a Champions League

Chelsea gewinnt zum zweiten Mal die UEFA Champions League. © APA/afp / PIERRE-PHILIPPE MARCOU

Havertz macht den Unterschied: Chelsea gewinnt die Champions League

Im Estadio do Dragao in Porto war alles für das innerenglische Duell im Finale der Champions League angerichtet. Manchester City gegen den FC Chelsea, Pep Guardiola gegen Thomas Tuchel. Vor rund 16.500 Fans wurde das wichtigste Finale im Klubfußball ausgefochten – mit dem besseren Ende für Chelsea.

Bei den Aufstellungen gab es keine allzu großen Überraschungen, bis auf eine Ausnahme. Raheem Sterling stand etwas unverhofft in der Startelf der Citizens, zumal er in den vergangenen internationalen Begegnungen kaum berücksichtigt worden war. Sein Trainer Guardiola verteidigte seine Entscheidung aber, indem er auf die Flexibilität im Spiel hinwies, die er angesichts Chelsea gefordert sah.


„Vielleicht sind wir der kleine Außenseiter, aber wir wollen Porto mit der Trophäe verlassen“, stellte Thomas Tuchel im Vorfeld der Partie klar. Wie ein Außenseiter trat der Klub von der Stamford Bridge jedoch keineswegs an. Die erste Halbzeit war geprägt von vielen Umschaltmomenten der Blues, die immer wieder gefährlich vor dem Tor von Manchester City auftauchten. Innerhalb der ersten 15 Minuten vergibt Chelsea-Stürmer Timo Werner gleich zwei hochkarätige Chancen.

Erst der Schock – dann das Tor
Mit fortschreitender Spieluhr fanden aber auch die Citizens immer besser ins Spiel und konnten sich an das Tor von Edouard Mendy herantasten. Die größte Chance zur Führung ereignete sich dabei in der 27. Minute als Kevin de Bruyne Phil Foden im Strafraum fand. Der Schuss des englischen Nationalspielers wurde aber letzten Endes durch eine Heldentat von Antonio Rüdiger rettend abgeblockt. Besonders Raheem Sterling stach in diesen Minuten heraus, der Flügelstürmer brachte viel Tempo auf der linken Seite von City mit.

Ließ sich die Chance zum tor nicht nehmen: Kai Havertz. © APA/afp / JOSE COELHO

In der 35. Minute dann der Schockmoment für Chelsea. Bei einer Abwehraktion verletzte sich Thiago Silva unglücklich und musste vom Feld humpeln. Für den Abwehrchef kam der Däne Andreas Christensen ins Spiel. Trotz des moralischen Rückschlages bleib Chelsea aber am Drücker. In einer Phase, in der die Londoner etwas mehr Ballbesitz halten konnten, fiel dann der goldene Treffer. Mason Mount spielt Havertz in den Lauf, der den Ball an Ederson vorbeilegen kann und souverän zum 1:0 einschieben kann. Die Abwehr von City sah dabei etwas unglücklich aus. Für Kai Havertz war es indes der allererste Treffer in der Champions League – der perfekte Zeitpunkt für eine Premiere. Mit dem Stand von 1:0 ging es schließlich auch in die Pause.
City erhöht den Druck – beißt sich aber die Zähne aus
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte überrascht die offensive Ideenlosigkeit der Citizens. Am defensiven Bollwerk der Blues biss sich die Millionen-Offensive aus Manchester immer weiter die Zähne aus. In der 56. Minute ereilte dann auch City das Verletzungspech. Kevin de Bruyne und Antonio Rüdiger prallten mit ihren Köpfen aneinander. Daraufhin musste der sichtlich benommene De Bruyne unter Tränen das Spielfeld verlassen. Für ihn kam Gabriel Jesus ins Spiel.

Ab der 70. Minute boten sich Chelsea immer mehr Räume. City rückte auf und stand hoch, was Chelsea zwar unter Druck setzte, gleichzeitig aber auch zu gefährlichen Konterläufen einlud. Im Zuge einer dieser Gegenschläge verpasste der für den glücklosen Timo Werner eingewechselte Christian Pulisic das 2:0. Fast im Gegenzug kam City zur Chance zum Ausgleich, als Sterling den Ball von der Grundlinie kratzen und irgendwie in den Strafraum spielen konnte. Ben Chilwell klärte aber kurz vor Riyad Mahrez.

Die Defensive von Chelsea ließ nichts anbrennen. © APA/afp / MICHAEL STEELE

Manchester City drückte immer weiter, versuchte aus dem hohen Ballbesitzanteil von rund 60 Prozent Chancen zu kreieren. Chelsea befreite sich aber stets clever aus der Umklammerung des Meisters und nahm sich gegen Ende des Spiels bei Standardsituationen wichtige Zeit von der Uhr. Darüber hinaus standen die Londoner im letzten Drittel extrem eng, was den typischen Kombinationsfußball Guardiolas vor dem Strafraum entsprechend lähmte.
Sieben Minuten – doch Chelsea behält die Nerven
Aufgrund der langen Verletzungspause beim Zusammenprall zwischen Rüdiger und De Bruyne wurden am Ende der regulären Spielzeit sieben Minuten nachgespielt. Doch Chelsea ließ sich von seinem Weg nicht abbringen und konnte sich weiterhin immer wieder von Citys Angriffsversuchen befreien und sich selbst Chancen erarbeiten. Der erlösende Schlusspfiff ließ schließlich alle Dämme brechen. Chelsea gewinnt nach 2012 zum zweiten Mal in seiner Geschichte die UEFA Champions League. Für den Trainer Thomas Tuchel und Thiago Silva ist es indes die Revanche für das verlorene Finale in der vergangenen Saison.

Zum Man of the Match wurde Chelseas Mittelfeldmotor N'Golo Kantè ernannt. Der französische Nationalspieler war eine wichtige Konstante im Aufbauspiel der Blues, war aber auch in der Rückwärtsbewegung von großer Bedeutung für den frisch gebackenen Champions League-Sieger.

Manchester City – FC Chelsea 0:1
0:1 Havertz (43.)
Aufstellungen

Manchester City (4-3-3)
Ederson; Walker, Stones, Dias, Zinchenko; Gündogan, Silva (ab 64. Fernandinho), Foden; Mahrez, De Bruyne (ab 60. Jesus), Sterling (ab 77. Aguero)

FC Chelsea (3-4-3):
Mendy; Azpilicueta, Silva (ab 39. Christensen), Rüdiger; Chilwell, Jorginho, Kanté, James; Mount (ab 80. Kovacic), Werner (ab 66. Pulisic), Havertz

Schlagwörter: Fussball

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