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Viktor Schweitzer erzielte sein erstes EBEL-Tor, das wichtige 3:1. (Foto: Antonello)

Unberechenbare Füchse gewinnen beim Meister

Unglaublich: Am Samstag hat der HCB Südtirol Alperia bei Schlusslicht Znojmo mit 2:4 verloren; knapp 24 Stunden später gewannen die „Füchse“ beim souveränen Tabellenführer Vienna Capitals mit 3:2. Rein rechnerisch ist der 6. Rang, der die direkte Qualifikation fürs Playoff bedeuten würde, noch immer möglich.

Das Match in der Albert-Schultz-Halle in Wien begann mit einer kleinen Überraschung, denn bei den Gastgebern stand der 18-jährige Ersatztormann Matthias Tschrepitsch im Kasten. Und dieser musste schon in der 5. Minute hinter sich greifen, weil das Bozner Überzahlspiel wieder fruchtete – sehr schnell: 12 Sekunden nachdem Wiens Rafael Rotter auf der Strafbank Platz genommen hatte, nutzte Chris de Sousa einen Abpraller und netzte zum 1:0 für die Gäste ein.

Nur kurz darauf landete der Puck auch im Bozner Tor, allerdings annullierten die Schiedsrichter den Treffer von McKiernan nach der Videoanalyse. Die Capitals setzten die Foxes unter Druck, scheiterten aber an HCB-Goalie Pekka Tuokkola und zweimal auch an der Latte, einmal im ersten und einmal im zweiten Drittel.


Bozner 1:0-Führung hält bis zur zweiten Pause

Zu zwingenden Torchancen kamen die Wiener aber nicht, sodass die knappe Bozner 1:0-Führung bis zum zweiten Pausentee hielt.

Im dritten Drittel kam dann plötzlich mehr Bewegung ins Spiel. Zunächst war es Dominic Monardo, der nach einem kapitalen Fehler der Capitals-Abwehr und einem Traumpass von Angelo Miceli auf 2:0 erhöhte. Drei Minuten später folgte Wiens Anschlusstreffer, als Rylie Holzapfel einen Fehler von Matt Tomassoni eiskalt ausnutzte.


Sollte Bozen wieder eine Zwei-Tore-Führung vergeigen?

Unter den Dutzenden von Bozner Fans, die die Reise nach Wien mitgemacht hatten, kamen Ängste auf, dass die Bozner wie schon vor einer Woche beim Heimspiel eine sicher geglaubte Führung gegen Wien aus der Hand geben könnten. Daher war der Jubel umso größer, als ausgerechnet Viktor Schweitzer in der 49. Minute mit seinem allerersten EBEL-Tor wieder den 2-Tore-Vorsprung herstellte.

Die Zeit plätscherte dahin, und als Rafael Rotter wegen eines dummen Fouls sechs Minuten vor Schluss eine 2+2-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam, schien die Sache gelaufen. Doch Fehlanzeige: Nach einem krassen Fehlpass der Bozner zogen plötzlich zwei Wiener trotz Unterzahl auf und davon und tricksten HCB-Kapitän Alex Egger aus – Kelsey Tessier netzte drei Minuten vor Schluss zum 2:3 ein.

Es wurde turbulent: Zuerst wurde Wiens Ryan McKiernan auf die Strafbank geschickt, aber wenig später auch Bozens Stefano Marchetti. Trotz eines Wiener Timeouts und trotz einiger Mühe retteten die Bozner den unerwarteten Sieg über die Zeit.

Der HCB beendete damit eine lange Negativserie: Der letzte Bozner Sieg in Wien liegt über zwei Jahre und drei Monate zurück und kam am 9. Oktober 2015 zustande.


Bekommt der HCB Schützenhilfe?

Nun muss der HCB abwarten, was die Sonntag-Spiele und dann auch das Nachtragspiel Zagreb-Wien am Dienstag bringen werden. Erst dann wird man wissen, welche Ambitionen der HCB in den letzten beiden Partien des Grunddurchgangs am Freitag zuhause gegen Znojmo und nächsten Sonntag in Graz noch haben darf.


Vienna Capitals – HCB Südtirol Alperia 1:3 (0:1,0:0,1:2)

Tore: 0:1 De Sousa (4.41), 0:2 Monardo (40.46), 1:2 Holzapfel (43.49), 1:3 Schweitzer (48.51), 2:3 Tessier (57.00)


Das andere EBEL-Match vom Freitag:

Salzburg – Fehervar 2:0
Tore: 1:0 Herberger (4.02), 2:0 Herberger (44.02)


Die weiteren Partien der drittletzten Runde des EBEL-Grunddurchgangs vom Sonntag:
Salzburg – Graz (16 Uhr)
Dornbirn – Fehervar (17.30 Uhr)
Innsbruck – Villach (17.30 Uhr)
Zagreb – Znojmo (17.30 Uhr)
Klagenfurt – Linz (17.45 Uhr)


Die Tabelle
1. Vienna Capitals 84 Punkte
2. EHC Liwest Blackwings Linz 75
3. EC Red Bull Salzburg 73 (+1 Spiel)
4. Klagenfurter AC 70
5. HC TWK Innsbruck 'Die Haie' 63
6. KHL Medvescak Zagreb 58 (-1 Spiel)
7. Moser Medical Graz99er 55
8. HCB Südtirol Alperia 55 (+1 Spiel)
9. Dornbirn Bulldogs 53
10. Fehervar AV 50 (+1 Spiel)
11. EC Villacher SV 44
12. HC Orli Znojmo 43


SN/ds

Autor: sportnews

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