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Die Corona-Maßnahmen in Tokio sind sehr streng – vor allem für positiv getestete Sportler. © APA/afp / FRANCK FIFE

„Unmenschlich“: Sportler verzweifeln an Corona-Quarantäne

Kampf um Frischluft, Betteln um besseres Essen und Yogastunden per Videoschalte zum Zeitvertreib: Die olympische Isolierstation in Tokio wird für coronainfizierte Athleten zur schwer erträglichen Belastungsprobe.

„Das ist psychisch total anstrengend, ganz sicher mehr, als viele Menschen aushalten können“, sagte die niederländische Skateboarderin Candy Jacobs in einer Video-Botschaft aus dem Quarantänehotel, nachdem sie sich nach eigenen Angaben nach sieben Tagen erstmals eine Viertelstunde an einem offenen Fenster erstritten hatte. „Unmenschlich“ sei das.


Auch Radsportler Simon Geschke kritisierte in mehreren Interviews die Bedingungen in der ihm zugewiesenen Unterkunft. Auch er dürfe kein Fenster öffnen, habe kaum Bewegung und an den ersten Tagen als Veganer fast nur Reis mit Sojasoße essen können, erzählte er.

Niederlande kündigen Beschwerde an
Scharfe Kritik kommt auch aus den Niederlanden. „Inakzeptabel“ seien die Umstände in der Hotel-Quarantäne für die Sportler, sagte der Technische Direktor Maurits Hendriks. Neben dem eher auf japanische Bedürfnisse abgestimmten Essen beklagte der Spitzenfunktionär die geringe Größe der Zimmer, in denen kein Fenster geöffnet werden darf, und den Mangel an Tageslicht. Hendriks kündigte eine Beschwerde beim Internationalen Olympischen Komitee an. Eine Stellungnahme des IOC und der japanischen Olympia-Macher gab es zunächst nicht.

Das Coronavirus ist auch bei den Olympischen Spielen das alles bestimmende Thema. © APA/afp / VINCENZO PINTO

Schwer genervt hatte zuletzt auch der amerikanische Beachvolleyballer Taylor Crabb von seinem Quarantäneleben in der Olympiastadt berichtet. 23 Stunden pro Tag müsse er in seinem Zimmer verbringen, nur zum Essenholen dürfe er kurz ins Erdgeschoss. Schönste Ablenkungen seien für ihn die Yogastunden mit seiner Mutter bei Facetime-Video, erzählte der 29-Jährige aus Hawaii.

„Dieser Trip ist der wildeste, den ich je mitgemacht habe, und ich hoffe, ich muss so etwas nie wieder durchmachen“, sagte die Holländerin Candy Jacobs. Ihre mit Sturheit erstreikten Minuten am geöffneten Fenster beschrieb sie mit den Worten: „Diese ersten Atemzüge frischer Luft waren der traurigste und schönste Moment meines Lebens.“

Schlagwörter: Olympia

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