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Ein rabenschwarzer Abend für den Superstar: Cristiano Ronaldo als Sinnbild für Juves Scheitern. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Totales Versagen: Juve und seine Stars arg unter Beschuss

Am Morgen nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen den krassen Außenseiter aus Porto wird mit Juventus abgerechnet – speziell mit Superstar Cristiano Ronaldo. Auch ehemalige Juve-Größen wie Alessandro Del Piero sparen nicht mit Kritik, gleichzeitig bricht der Aktienkurs ein.

Die Champions League bleibt für Cristiano Ronaldo in seiner Zeit bei Juventus ein Wettbewerb der Enttäuschung. Nach insgesamt fünf Triumphen mit Manchester United und Real Madrid schied der italienische Rekordmeister zum dritten Mal seit dem Wechsel des Superstars aus Portugal bereits früh in der K.o.-Phase aus – und das neuerlich, nach Ajax und Lyon, gegen einen vermeintlich einfachen Gegner. Eine große Teilschuld trägt allerdings der portugiesische Superstar selbst.


Cristiano Ronaldo war beim 3:2 nach Verlängerung, das aufgrund der 1:2-Auswärtsniederlage in Porto nicht zum Weiterkommen reichte, ein Schatten seiner selbst. Er wirkte nervös, vor dem Tor harmlos und tauchte immer wieder unter. Beim zwischenzeitlichen 2:2 durch Sérgio Oliveira, dem effektiven Todesstoß für Juve, war er es, der sich in der Mauer wegdrehte und somit für eine freie Schussbahn sorgte. Dementsprechend hart wurde er von den Juve-Fans noch am Abend des Ausscheidens in den sozialen Netzwerken mit Kritik beschossen.

„Er ist der zentrale Spieler, da muss in solchen Spielen mehr kommen“
Alessandro Del Piero über Ronaldos Auftritt
Auch langjährige Juve-Größen wie Alessandro Del Piero oder Claudio Marchisio stellten dem aktuellen Starspieler der Vecchia Signora kein gutes Zeugnis aus. „Er repräsentiert Juve im Augenblick wie kein anderer, er ist der zentrale Spieler. Da muss in solchen Spielen deutlich mehr von ihm kommen“, sagte etwa Del Piero, der sich ansonsten mit Kritik an seinem Herzensverein vornehm zurückhält. Allerdings fügt er hinzu: „Es ist nicht einzig und allein an Ronaldo gelegen. Porto ist von Anfang an sehr tief gestanden, erst Recht in nummerischer Unterzahl. Da muss ein Team wie Juve andere Mittel finden, als gefühlt 50 hohe Bälle in den Strafraum zu schlagen.“

Zeitungen wie die Gazzetta nehmen Klub-Chef Andrea Agnelli in die Pflicht. © ANSA / Roberto Bregani / FTJ


In der Tat durfte Juve mehr als eine Stunde lang in Überzahl agieren, ließ jedoch den nötigen Biss und Offensivdrang vermissen. „Wir haben vier Fehler gemacht in den beiden Partien und im Achtelfinale der Champions League ist das viel. Portos Weiterkommen geht in Ordnung“, gestand Trainer Andrea Pirlo ein.
Folgen auch an der Mailänder Börse
Italiens Sport-Gazzetten kannten freilich keine Gnade mit den Turinern, die auch in der Liga immer wieder enttäuschen und der Mailänder Konkurrenz hinterherhecheln. „Bitteres Ende“, schreibt etwa das Turiner Blatt Tuttosport und führt mit Blick auf Doppeltoschütze Federico Chiesa aus: „Das Scheitern schließt auch CR7 ein. Jetzt muss ein Neustart mit Chiesa erfolgen.“ In eine ähnliche Kerbe schlägt die Gazzetta dello Sport mit dem Titel: „Juventus, ein weiterer Flop mit Ronaldo. Jetzt muss Agnelli alles überdenken“.

Juves Scheitern hat zwar in erster Linie sportliche Folgen, doch auch finanziell setzt es dem durch die Corona-Pandemie ohnehin gebeutelten Serienmeister deutlich zu. So brach der Aktienkurs der Bianconeri an der Mailänder Börse am Montag um 6,5 Prozentpunkte ein.


Autor: fop

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