F Olympia 2018

Dietmar Nöckler (rechts) zählt an der Seite von Federico Pellegrino zu den Topfavoriten im Teamsprint. © dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt / Hendrik Schmidt

SportNews-Prognose: Wie viele Medaillen gewinnen die Südtiroler in Pyeongchang?

Gerade die vergangenen paar Wochen haben gezeigt, dass Südtirols Wintersportler wohl kaum einmal vor Olympischen Winterspielen so vielseitig stark waren wie heuer. Von den 44 Südtirolern, die in PyeongChang am Start sein werden, darf fast die Hälfte von Medaillen träumen.

Bislang waren die Spiele von Lillehammer 1994 jene mit den meisten Südtiroler Medaillen, und zwar acht (3x Gold, 1x Silber, 4x Bronze). Warum diese Marke heuer übertroffen werden kann, versucht SportNews aufzuzeigen.

Fällt der Medaillenrekord von Lillehammer?

Bei Olympia 2018 werden an 16 Tagen Olympiamedaillen verteilt – laut den Prognosen von SportNews hat Südtirol nur an drei Tagen (16., 19. und 25.2.) keine Chance auf Edelmetall, während es im Gegenzug an zwei Tagen (12. und 15.2.) sogar bei je vier Wettkämpfen Medaillen für Südtiroler Athleten geben könnte. Der größte Trumpf wird am 21. Februar ausgespielt, wenn Dietmar Nöckler mit Federico Pellegrino im Langlauf-Teamsprint wohl nur wegen eines Sturzes den Sprung aufs Treppchen verpassen dürfte.

29 Wettkämpfe mit Medaillenchancen

Den „Medaillen-Leitfaden“ durchs Olympiaprogramm Tag für Tag gibt es am Ende dieses Textes. Hier nun die Prognosen der SportNews-Redaktion zu den 29 (!) Olympiabewerben mit Südtiroler Medaillenchancen, nach Sportart und Datum sortiert:

Biathlon

7,5-km-Sprint Frauen (10.2.): Südtiroler Medaillenhoffnung: Dorothea Wierer 20% Medaillenchance
10-km-Sprint Männer (11.2.): Lukas Hofer 15%, Dominik Windisch 10%
10-km-Verfolgung Frauen (12.2.): Dorothea Wierer 20%
12,5-km-Verfolgung Männer (12.2.): Lukas Hofer 15%, Dominik Windisch 10%
20 km Einzel Männer (14.2.): Lukas Hofer 15%, Dominik Windisch 10%
15 km Einzel Frauen (15.2.): Dorothea Wierer 40%, Alexia Runggaldier 5%
12,5-km-Massenstart Frauen (17.2.): Dorothea Wierer 20%
15-km-Massenstart Männer (18.2.): Lukas Hofer 15%, Dominik Windisch 10%
Mixed-Staffel (20.2.): Wierer/Hofer/Windisch (+ vermutlich Vittozzi) 65%
4x6-km-Frauen-Staffel (22.2.): Wierer/Sanfilippo/Runggaldier? (+ vermutlich Vittozzi) 25%
4x7,5-km-Männer-Staffel (24.2.): Hofer/Windisch (mit zwei Teamkollegen) 5%

Ski alpin

Abfahrt Männer (11.2.): Dominik Paris 30%, Peter Fill 25%, Christof Innerhofer 25%
Riesentorlauf Frauen (12.2.): Manuela Mölgg 5%
Kombination Männer (13.2.): Dominik Paris 15%, Peter Fill 10%, Christof Innerhofer 5%
Super-G Männer (15.2.): Peter Fill 30%, Christof Innerhofer 25%, Dominik Paris 20%
Super-G Frauen (17.2.): Johanna Schnarf 10%
Riesentorlauf Männer (18.2.): Manfred Mölgg 10%
Abfahrt Frauen (21.2.): Johanna Schnarf 5%
Slalom Männer (22.2.): Manfred Mölgg 5%
Kombination Frauen (23.2.): Johanna Schnarf 5%

Rodeln

Einsitzer Männer (11.2.): Dominik Fischnaller 25%
Doppelsitzer (14.2.): Manuel Nagler/Ivan Malleier 10%, Patrick Rieder/Ludwig Rastner 10%
Team-Staffel (15.2.): reines Südtiroler Team 30%

Eiskunstlauf

Team-Event (12.2.): Carolina Kostner 5%
Frauen (23.2.): Carolina Kostner 10%

Snowboard

Cross, Männer (15.2.): Omar Visintin 30%, Emanuel Perathoner 15%
Parallel-Riesenslalom, Männer (24.2.): Edwin Coratti 30%, Roland Fischnaller 25%, Aaron March 5%

Langlauf

4x10-km-Staffel (18.2.): evtl. Dietmar Nöckler 5%
Freistil-Teamsprint Männer: Dietmar Nöckler (/Federico Pellegrino) 80%

Das Olympiaprogramm Tag für Tag durch die Südtiroler Brille


Am ersten Olympiatag (Samstag 10.2.) ist der Biathlon-Sprint der Frauen das Südtiroler Highlight, mit den ersten Medaillenhoffnungen für Dorothea Wierer.

Tags darauf (Sonntag 11.2.) hat Südtirol bei der Olympia-Abfahrt gleich drei starke Medaillenanwärter: Dominik Paris, Peter Fill und Christof Innerhofer. Zudem steht bei den Rodlern die Entscheidung im Einsitzer der Männer an – mit Dominik Fischnaller als einem der Hauptdarsteller. Und beim Biathlon-Sprint der Männer sind Lukas Hofer und Dominik Windisch gefährliche Außenseiter.

Am Montag 12.2. müssen Südtirols Sportfans mehrmals die Daumen halten, denn Manuela Mölgg würden viele im Riesentorlauf eine Medaille gönnen nicht nur wegen ihren drei heurigen Weltcup-Podestplätze. Die Biathleten bestreiten beide Verfolgungsrennen, hoffentlich mit guten Ausgangspositionen für Wierer, Hofer und Windisch. Und vielleicht kann Carolina Kostner im Teamevent der Eiskunstläufer jubeln.

Die Alpine Kombination sorgt bei Olympia oft für Überraschungen, vielleicht auch am Dienstag 13.2. mit Paris, Fill und Innerhofer.

Am Valentinstag, Mittwoch 14.2., bewältigen Lukas Hofer und Dominik Windisch und die anderen Biathleten den 20-km-Lauf mit dem besonders „teuren“ Fehlschuss (= 1 Strafminute). Bei den Rodlern sind die Doppelsitzer dran, die unbekümmerten, jungen Manuel Nagler/Ivan Malleier und die routinierten Ludwig Rieder/Patrick Rastner.

Am Donnerstag 15.2. wird’s richtig happig mit vier Rennen mit guten Südtiroler Medaillenchancen. Zuerst messen sich Omar Visintin und Emanuel Perathoner im Snowboard-Cross, dann stürzen sich Dominik Paris, Peter Fill und Christof Innerhofer in den Super-G. „Doro“ Wierer startet anschließend in ihrer besten Disziplin, dem 15-km-Einzelwettkampf. Und die Rodler setzen auf die Team-Staffel.

Nach dem ersten „Medaillen-Ruhetag“ geht es am Samstag 17.2. weiter mit Johanna Schnarf im Super-G und ein weiteres Mal mit Dorothea Wierer, dieses Mal im turbulenten Massenstart.

Am Sonntag 18.2. gibt es wieder drei Wettkämpfe mit Südtiroler Medaillenchancen, wenn auch nicht sehr großen. Zuerst versucht sich Manni Mölgg im Riesentorlauf, dann könnte Dietmar Nöckler Teil von Italiens Langlauf-Staffel sein, die sich traditionsgemäß gut schlägt bei Olympia. Lukas Hofer und Dominik Windisch sind außerdem im Massenstart dran. 

Nach dem zweiten „Medaillen-Ruhetag“ kommen ein paar ganz dicke Brocken, begonnen am Dienstag 20.2. bei der Biathlon-Mixed-Staffel, die schon vor vier Jahren Edelmetall gewonnen hatte.

Tags darauf dann, am Mittwoch 21.2., folgt die allergrößte Medaillenchance mit Dietmar Nöckler (und Federico Pellegrino) im Langlauf-Freistil-Teamsprint. Am selben Tag stürzt sich Johanna Schnarf über die Abfahrtspiste.

Gespannt sein darf man am Donnerstag 22.2. auf die Biathlon-Frauen-Staffel mit vermutlich 3 Südtiroler „Azzurre“ (Wierer, Sanfilippo, Runggaldier). Einige Stunden zuvor misst sich Manfred Mölgg im olympischen Herren-Slalom.

Ein besonderer Tag ist Freitag 23.2. mit der Eiskunstlauf-Kür der Frauen mit Carolina Kostner im Wettstreit mit mehreren Teenagern. Auf Johanna Schnarf wartet hingegen die Kombi-Lotterie.

Die letzten zwei Medaillenchancen für Südtirols Olympiastarter bietet der vorletzte Olympiatag, Samstag 24.2.: Beim Parallel-Riesenslalom der Snowboarder darf man dank Edwin Coratti, Roland Fischnaller und Aaron March (Vierter in Sotschi) träumen. Bei der Biathlon-Männer-Staffel, u.a. mit Hofer und Windisch, braucht es auch Glück – wie jüngst im Weltcup.

Am letzten Wettkampftag, Sonntag 25.2., wird in der bis dahin hoffentlich schon üppigen Medaillensammlung nix dazukommen.

Autor: ds

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