a Champions League

Am Samstag ist es wieder so weit: das Finale der Champions League steht an. © APA/afp / MIGUEL RIOPA

Tanz der Millionentruppen im CL-Finale

Am Samstag ist es so weit: mit Manchester City und dem FC Chelsea treffen nach 2008 und 2019 bereits zum dritten Mal zwei englische Mannschaften im Finale der UEFA Champions League aufeinander. Wer sich am Ende durchsetzen wird steht noch in den Fußballsternen, die taktische Ausrichtung der beiden Mannschaften lässt aber auf ein intensives Spiel hoffen.

Die jüngsten beiden Pflichtduelle gewann Chelsea, im Cup-Halbfinale und in der Premier League. City wurde trotzdem Meister, Chelsea Vierter. „Es tut uns natürlich gut, in der letzten Zeit in zwei unterschiedlichen Wettbewerben gegen ManCity gewonnen zu haben. Das gibt uns das nötige Vertrauen“, betonte Tuchel, der aber auch von einer „leichten Außenseiterrolle“ spricht.


Guardiola zollte Tuchel großen Respekt. „Ich denke, er ist ein außergewöhnlicher Trainer“, sagte der Katalane. „Natürlich will ich gegen ihn gewinnen, so wie er auch gegen mich gewinnen will, denke ich.“ Der deutsche Trainer war erst Anfang dieses Jahrs an die Stamford Bridge gekommen, um das Traineramt vom gescheiterten Frank Lampard zu übernehmen. In der Folge führte er die Blues in der Liga auf Tabellenplatz 4. Das Finale der Champions League ist schließlich die Krönung einer turbulenten Saison für Klub und Trainer und die letzte Titelchance für die Blues nach dem verlorenen FA-Cup-Finale gegen Leicester City (0:1).

Geld und Erfolg gehen miteinander einher
Eng mit dieser Finalpaarung verbunden ist auch die Thematik der Finanzierung der beiden Vereine. So haben es in der langen Geschichte des britischen Fußballs beide erst relativ spät in den Kreis der großen Clubs geschafft. Genau genommen gelang das erst nach der Übernahme durch spendierfreudige ausländische Haupteigentümer.

Wie die spanische Fachzeitschrift „Marca“ vorrechnete, haben Scheich Mansour und Abramowitsch seit der Saison 2003/04, als der wirtschaftlich umtriebige Russe Chelsea erwarb, schon rund vier Milliarden Euro für Spieler ausgegeben. Die Herrscherfamilie aus dem Emirat Abu Dhabi stieg 2008 bei City ein, seitdem gab es fünf Premier-League-Titel. Drei davon sogar innerhalb der letzten vier Jahre. Im vorigen Jahrhundert gewann die „Sky Blues“ lediglich 1936/37 und 1967/68 die englische Meisterschaft. Chelsea konnte vor der Abramowitsch-Ära nur 1954/55 über den Titel jubeln, seitdem klappte es ebenfalls fünfmal mit dem Liga-Triumph.
City fehlt noch ein Titel zur Vollendung
Ungeachtet der nationalen Erfolge der beiden Vereine in den letzten Jahren, sind City und Chelsea bislang dennoch ungewohnte Gäste im Endspiel der Königsklasse. Während die Citizens am Samstag ihr erstes Finale auf diesem Niveau bestreiten, streckt sich der Londoner Klub bereits zum dritten Mal nach dem heiß ersehnten Henkelpott. 2008 verlor man gegen Manchester United noch dramatisch im Elfmeterschießen, 2012 war das Glück jedoch auf der Seite der Blues, als man die Bayern im eigenen Stadion ebenso erst im Elferschießen schlagen konnte.

Für Manchester City wäre der Titel indes die Krönung einer beeindruckenden Ära. Mit der Verpflichtung von Pep Guardiola im Jahr 2016 konnten die Citizens ihren Fußball auf ein noch höheres Niveau heben. Trotz der zahlreichen nationalen Erfolge kam es aber noch nicht zur endgültigen Vollendung in der Königsklasse, wo man in den vergangenen Jahren immer ein bitteres Ausscheiden hinnehmen.
Beide Trainer befinden sich auf eigener Mission
Beide werden darüber hinaus von wahrhaft Fußball-Besessenen auf dem Platz gesteuert. City-Coach Pep Guardiola strebt seinen dritten Champions-League-Triumph an, nachdem er bereits zweimal mit seinem Stammverein FC Barcelona reüssiert hatte. Für Chelsea-Trainer Thomas Tuchel ist es das zweite Endspiel nach jenem im Vorjahr, das er mit Paris Saint-Germain gegen die Bayern verlor.

Wollen sich den Henkelpott schnappen: Pep Guardiola (l.) und Thomas Tuchel (r.). © APA/afp / PAUL ELLIS, ADRIAN DENNIS

„Wir sind da, um den Titel zu holen“, sagte der 47-jährige Deutsche, den mit Guardiola inzwischen eine Freundschaft verbindet. Die Geschichte über ein gemeinsames Taktikgespräch vor Jahren mit Hilfe von Salz- und Pfefferstreuern im Münchner Nobelrestaurant Schumann's erzählen beide mit einem Grinsen.

Beim Blick auf die Kader würde man ein Offensivspektakel mit vielen Toren erwarten. Das Finale könnte sich aber auch gut und gerne in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. Die beiden Trainer sind nämlich gewiefte Taktiker und stehen – ungeachtet von Guardiolas Faible für gepflegte Kurzpass-Offensive – auf gute Organisation, die mit einer stabilen Verankerung in der Abwehr beginnt.

In der laufenden Champions-League-Saison haben sowohl ManCity als auch Chelsea nur vier Tore kassiert. Bei den Londonern ragt der brasilianische Routinier Thiago Silva heraus, bei den „Citizens“ der erst im vergangenen Sommer verpflichtete Portugiese Ruben Dias. Die Verfassung der beiden Defensivreihen wird also einer der Schlüssel zum Erfolg am Samstag sein.

Finale der Champions League

Manchester City – FC Chelsea (Anpfiff Samstag, 21 Uhr)


Mögliche Aufstellungen:

Manchester City (4-3-3)
Ederson; Walker, Dias, Stones, Cancelo; De Bruyne, Rodri, Gundogan; Mahrez, Foden, Bernardo Silva

FC Chelsea (3-4-2-1)
Mendy; Christensen, Thiago Silva, Rudiger; Azpilicueta, Kanté, Jorginho, Chilwell; Mount, Pulisic; Werner

Schlagwörter: Fussball

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