F Olympia 2018

Felix Neureuther muss Olympia im TV verfolgen. © LaPresse / LaPresse/EXPA

Olympia: Diese Superstars fehlen in Pyeongchang

So viele Stars wie heuer haben bei Olympischen Winterspielen seit Jahrzehnten nicht mehr gefehlt. Ein Überblick.

Russen im Doping-Sumpf: 43 russische Sportler aus den Sportarten Bob, Skeleton, Rodeln, Langlauf, Eisschnelllauf, Biathlon und Eishockey wurden von der IOC-Disziplinarkommission im Zuge des Skandals um systematisches Doping durch Russland während der Winterspiele 2014 im eigenen Land lebenslang für Olympia gesperrt. Von den danach von Russland vorgeschlagenen 500 Olympia-Kandidaten wurden nur 169 zugelassen. Nicht akzeptiert wurden unter anderem der sechsfache Olympiasieger Viktor Ahn (Short Track), Biathlon-Star Anton Schipulin oder Langlauf-Doppelweltmeister Sergej Ustjugow.

Die NHL-Stars (Eishockey): Erstmals seit Lillehammer 1994 hat die National Hockey League (NHL), die stärkste Liga der Welt, ihre Teilnahme am olympischen Eishockey-Turnier abgesagt. Während die Spieler teilweise lautstark eine Olympia-Pause gefordert hatten, lehnten die Clubbesitzer und letztlich die Liga diese ab. Der Russe Alexander Owetschkin, der die Entscheidung heftig kritisiert hatte, oder die Kanadier Sidney Crosby und Jungstar Connor McDavid fehlen daher in Pyeongchang. Die NHL hatte von 1998 bis 2014 an fünf Olympischen Spielen teilgenommen.

Ole Einar Björndalen (NOR/Biathlon): Der erfolgreichste Athlet bei Olympischen Winterspielen (8 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze) musste in dieser Saison seinem Alter Tribut zollen und verpasste die Qualifikation. Der 44-jährige Biathlon-Superstar ist in der aktuellen Weltcupsaison über Rang 18 nicht hinausgekommen – zu wenig, um den Sprung in das starke norwegische Team zu schaffen.

Petter Northug (NOR/Skilanglauf): Der zweifache Olympiasieger von Vancouver 2010 und 13-fache Weltmeister läuft seit zwei Jahren seiner Form hinterher. In diesem Winter war der erfolgreichste männliche Teilnehmer nordischer Ski-Weltmeisterschaften im Weltcup nur einmal am Start und schied im Sprint von Lillehammer in der Qualifikation aus.

Therese Johaug (NOR/Skilanglauf): Das norwegische Glamour-Girl ist seit Oktober 2016 für eineinhalb Jahre wegen Dopings gesperrt. Die Staffel-Olympiasiegerin von Vancouver, zweifache Medaillengewinnerin von 2014 und siebenfache Weltmeisterin hatte während eines Trainingslagers im September 2016 vom Mannschaftsarzt eine Lippencreme bekommen, deren Inhaltsstoff Klostebol auf der Dopingliste steht. Die Creme führte zu einer positiven Probe. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat im vergangenen August die vom Norwegischen Olympischen Komitee ausgesprochene Sperre von 13 auf 18 Monate verlängert und damit die Olympia-Teilnahme verhindert.

Felix Neureuther (GER/Ski Alpin): Der 33-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen, einer der aussichtsreichsten deutschen Medaillenkandidaten bei den alpinen Herren, hat sich im November bei einem Trainingssturz das Kreuzband im linken Knie gerissen. Damit bleiben die Frauen in der Familie Neureuther die einzigen mit Olympia-Medaillen. Mutter Rosi Mittermaier hat in Innsbruck 1976 Gold in Abfahrt und Slalom sowie Silber im Riesentorlauf geholt, Ehefrau Miriam (geborene Gössner) holte 2010 mit der deutschen Langlauf-Staffel Silber. Vater Christian Neureuther hat bei Olympia zwei 5. Plätze (1976, 1980) zu Buche stehen, Felix Neureuther war 2010 und 2014 jeweils Olympia-Achter im Riesentorlauf.

Ilka Stuhec (SLO/Ski alpin): Die slowenische Abfahrts-Weltmeisterin hat sich im Oktober bei einem Trainingssturz im Pitztal einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Die 27-Jährige hatte in der vergangenen Saison den Abfahrts-Weltcup gewonnen und war im Gesamtweltcup Zweite hinter Mikaela Shiffrin.

Gabriela Koukalova (CZE/Biathlon): Der tschechische Biathlon-Star musste die Saison wegen Problemen mit der Wadenmuskulatur vorzeitig beenden. Die 28-jährige ist zweifache Weltmeisterin und hat in Sotschi zwei olympische Silbermedaillen gewonnen.

Autor: dpa/det

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