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Clemens Tönnies steht weiter in der Kritik © firo Sportphoto/SID / firo Sportphoto/Ralf Ibing

Schalke-Boss Tönnies unter Beschuss: „Kann Schaden nicht wettmachen“

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, hat den Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies nach dessen rassistischer Entgleisung scharf kritisiert und weitere Konsequenzen gefordert.

„Dass so etwas von jemandem artikuliert wird, der eine herausgehobene Position im Sport innehat, macht die Sache umso schlimmer. Die am folgenden Tag veröffentlichte Klarstellung durch Herrn Tönnies kann den gesellschaftspolitischen Schaden sicher nicht wettmachen“, sagte die SPD-Politikerin der Welt am Sonntag .

Sylvia Schenk von Transparency International erklärte: „So etwas rutscht einem bei einer offiziellen Rede nicht einfach heraus, da steckt eine hochproblematische Einstellung dahinter.“ Auch die 67 Jahre alte Juristin forderte Tönnies zum Handeln auf. „Da ist tätige Reue mit deutlichen Signalen in Richtung Afrikanern nötig, um wirklich einen Geisteswandel unter Beweis zu stellen“, sagte Schenk der WamS .

Tönnies, seit 2001 der starke Mann beim Fußball-Bundesligisten aus Gelsenkirchen, hatte sich am Samstag erneut reumütig gezeigt. „Ich bin über mich selbst bestürzt, dass mir so etwas passieren konnte. Da hilft kein drum herum reden, da hilft auch keine Verschlimmbesserung, es war schlicht töricht“, hatte der 63-Jährige der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung gesagt und beteuert, er werde das „wiedergutmachen“.

Fleischfabrikant Tönnies hatte am Donnerstag bei der Festveranstaltung zum Tag des Handwerks in Paderborn eine Rede zum Thema „Unternehmertum mit Verantwortung - Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung“ gehalten. Der Schalke-Boss empfahl dabei die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte laut der Zeitung Neue Westfälische: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren.“
Am Freitag hatte er erstmals um Entschuldigung gebeten für seine Aussage, die in „Inhalt und Form unangebracht“ gewesen sei.
Der Ehrenrat von Schalke 04 hatte am Freitag bekannt gegeben, sich in der nächsten Sitzung in der kommenden Woche mit dem Thema zu beschäftigen. Dem Gremium stehen diverse Sanktionen bis hin zu einer Amtsenthebung Tönnies' zur Verfügung.

Auch der ehemalige Schalker Hans Sarpei hatte die Wortwahl scharf verurteilt und Konsequenzen gefordert. „Es sind rassistische Bemerkungen, die in keinster Weise mit dem Leitbild des FC Schalke 04 oder unserer modernen offenen Gesellschaft vereinbar sind“, schrieb der in Ghana geborene 43-Jährige am Freitag bei Facebook.

Autor: sid

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