevölkerung hilft, bin ich der Erste, der sich zuhause einsperrt“, sagt Gruber.

Immerhin blieb der HC Meran heuer nicht titellos, schließlich holten Gruber & Co. im Jänner erstmals den Italienpokal in die Kurstadt: „Im Nachhinein ist dieser Titel wie eine Bestätigung für unsere Arbeit und ein kleiner Trost für uns.“

Gruber selbst stand in dieser Saison bei allen Partien der Adler auf dem Eis, nachdem er erst im Vorjahr in den Playoffs aus dem Eishockey-Ruhestand zurückgekehrt war. Der Defensivmann, der in seiner Karriere 2 Mal die Serie-A-Trophäe (1999 mit Meran, 2014 mit Ritten) in den Himmel stemmte, sammelte in 33 Spielen 18 Scorerpunkte (3 Tore und 15 Assists) – und dies im „zarten“ Alter von 42 Jahren.

„Kann immer noch mithalten“
Gruber, der mit seinem mobilen Pizzaservice beruflich viel unterwegs ist, zeigt sich sehr zufrieden mit seiner Saison: „Ich habe gesehen, dass ich immer noch mithalten kann. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich in jungen Jahren sehr professionell gelebt habe. Ich habe wenig Alkohol konsumiert und auch in den Sommerpausen immer 2 Mal am Tag trainiert. Auch bei meiner Frau muss ich mich für ihr gesundes Essen bedanken. Ohne sie hätte ich das Nutella-Glas wahrscheinlich öfter in der Hand gehabt.“

Wie es nun für den HC Meran weitergeht, ist – wie bei so vielen anderen heimischen Eishockeyklubs – unklar. Eigentlich strebte der HCM nach der Saison einen Wechsel in die länderübergreifende Alps Hockey League an. Doch mit den fehlenden Playoff-Einnahmen dürfte dieses Vorhaben – laut Gruber – nun schwer zu realisieren sein.
„Es bräuchte wieder eine starke Serie A“
Ingemar Gruber

Gruber sieht die „Coronakrise“ jedoch auch als Chance für das heimische Eishockey: „Vielleicht wäre es an der Zeit, dass sich die Klubs wieder einmal zusammensitzen und über das Ligensystem diskutieren. Es bräuchte jedenfalls wieder eine starke Serie A.“ In diesem Zusammenhang stellte Gruber jedoch klar, dass ein finanziell starker Verein, wie der HC Bozen, weiterhin in der EBEL spielen sollte.

Autor: dl

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