In Cortina weiß man nicht mehr, wohin mit der weißen Pracht. © ANSA / ANDREA SOLERO

Mit Dynamit und Schaufeln: So kämpft Cortina gegen den Schnee

Kiloweise Sprengstoff am Berg, Schaufeln, Besen und Schneefräsen im Tal – die Ausrichter der Ski-WM in Cortina bedienen sich aller Mittel, um die nächsten Rennen planmäßig über die Bühne zu bringen. Für die größte Bedrohung sorgen aktuell Lawinen.


Von Alexander Foppa aus Cortina

Die Weltmeisterschaft im Herzen der Dolomiten begann am frühen Montagmorgen mit einer Hiobsbotschaft: Der erste Bewerb, die Alpine Kombination der Damen, kann nicht ausgetragen werden. Die großen Regen- und Neuschneemengen in den 24 Stunden vor dem Renntermin hatten eine Austragung unmöglich gemacht (SportNews berichtete).

Noch in der Nacht wurde damit begonnen, die rund 25 cm Schnee im Startbereich und die 15 cm im Ziel zu beseitigen. Dabei kam schweres Gerät zum Einsatz. In ganz Cortina – speziell aber am Südwest-Hang, wo die Rennen gefahren werden – wurde pausenlos gefräst, geschaufelt, gebaggert und gekehrt. Das Problem: In Cortina hat es die vergangenen Wochen dermaßen viel geschneit, dass man nicht mehr weiß, wohin mit der ganzen weißen Pracht. Viele Besucher, die mitunter seit Jahrzehnten zum Weltcup am Fuße der Tofane kommen, sagen unisono, sie hätten im mondänen Wintersport noch nie so viel Schnee gesehen.


Oben in der Bildergalerie finden Sie aktuelle Eindrücke aus Cortina.


Erst am späten Vormittag besserte sich die Situation, dann waren die wichtigsten Infrastrukturen vom Schnee befreit und die WM-Piste wieder einigermaßen präpariert. Nun aber drohten am Berg Lawinen abzugehen. Was zur Folge hatte, dass die für Nachmittag geplante Streckenbesichtigung sowie die Kurssetzung für den Herren-Super-G am Dienstag gestrichen wurden. Der Zutritt zur Strecke wurde für alle gesperrt. Die Herren gehen damit ohne Vorkenntnisse in ihr erstes WM-Rennen, es wird nur eine Besichtigung vor dem Start um 13 Uhr geben.

Bis Donnerstag droht weiterer Schneefall
Sobald der Schneefall am frühen Nachmittag ein Ende hatte und sich die Sicht rund um die Tofane besserte, rückte ein Hubschrauber mit Sprengstoff aus. Stundenlang wurden über das gesamte Tal hinaus deutlich hörbar kontrollierte Lawinenabgänge erzeugt, ehe die allergrößte Gefahr gebannt war.

Wie der Ski-Weltverband FIS am frühen Montagabend mitgeteilt hat, soll am morgigen Dienstag wie vorgesehen der Super-G der Damen stattfinden – die Startzeit wurde aber um zweieinhalb Stunden nach hinten geschoben. Der für morgen geplante Super-G der Herren wurde auf Dienstag verschoben ( siehe auch eigenen Bericht).

Dienstagnachmittag werden in Cortina keine weiteren Niederschläge erwartet, am Mittwoch, dem Tag der Männer-Kombi, drohen dann aber wieder bis zu 25 cm Neuschnee. Erst ab Donnerstag soll das Wetter in den Dolomiten deutlich besser werden.




Autor: fop

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