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Mike Babcock muss sich mit schweren Anschuldigungen konfrontieren. © APA/getty / BRUCE BENNETT

Ex-NHL-Star wettert: „Schlimmste Person, der ich begegnet bin“

Skandale um aktive und ehemalige NHL-Trainer nehmen nicht ab: Nachdem Bill Peters in der vergangenen Woche rassistische Aussagen den Job gekostet haben, gerät nun Starcoach Mike Babcock in die Schusslinie.

Mike Babcock macht zurzeit schwere Zeiten durch: Nur eine Woche nachdem er bei den Toronto Maple Leafs aufgrund schlechter Resultate gefeuert wurde, gab Toronto-Stürmer Mitch Marner brisante Details zur Arbeitsweise Babcocks bekannt. So musste der 22-jährige Kanadier, als er noch ein Rookie war, ein Ranking aller Spieler nach ihrer Arbeitseinstellung erstellen. Babcock zeigte den Spielern, die Marner am Ende des Klassements geführt hatte, anschließend die Liste. „Ich hatte Glück, dass kein Mitspieler sich durch diese Liste verletzt gefühlt hat“, sagte Marner kürzlich gegenüber dem TV-Sender TSN . Allerdings sei es für ihn als Rookie demütigend gewesen.

Kein Einzelfall
Es ist nicht die einzige kontroverse Aktion in der Karriere des Stanley-Cup-Siegers Babcock: So strich der Kanadier in der Saison 2010/11 die Eishockey-Legende Mike Modano aus dem Kader der Detroit Red Wings, um zu verhindern, dass dieser es auf 1.500 NHL-Spiele schafft. Modano beendete seine Karriere mit 1.499 Partien in der besten Liga der Welt. Der letzte Zwischenfall liegt erst zwei Monate zurück: Babcock, zu diesem Zeitpunkt noch Trainer der Maple Leafs, bot im ersten Saisonspiel bei den Ottawa Senators Jason Spezza nicht auf - und das, obwohl der Kanadier seine womöglich letzte Saison spielt und elf Jahre für die Senators auflief.
Es waren seine Angriffe, die in meinem Kopf umherschwirrten. Jeden Tag.
Die Anschuldigungen des Schweden Johan Franzen, der bei den Detroit Red Wings unter Babcock gespielt hat, sind noch schwerwiegender: Während den Playoffs des Jahres 2012 soll Babcock, laut Franzen-Teamkollege Chris Chelios, den Schweden „verbal überfallen“ haben. In der Folge hätte der mittlerweile zurückgetretene Franzen nervliche Zusammenbrüche gehabt. „Wenn ich nur daran denke, läuft es mir kalt den Rücken runter“, sagte Franzen, der erst seit dem Vorjahr wieder normal schlafen könne, gegenüber der schwedischen Zeitung Expressen (Montagsausgabe). Dieser Vorfall sei aber nur die Spitze des Eisbergs gewesen. „Vom Jahr 2011 an war ich bei jeder Trainingseinheit verängstigt“, erzählt der 39-Jährige. Zwar bezeichnet Franzen Babcock als einen akribischen und gut vorbereiteten Arbeiter, er sei aber die schlimmste Person, der er je begegnet sei.

Ob diese Aussagen Konsequenzen für den Kanadier nach sich ziehen, ist noch unklar. Dass Babcock aber bald wieder hinter der Bande stehen wird, ist höchst unwahrscheinlich.


Autor: leo

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