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Die Spieler von Plaus hatten in dieser Saison nicht immer Grund zur Freude. © S. Mitterer

Plaus nach dem Schock: „Wir spielen, weil es im Sinne von Andreas wäre“

Nach 21 Spieltagen liegt Plaus in der 1. Amateurliga Gruppe A mit 29 Punkten im Tabellenmittelfeld. Nach den zwei Coronajahren und den daraus resultierenden Meisterschaftsabbrüchen, ist es für die Untervinschger die erste komplette Saison in dieser Spielklasse.

SportNews: Welches Zwischenfazit können Sie nach 21 Runden in Bezug auf ihre Mannschaft ziehen?


Roland Schiefer: „Grundsätzlich bin ich mit dem derzeitigen Punktestand zufrieden. Es gibt einige Partien, in denen wir Punkte liegen gelassen haben. Auf der anderen Seite hat es ein paar Spiele gegeben, in denen wir am Ende mit ein wenig Glück noch einen Sieg oder zumindest einen Punkt eingefahren haben.“


Was waren die Vereinsziele am Anfang der Saison?

„Der Verein hat ganz klar den Klassenerhalt als Ziel vorgegeben. Wenn man sich die Tabelle anschaut, dann sieht man auch, dass wir noch einige Punkte brauchen, um dieses Ziel frühzeitig zu erreichen. Alles was danach kommt ist Zugabe. Ein wenig Druck kam von den Medien, die uns einige Male als Geheimfavoriten erklärt haben, obwohl wir in der Saison vor Corona von der 2. In die 1. Amateurliga aufgestiegen sind.“


Wie wichtig ist es, in der Liga die beste Vinschger Mannschaft zu sein?

„Das ist einerseits wichtig, dann aber trotzdem nicht ganz wichtig. In der Liga sind einige Vinschger Teams und das bedeutet immer Derbystimmung. Diese Stimmung kommt aber auch bei Duellen mit Tirol und Ulten auf. Dass Derbys eigene Gesetze haben sieht man, wenn man auf die Ausbeute aus solchen Spielen blickt. Gegen Schluderns, in meinen Augen ein sehr starker und guter Gegner, holten wir 6 Punkte. Gegen Schlanders, das fast am Ende der Tabelle zu finden ist, holten wir nur einen Zähler.“

Plaus ist die zweite Trainerstation von Roland Schiefer bei einer Kampfmannschaft.


Vor 2 Wochen beim Spiel gegen Schluderns konnten Sie krankheitsbedingt nicht dabei sein. Wie schwer ist es für einen Trainer, wenn er bei einem Spiel nicht an der Linie stehen darf?

„Grundsätzlich ist das schwierig für einen Trainer. Wir haben aber ein Team gebildet, das während des Spiels perfekt zusammen gearbeitet hat. Zuerst haben wir uns einen Matchplan zurechtgelegt, wie wir dieses Spiel angehen wollen. In dieser Phase waren vor allem die erfahrenen Spieler im Team gefordert. Meinen Platz auf der Bank übernahm der Präsident, mit dem sportlichen Leiter, der auf der Tribüne Platz nahm, war ich fast während des gesamten Spiels in Kontakt. Durch diese perfekte Teamleistung hat man gar nicht gemerkt, dass ich physisch nicht dabei sein konnte. Das Spiel wurde gefilmt, ich habe es mir angeschaut und festgestellt, dass vor allem die Spieler auf dem Feld mehr Verantwortung übernommen haben als sonst und sich das auch positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hat.“


Der Verein und die 1. Mannschaft wurden vor einigen Wochen mit dem plötzlichen Tod von Andreas Palla in tiefe Trauer versetzt. Die Spiele wurden aber trotzdem alle durchgezogen. Warum?

„Das ist einfach zu erklären. Als ich über den plötzlichen Tod von Andreas informiert wurde, war ich geschockt und in tiefer Trauer. Ich habe dann die wichtigsten Spieler angerufen, sie informiert und mich mit ihnen beraten. Relativ schnell habe ich verstanden, dass die Spieler spielen wollen. Warum? Weil es mit Sicherheit ganz im Sinne von Andreas war. Ich bin mir sicher, dass er zur Mannschaft gesagt hätte: spielt!“

Zur Person

  • Roland Schiefer spielte ab seinem 16. Lebensjahr in der Kampfmannschaft des SC Passeier. Mit nur 23 Jahren beendete er seine aktive Laufbahn.
  • Mehrere Jahre war der Psairer im Jugendbereich seines Heimatvereins tätig.
  • Nach Abschluss des UEFA-B-Trainerscheins zog es ihn in die Jugendabteilung von Obermais. Dort feierte er u.a. mit der A-Jugend den Vize-Regionalmeistertitel.
  • Marling war seine 1. Station als Trainer im Erwachsenenbereich.
  • Seit Juli steht Schiefer bei Plaus an der Seitenlinie.
  • Der 35-Jährige hat zusammen mit seiner Lebensgefährtin einen dreijährigen Sohn. Seit der Matura ist Schiefer bei der Firma Maico im Passeiertal im Bereich des Einkaufs tätig.

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