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Erling Braut Haaland ist Borussia Dortmunds Ass im Ärmel. © APA/afp / LEON KUEGELER

Die Bundesliga ist zurück – Der SportNews-Check

Am Freitagabend wird die neue Bundesliga-Saison mit dem Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München eröffnet. Wer wird Meister, wer qualifiziert sich für Europa und wer steigt ab? Wir wagen die Prognose.

Bayern wieder ohne Konkurrenz?
Bayern München wird auch auf dem Weg zur 10. Meisterschaft in Folge nicht aufzuhalten sein. Der Abgang von Hansi Flick wurde mit Julian Nagelsmann hervorragend aufgefangen – auch, wenn die Testspiele bis dato in die Hose gingen. Das hat jedoch nichts zu sagen. In der Abwehr müssen die Bayern künftig Jerome Boateng und vor allem David Alaba ersetzen. Doch mit Lucas Hernandez und Dayot Upamecano haben die Münchner zwei hervorragende Innenverteidiger im Kader. Noch dazu ist es Nagelsmann zuzutrauen Spieler wie Niklas Süle oder auch die Offensiv-Freigeister Leroy Sane oder Serge Gnabry wieder in die Spur zu bringen bzw. auf ein neues Level zu heben.

Julian Nagelsmann soll Bayern national in der Erfolgsspur halten. © APA/afp / CHRISTOF STACHE

Dahinter wird es einen Zweikampf zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig geben. Der neue Trainer des BVB, Marco Rose, macht höchstwahrscheinlich da weiter, wo sein Kurzzeit-Vorgänger Edin Terzic aufgehört hat und hebt den BVB auf ein höheres Niveau. Wie einst unter der Regie von Kulttrainer Jürgen Klopp gibt es mehr Spektakel. Doch zum ersten Meistertitel seit 2012 wird es nicht reichen. Der neue RB-Trainer Jesse Marsch bringt mit seiner positiven, mitreißenden Art jede Menge Spaß in den Leipziger Angriffsfußball. Der Kader ist vor allem in der Breite gut besetzt, RB will endlich einen Titel. Doch zumindest in der Liga reicht es auch in dieser Saison nicht. Insgesamt dürfte Dortmund trotz des Abgangs von Jadon Sancho etwas besser aufgestellt sein. Vor allem wegen einem Mann: Erling Haaland, der für 30 Tore gut ist. Wenn er fit bleibt, könnte der BVB gar lange ein Wort um die Meisterschaft mitreden.
Gladbach als Überraschungsteam
Dahinter könnte Borussia Mönchengladbach für eine Überraschung sorgen. Die Fohlen haben eine eingeschworene Mannschaft, die bereits seit Jahren zusammenspielt. Ex-Frankfurt-Trainer Adi Hütter, der bei den Adlern große Erfolge feierte, hat das Amt von Vorgänger Rose übernommen. Eine Saison ohne Europapokal bietet viel Zeit zum Kennenlernen und fürs Training. Das wird dem Team guttun und Borussia am Ende in die Champions League katapultieren.

Adi Hütter gibt ab sofort bei Gladbach die Kommandos. © APA/dpa / Federico Gambarini

Für den VfL Wolfsburg wird es dagegen in dieser Saison nicht für die Königsklasse reichen. Für den VfL ging es seit 2018 beinahe kontinuierlich bergauf. Das noch einmal zu steigern oder wenigstens zu bestätigen, wird aber nicht klappen. Die Umstellung vom Glasner- auf den Van-Bommel-Fußball, die zusätzliche Belastung durch die Champions League: Das ist sehr viel auf einmal. Die Wolfsburger schaffen es maximal auf einen Europa-League-Platz.

Etwas stärker sind dagegen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt einzuschätzen. Beide haben einen neuen Trainer, wobei Glasner bei Frankfurt nach den Abgängen von Luka Jovic und Andre Silva noch ein starker Stürmer fehlt. Falls die Frankfurter noch einen Torjäger verpflichten, können sie auch heuer wieder überraschen.
Stuttgart hat Potential
Im Tabellenmittelfeld werden sich wohl Union Berlin, die TSG Hoffenheim, der VfB Stuttgart und der SC Freiburg herumtummeln. Vor allem die Stuttgarter haben eine interessante junge Mannschaft, die für den Sprung nach Europa vielleicht noch zu unreif ist. Grundsätzlich ist dem Team um Stürmer Sasa Kalajdzic aber vieles zuzutrauen. Union ist in der Bundesliga richtig angekommen. Die Rolle des ewigen Außenseiters sind die Eisernen zwar los, doch auch als Europacup-Team hält Trainer Urs Fischer die Berliner im dritten Jahre sicher auf Kurs Klassenerhalt. Bei Hoffenheim hängt vieles noch davon ab, ob Stürmer Andrej Kramaric den Verein noch verlässt. Dann wäre eine Spielzeit mit Abstiegskampf nicht ausgeschlossen. Diesem wird Freiburg wohl erneut aus dem Weg gehen können. Christian Streich wird es wieder schaffen. Im Winter feiert der ewige SC-Trainer sein Zehnjähriges, am Ende der Saison steht ein einstelliger Tabellenplatz.

Kevin Prince-Boateng kehrte mit 34 Jahren in seine Heimatstadt Berlin zurück. © PIXATHLON/SID

Interessant wird sein, wie sich Hertha BSC, Mainz 05 und der FC Augsburg heuer schlagen. Für die Hertha ist die obere Tabellenhälfte mit diesem Kader um Kult-Spieler Kevin-Prince Boateng mindestens drin. Für Europa reicht es beim Hauptstadt-Club wohl noch nicht. Aber die Krisenzeiten sind vorbei. Fredi Bobic als Geschäftsführer und Pal Dardai haben das Zeug, die Alte Dame zu stabilisieren. Mainz 05 und dem FC Augsburg ist eine ruhige Saison zuzutrauen – auch, weil mit Bo Svensson und Markus Weinzierl zwei Trainer am Werk sind, die ihre Klubs bestens kennen.
Wer steigt ab?
Eng wird es hingegen für den 1. FC Köln. Die Kölner haben im Sommer wichtige Spieler verloren und werden deshalb auch heuer wieder gegen den Abstieg spielen. Einziger Hoffnungsträger: Neo-Trainer Steffen Baumgart. Der Schwung, den der neue Coach mitbringt, tut gut und hilft, doch der Kader lässt keine großen Sprünge zu.

Kölns Kapitän Jonas Hector ist eigentlich zu gut für Abstiegskampf. © FIRO/SID

Noch schwerer wird es aber wohl für Arminia Bielefeld, den VfL Bochum und die SpVgg Greuther Fürth. Bochum und Fürth gehören als Aufsteiger automatisch zu den Abstiegskandidaten Nummer 1. Bochum musste Top-Scorer Robert Zulj ziehen lassen, während bei Fürth gleich mehrere Aufstiegshelden nicht mehr da sind. Während dem VfL aber in Sachen Kampfkraft keine Mannschaft die Stirn bieten kann, kommen die Fürther vor allem über ihre spielerische Klasse. Für beide Teams wird die Mission Klassenerhalt aber eine Herkulesaufgabe. Genauso wie für Bielefeld. Die Ostwestfahlen gehen in das verflixte zweite Jahr nach dem Aufstieg und mussten zahlreiche Stammkräfte ziehen lassen.

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