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Papu Gomez und Atalanta schrieben noch vor wenigen Wochen in der Champions League Geschichte. © ANSA / PAOLO MAGNI

Papu Gomez: „Atalanta-Valencia hat Mitschuld am Drama“

Keine Stadt ist in Europa so sehr vom Coronavirus gebeutelt, wie Bergamo. Bereits seit längerem spekulieren Ärzte und Wissenschaftler, dass dies mit dem Champions-League-Spiel zwischen Atalanta und Valencia zusammenhängen könnte. Die Meinung teilt auch Atalanta-Kapitän Papu Gomez, der sich große Sorgen macht.

Am 19. Februar standen sich im Mailänder San Siro Atalanta und Valencia im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales gegenüber. Den überraschenden 4:1-Sieg bejubelten damals 45.000 Fans, die zum Großteil aus dem nahen Bergamo angereist waren. Zum Vergleich: Die Provinzhauptstadt zählt 120.000 Einwohner und ist damit in etwa so groß wie Bozen. „Ganz Bergamo war damals im Stadion. Gewöhnlich fährt man 40 Minuten bis nach Mailand, meine Mutter hat an jenem Tag aber mehr als 3 Stunden benötigt. Das war der Wahnsinn“, erinnert sich Gomez im Gespräch mit der argentinischen Sportzeitung Olè und fügt hinzu: „Ich bin mir sicher, dass jener Abend entscheidend dazu beigetragen hat, dass sich der Virus in unserer Stadt dermaßen verbreiten konnte. Damals war Corona noch kein großes Thema, es gab in Bergamo keine bekannten Fälle, dementsprechend keine Auflagen oder Berührungsängste.“

In der Tat lagen sich während und nach dem historischen Atalanta-Sieg unzählige Fans in den Armen und feierten gemeinsam. Zum Feiern ist den Nerazzurri längst nicht mehr zumute – und das obwohl im Rückspiel der erstmalige Einzug ins Viertelfinale perfekt gemacht wurde. „Wir spielten da bereits ohne Zuschauer, doch irgendwie war auch in Valencia noch alles einigermaßen entspannt. Bei unserem damaligen Gegner wurden in der Zwischenzeit mehrere Coronafälle bekannt, einer war gegen uns Stammkraft. Natürlich mache ich mir große Sorgen“, so der Argentinier.

Während sich bei anderen Serie-A-Klubs immer mehr Spieler mit Corona infizieren, blieb Atalanta bislang verschont. Angesichts der mehr als 200 Toten, die die Provinz Bergamo mittlerweile zählt, ist die Unversehrtheit der Fußballer allerdings nur ein ganz kleiner positive Randvermerk. Immerhin gibt es auch im Vereinsumfeld bereits mehrere Todesfälle, die mit der neuartigen Lungenkrankheit zusammenhängen.

Autor: fop

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