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Simone Giannelli bewies einmal mehr seine Klasse. © APA/afp / YURI CORTEZ

Giannelli & Co. wachsen über sich hinaus

Der italienischen Nationalmannschaft wurde am Samstag eine große Ehre zuteil: Sie durfte das olympische Volleyball-Turnier in Tokio mit dem ersten Gruppenspiel gegen Kanada eröffnen. An dessen Ende jubelten die Azzurri trotz eines 0:2-Satzrückstandes.

Simone Giannelli hatte vor dem Spiel ausdrücklich vor den Kanadiern gewarnt und betont, wie wichtig es sei, mit einem Erfolg ins Turnier zu starten. Dieses Vorhaben konnten die Italiener um 9 Uhr Ortszeit (2 Uhr MESZ) in die Tat umsetzen. Sie rangen starke Kanadier im entscheidenden Tiebreak mit 26:28, 18:25, 25:21, 25:18 und 15:11 nieder. Großen Anteil am Erfolg hatte auch Giannelli.


Denn der Bozner war über das ganze Spiel gesehen – gemeinsam mit dem 19-Jährigen Alessandro Michieletto – zweifellos der beste Azzurro. Gleichzeitig offenbarten die Routiniers im Team, allen voran Kapitän Ivan Zaytsev, anfangs ungewohnte Schwächen. Nichtsdestotrotz gelang es Italien, im ersten Abschnitt einen 9:12-Rückstand in eine 17:14-Führung umzuwandeln. Zum Satzgewinn reichte es dennoch nicht, denn Kanada wehrte zwei Satzbälle ab und entschied den Durchgang mit 28:26 für sich.

Azzurri zunächst chancenlos
Italien war nun um eine Reaktion bemüht. Glücken wollte diese jedoch nicht – auch weil Kanada bärenstark spielte und kaum Fehler beging. So erarbeiteten sich die Nord-Amerikaner im zweiten Spielabschnitt schnell einen wertvollen Vier-Punkte-Vorsprung, den sie nicht mehr aus der Hand gaben. Dass Trainer Gianlorenzo Blengini Zaytsev zum Ende des Durchganges auf die Ersatzbank beorderte, war bezeichnend für den zunächst dürftigen Auftritt Italiens. Einzig Giannelli und der eingangs erwähnte Michieletto wussten zu überzeugen.

Simone Giannelli & Co. haben Charakter bewiesen. © APA/afp / YURI CORTEZ


Doch selbst deren Leistungen konnten nicht über den bescheidenen Auftritt des italienischen Teams hinwegtäuschen. Erst Mitte des dritten Satzes, nachdem die Azzurri schon mit 6:10 in Rückstand gelegen hatten, blitzte die Qualität der Blengini-Truppe auf. Mit dem Rücken zur Wand spielten die vom entfesselten Michieletto angeführten Italiener befreit auf – und gewannen dank eines Blocks von Giannelli den Satz mit 25:21.
Die große Michieletto-Show
Italien, das weiterhin ohne Zaytsev spielte, hatte nun Blut geleckt. Plötzlich schafften es Giannelli & Co., die Angriffe Kanadas zu entschärfen und gleichzeitig selbst großen Druck auszuüben. Und immer wieder waren es Michieletto und Giannelli, die die entscheidenden Nadelstiche setzten. Aus dem italienischen Hoch resultierte eine 18:10-Führung, die genügte, um den spielentscheidenden Tiebreak zu erzwingen.

Alessandro Michelotto (2.v.l.) zeigte eine überragende Partie. © APA/afp / YURI CORTEZ


Die Anspannung war nun spüren, beide Teams steigerten ihr Niveau – es entwickelte sich ein Tiebreak auf Augenhöhe. Kanada hatte zuerst die Nase vorne, doch dann trat Giannelli auf den Plan und schenkte seinem Team mit einem Ass die zwischenzeitliche Führung. Und wer wenn nicht Michieletto sollte die Entscheidung herbeiführen? Der Youngster aus Desenzano del Garda vollendete mit einem sehenswerten Punkt die unverhoffte Aufholjagd, die Italien den von Giannelli geforderten Sieg bescherte.

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