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Im Oktober gastierte Vicenza mit seinem Fananhang (Hintergrund) in Bozen (Foto: DLife)

Der nächste FCS-Gegner steht vor dem Aus

Nach Modena nun Vicenza: Im Kreis B der Serie C, jenem des FC Südtirol, droht der nächste Traditionsklub von der Fußballlandkarte zu verschwinden. Der ehemalige Europapokalteilnehmer aus dem Veneto erlebt im Augenblick bange Stunden.

Vicenza Calcio, ehemals Lanerossi Vicenza, ist einer der ältesten und traditionsreichsten Fußballklubs des Stiefelstaates. Im Jahr 1978 wurden die Weiß-Roten aus der 100.000-Einwohner-Stadt italienischer Vize-Meister, 1997 gewann man die Coppa Italia und zog in der Volgesaison bis ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger ein, scheiterte erst dort am FC Chelsea. Direkt danach folgten mehrere Auf- und Abstiege, bis der absolute Tiefpunkt in der laufenden Winterpause erreicht wurde. Vicenza Calcio ist zahlungsunfähig.


Das Ende von 115 Jahren Vereinsgeschichte?

Die Drittligaspieler warten seit Saisonbeginn vergebens auf ihr Einkommen. Der Schuldenberg des Klubs nimmt immer größere Ausmaße an, allein aus dem Zeitraum September/Oktober sind 530.000 Euro an Gehältern, Beitragszahlungen und Steuern offen. Dieser Betrag muss bis Mittwoch, 12 Uhr abbezahlt sein, ansonsten sind alle Spieler ab dem Zeitpunkt frei von vertraglichen Verpflichtungen und können sich anderen Team anschließen. Sie haben bereits mit einer Schadenersatzklage angedroht. Sollte die Frist tatenlos verstreichen - und darauf deutet im Augenblick alles hin - würde noch während des laufenden Meisterschaft das Insolvenzverfahren eröffnet. Ob Vicenza, wie zuvor Modena, vom Spielbetrieb aussteigt oder die Saison zu Ende bringt, steht noch völlig offen. Die Suche nach einem seriösen Investor verlief bis dato ergebnislos.


FCS-Rückspiel auf der Kippe


Damit steht auch hinter der Auswärtsreise des FC Südtirol am 18. März noch ein großes Fragezeichen. Dieses würde Fink & Co. ins Romeo-Menti-Stadion in Vicenza führen. Im Hinspiel behauptete sich der FCS mit 1:0. Auch dieser Punktgewinn scheint, aufgrund der jüngsten Entwicklungen, noch keinesfalls in Stein gemeißelt.



SN/Alexander Foppa


Autor: sportnews