h Eishockey

Grafik A. Delvai/Fotoquelle: V.Antonello/O. Brunner

Overtime | Gehorsame Füchse, bockige Wildpferde

Da die IHL coronabedingt noch ruht, richtet sich unser Fokus in dieser Woche ausnahmslos auf die ICE Hockey League und die Alps Hockey League. Bei der Suche nach unseren Auf- und Absteigern wurden wir rasch fündig.

Der Aufsteiger
HCB Südtirol Alperia


3 Siege, 9 Punkte, 13 Tore und das alles binnen 6 Tagen: Besser hätte der HC Bozen nach der Corona-Pause nicht aus den Startlöchern kommen können. Vielmehr als diese blanken Zahlen beeindruckt allerdings die Leidenschaft, mit der die Foxes aktuell zu Werke gehen. Obwohl sie zuletzt nur wenige Spielminuten in den Beinen hatten, versuchen sie über 60 Minuten hohes Tempo zu gehen, dabei agieren sie mit hartem, teilweise überhartem Körpereinsatz und werfen sich in jeden Schuss.

Außerdem beherrschen die HCB-Cracks eine Technik, die viel Aufopferungsbereitschaft erfordert, im modernen Eishockey aber zunehmend beliebter und wichtiger wird: Die Deflection, das Abfälschen eines Schusses. Da die Torhüter mit Distanzschüssen nur mehr schwer zu überwinden sind, ist es umso zielführender, einen Stürmer in die Schussbahn zu stellen, dem Goalie dadurch die Sicht zu nehmen und der Scheibe im Idealfall die torbringende Richtungsänderung zu verpassen. Diese Präzisionsarbeit zweier Spieler ist das Ergebnis unzähliger Trainingseinheiten, die Coach Greg Ireland tagtäglich mit wachsamen Auge begleitet. Mit seinen Anweisungen hat er die Füchse gehorsam gemacht und in ihnen diese Leidenschaft geweckt, mit der der aktuell noch etwas fahrige Spielaufbau klar übertüncht wird.

Der Absteiger
Wipptal Broncos Weihenstephan

Das aktuelle Gegenbeispiel zum HC Bozen lieferten in der vergangenen Woche die Broncos aus Sterzing. Die von Verletzungen gebeutelten Fuggerstädter taumelten zuletzt von einer deftigen Pleite zur nächsten, längst vergessen ist der goldene Oktober, in dem sie reihenweise spektakuläre Siege einfuhren. Bei den jüngsten vier Niederlagen gegen Lustenau, Ljubljana, Cortina und Asiago setzte es satte 19 Gegentreffer.

Dabei wurde mehrfach deutlich, wie schnell die Sterzinger Defensive in ihre Einzelteile zerfällt. Die Kompaktheit, die sie zu Saisonbeginn ausgezeichnet hat, scheint verlorengegangen zu sein. Eine weiter Schwäche ist die Disziplinlosigkeit: 143 Minuten verbrachten die blauweißen Cracks in dieser Saison bereits in der Kühlbox – einer der schlechtesten Werte der Liga. Die Folge? Zuletzt setzte es in 2 Spielen 5 Gegentore in Unterzahl. Mit diesem Handicap lässt sich keine Kehrtwende einläuten. Sollten die Broncos aber diese Schwäche abstellen, vor dem eigenen Tor wieder kompakter auftreten und zugleich das Dilemma mit den Ausfällen lösen, ist ihnen zweifelsfrei viel zuzutrauen – das haben sie bereits in der ersten Saisonphase bewiesen.

Autor: fop

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210