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Mainz-Trainer Achim Beierlozer ist im Konflikt mit seinem Team. © APA/afp / JOHN MACDOUGALL

Trainingsstreik: Chaos bei Mainz 05

Das gab es in der Deutschen Bundesliga wohl noch nie: Die Spieler vom FSV Mainz 05 verweigerten am Mittwochnachmittag das Training und ließen ihren Coach Achim Beierlozer und den gesamten Verein ziemlich schlecht dastehen. Vorausgegangen war dem Streik die Suspendierung des Stürmers Adam Szalai.

Erst am Donnerstagnachmittag beendeten die Spieler nach intensiven Gesprächen ihren Ausstand, mit dem sie 24 Stunden zuvor gegen die zu Wochenbeginn erfolgte Suspendierung von Stürmer Adam Szalai protestiert hatten. Sportvorstand Rouven Schröder kündigte an, dass die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Aufsteiger VfB Stuttgart nach dem Eklat nun planmäßig fortgesetzt werde. „Wir werden selbstverständlich trainieren und am Samstag alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen“, sagte er.

Einzigartiger Vorfall im deutschen Fußball-Himmel
Durch die in der Bundesliga bisher wohl einmalige Aktion – einen vergleichbaren Vorfall gab es bei der WM 2010, als Frankreichs Nationalmannschaft das Training boykottierte – ist das Verhältnis zwischen FSV-Trainer Achim Beierlorzer und der Mannschaft erheblich belastet. Von einem Zerwürfnis wollte der 52-Jährige allerdings nichts wissen: „Die Mannschaft hat ein Statement gesetzt, das aber nicht persönlich gegen mich gerichtet war.“

Dennoch bleiben Narben. Er könne den Zusammenhalt der Profis und die Solidarität mit Szalai, der am Donnerstag erstmals bei der U23 trainierte, zwar nachvollziehen. „Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass dies in den Trainingsbereich reinspielte“, kritisierte Beierlorzer.
Eine Rücknahme der Suspendierung von Szalai, die aus sportlichen Gründen erfolgt sei, schloss er kategorisch aus: „Es geht so weiter, wie es entschieden wurde. Ich bleibe dabei.“
Szalai will um seinen Vertrag kämpfen
Der ungarische Nationalstürmer will seinen Rauswurf allerdings nicht kampflos hinnehmen. „Wir werden standhaft bleiben und durchsetzen, dass Adam nächste Woche wieder am Mannschaftstraining teilnehmen darf“, sagte Szalais Berater Oliver Fischer den Zeitungen der VRM-Gruppe und kündigte an: „Adam wird sich keinen neuen Verein suchen. Er will und wird in Mainz bleiben.“ Den Mainzern droht damit sogar eine juristische Auseinandersetzung.

Autor: fs/dpa

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