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Harry Kane in Ekstase: Der Torjäger und Kapitän schoss England ins Finale. © APA/afp / LAURENCE GRIFFITHS

Dänemark niedergerungen: England erstmals im EM-Finale

Italien kennt seinen Endspielgegner bei der Fußball-Europameisterschaft: England hat das Halbfinale gegen Dänemark gewonnen und bestreitet am Sonntag das Endspiel gegen die Squadra Azzurra. Der Weg dorthin war am Mittwochabend aber enorm steinig.

Die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate setzte sich vor 64.950 Zuschauern in London mit 2:1 nach Verlängerung gegen das EM-Überraschungsteam durch. Danach gab es im Wembley-Stadion kein halten mehr. Für Dänemark endet dagegen ein ganz spezielles Turnier.


Für Dänemark traf zunächst Mikkel Damsgaard (30. Minute) per Freistoß aus 30 Metern. Ein Eigentor von Kapitän Simon Kjaer (39.) führte zum Ausgleich. Für die Three Lions erzielte Kapitän Harry Kane das Siegtor, indem er einen Foulelfmeter im Nachschuss verwandelte (104.).

Damsgaard schockt die Briten
Die erste halbe Stunde war mehrheitlich eine zähe Angelegenheit. Geduldig schoben sich die Briten den Ball hin und her, Dänemark ließ sich nicht herauslocken und suchte Konterchancen. Zwar strahlte Sterling, wohl Englands Bester im Turnier-Verlauf, gleich Gefahr aus. Doch er kam zunächst am langen Pfosten nach Kane-Hereingabe einen Schritt zu kurz (5.) und traf wenig später in zentraler Position den Ball nicht richtig (13.).

Mikkel Damsgaards Versuch Richtung Kreuzeck war nachträglich ein Warnschuss (25.). Kurz darauf versenkte der 21-Jährige von Sampdoria einen Freistoß aus knapp 23 Metern wuchtig unter die Latte (30.). Der erste direkt verwandelte Freistoß bei dieser Endrunde schien nicht gänzlich unhaltbar, erstmals waren auch die 8.000 dänischen Stadionfans zu hören. Jordan Pickfords historische Torsperre war nach 721 Minuten (etwa acht Spiele) gebrochen. Der Everton-Keeper hatte erst vier Minuten zuvor Gordon Banks übertrumpft. Der 2019 gestorbene Weltmeister von 1966 war von Mai bis Ende Juli des Titeljahres 720 Minuten ohne Gegentreffer geblieben.

Dänmarks Führungstor: Jordan Pickford kam bei Mikkel Damsgaards Sonntagsschuss zu spät. © APA/afp / PAUL ELLIS


Erstmals liefen die Engländer einem Rückstand hinterher. Die Reaktion fiel bestimmt aus. Sterling ließ alleine vor dem dänischen Keeper Kasper Schmeichel die Riesenchance aus, forcierte in einer spiegelbildlichen Aktion aber in der darauffolgenden Szene den Ausgleich. Kjaer schob den Stanglpass von Saka im Rutschen vor dem einschussbereiten Sterling über die Linie (39.). Nach dem elften Eigentor im 50. Spiel dieser EM ging es ausgeglichen in die Halbzeitpause.

Die Dänen starteten dann deutlich offensiver in die zweite Hälfte. England rang um Organisation – und antwortete mit einem platzierten Kopfball von Harry Maguire, den Schmeichel um die Stange lenkte (55.). Wild ging es in dieser Phase hin und her, Hjulmand tätigte einen Dreifachwechsel samt Austausch des Torschützen. Der englische Druck nahm dennoch – stetig – zu. Kane kam im Strafraum gegen Norgaard zu Fall – zu wenig für einen Elfmeter auch nach VAR-Studium (75.). England rannte im Finish an, fand einige Halbchancen vor, doch Dänemark verteidigte sich mit etwas Glück und Geschick in die Verlängerung.
Kane sorgt für grenzenlosen Jubel
Dort stand Schmeichel im englischen Powerplay unter Dauerbeschuss, ehe der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie nach einer Attacke gegen Sterling einen harten Elfmeter verhängte. Schmeichel erahnte das vom Tottenham-Star anvisierte rechte Eck, doch Kane traf im Nachschuss (105.). Ab sofort schallte es „It's coming home“ in Dauerschleife von den Rängen. 15 Minuten blieb Dänemark, um doch noch zum Partycrasher zu werden. Pickford musste bei einem Schuss von Martin Braithwaite zugreifen (15.), doch wirkliche Topchancen ließ die englische Abwehr, die weiter kein Tor aus dem Spiel heraus kassiert hat, nicht mehr zu.

Damit stehen die Engländer erstmals überhaupt in einem EM-Finale. Für sie wäre ein Erfolg der erste Turniersieg seit dem WM-Triumph 1966 im eigenen Land. Für Dänemark endete der Traum von einem erneuten Coup wie 1992, als die Auswahl völlig überraschend Europameister wurde. Mit dem Team von Chefcoach Kasper Hjulmand, das im ersten Spiel um das Leben seines Stars Christian Eriksen bangen musste, verabschiedete sich auch der große Sympathieträger des Turniers.







Schlagwörter: Fussball EM 2021

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