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Manuel Schöpf (im blauen Trikot) spielte im Vorjahr bei Portsmouth "England war eine außergewöhnliche Erfahrung", so der Neuzugang des FC Obermais

Im Fußball-Mutterland: Manuel Schöpfs besonderes Jahr beim FC Portsmouth

Ein Südtiroler in den Diensten eines englischen Traditionsvereins? Ja, auch das gibt es. Manuel Schöpf aus Nals absolvierte die letzte Saison in der U-19 des englischen Drittligisten FC Portsmouth. Uns erzählte er seine Geschichte.

Mit dem FC Obermais bereitet er sich gerade auf seine erste Oberliga-Saison vor, in Kürze wird er sein Matura-Jahr angehen, noch genießt er aber ein klein wenig die Sommerferien – ja, so langsam kehrt bei Manuel Schöpf wieder der Südtiroler Alltag ein. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, immerhin spielte sich sein Tagesgeschehen in den letzten zwölf Monaten im 1000 Kilometer weit entfernten Portsmouth ab – und drehte sich eigentlich einzig und alleine um Fußball.

Der Nalser zählte im letzten Jahr nämlich zu den Stützen im U-19-Team des Drittligisten FC Portsmouth. Ein ungewöhnlicher Punkt im Curriculum eines Südtiroler Fußballers, den der Wirtschaftsfachoberschüler wie folgt erklärt: „Schon als kleiner Bub habe ich bei Manchester United und Chelsea einwöchige Sommercamps gemacht. Das hat mir sehr gut gefallen. Als sich in der vierten Klasse der Oberschule dann die Möglichkeit ergab, ein Auslandsjahr zu machen, wollte ich unbedingt nach England.“ Schon bald stieß der 18-Jährige auf einige interessante Angebote. „Nach einigen Probetrainings und Testspielen konnte ich schließlich zwischen drei Klubs auswählen. Ich habe mich für den FC Portsmouth entschieden.“


Anatomie statt Mathematik

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war neben der Besonderheit des Vereins (Portsmouth spielte bis 2010 in der Premiere League) auch die spezielle Schule, die Schöpf im letzten Jahr besuchte: „Der Profiklub hat eine eigene Schule, in die zahlreiche Spieler der Jugendakademie gehenund deren Augenmerk ausschließlich auf den Fußball gerichtet ist. Hauptfächer waren beispielsweise Ernährung oder Anatomie, Kurse wie Geschichte, Mathematik oder Englisch konnte man dagegen nur nebenher besuchen.“

Nach dem vormittäglichen Schulbesuch stand am Nachmittag meist ein Training an, mittwochs wurde immer gespielt. „Unsere Mannschaft landete am Ende der Meisterschaft, die vom Niveau her mit jener der Beretti zu vergleichen ist, im vorderen Tabellendrittel“, erklärt der 18-Jährige, der sich schnell einen Stammplatz erkämpfte und vorwiegend auf der Flügel- oder den Mittelfeld-Positionen eingesetzt wurde. Besonders in Erinnerung ist dem jungen Spieler eine zweiwöchige Amerika-Reise nach Memphis geblieben, deren Höhepunkt der Sieg eines Turniers gegen lauter Universitätsmannschaften war.


Der große Unterschied? Die Taktik

Heute ist der ehemalige Jugendspieler des FC Südtirol von Portsmouth, von der britischen Insel begeistert – und weiß auch um den großen Unterschied der Fußballwelten in Italien und England Bescheid. „Taktik wird in England nicht so groß geschrieben, dafür ist der körperliche Aspekt umso wichtiger“, so der Offensivspieler, der Möglichkeiten und Lust hatte, weiterhin auf der Insel dem Ball nachzujagen. „Hätte ich aber in Portsmouth den Schulabschluss gemacht, wäre dieser hierzulande nicht sicher anerkannt worden. Deshalb habe ich mich entschieden, wieder in die Südtiroler Heimat zurückzukehren“, meint Schöpf, der nun bei Oberligist Obermais in ein neues Abenteuer startet.



SN/td


Autor: sportnews

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