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Will sich dem Weltverband nicht beugen: Aleksander Ceferin. © UEFA / RICHARD JUILLIART

Ceferin will sich FIFA nicht beugen

FIFA und UEFA – das Duo ist nicht mehr als eine Zweckfreundschaft. Während sich der Weltverband im Glanz seiner Zukunftspläne sonnt, will der europäische Bund nun ein klares Zeichen setzen. Im Vorfeld des Gipfeltreffens am Montag wurde bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das anstehende Gewitter gegeben.

Mit einer sperrigen Überschrift platzierte die Europäische Fußball-Union UEFA rechtzeitig noch einmal ihre klare Ablehnung der FIFA-Pläne. „Unabhängige Studie zu einer alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft zeigt negative wirtschaftliche Auswirkungen für den Fußball“, schrieb die UEFA vor dem Gipfeltreffen des Weltverbands an diesem Montag. Der von FIFA-Präsident Gianni Infantino gestützte Plan zur Verkürzung des WM-Rhythmus belastet die Kommunikation im Weltfußball seit Monaten.


„Es werden 500 Menschen in der Videokonferenz sein. Ich gehe nicht davon aus, dass da sehr viele tiefe Entschlüsse gefasst werden. Bisher haben wir nicht einmal eine Agenda bekommen“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin am vergangenen Donnerstag. „Wir wissen nur, dass der Titel Die Zukunft des Fußballs lauten soll – das kann viel heißen, oder gar nichts.“

UEFA will Reformen – doch schwebt im Ungewissen
Das FIFA-Council – im Übrigen mit Ceferin – hatte im Oktober beschlossen, dass am 20. Dezember in riesiger Runde über mögliche Reformen des internationalen Spielkalenders beraten werden soll. Ein „Weltgipfel zur Zukunft des Fußballs“, wie die FIFA schrieb. Eine Abstimmung über einen neuen, zweijährigen WM-Turnus scheint aber längst vom Tisch.

Wird die Nations League zum großen Kompromiss beider Verbände? © APA/afp / -

„Es ist sehr hart, über irgendeinen Kompromiss nachzudenken, wenn du keine Informationen hast“, sagte Ceferin. Die UEFA gehe mit keiner bestimmten Strategie in die Konferenz. Der Europaverband hat in der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL einen starken Verbündeten gefunden. Beide beraten über eine gemeinsame Nations League ab 2024. Ein noch globaleres Turnier schwebt auch Infantino vor, möglicherweise als Kompromiss.
Meinung der Fans gespalten
Laut der UEFA-Studie müssen sich die nationalen Verbände bei der Ausrichtung von Weltmeisterschaften im Zweijahresrhythmus auf geringere Einnahmen einstellen. Diese könnten sich innerhalb von vier Jahren um 2,5 bis 3 Milliarden Euro reduzieren. Die UEFA verwies auf eine von ihr beauftragte Studie einer Beratungsfirma, deren Ergebnisse sie am Freitag vorlegte.

Unterdessen präsentierte der Weltverband eine Umfrage, die nach FIFA-Angaben ein Interesse von Fans an einem verkürzten WM-Rhythmus belegen soll. So hätten sich knapp ein Drittel von 30.390 Befragten, die Fußball als ihren Lieblingssport nannten, für eine häufigere WM der Männer ausgesprochen. Die Ablehnung war hinter England vor allem in Deutschland besonders hoch, 50 Prozent sprachen sich dagegen aus. Vollständige Informationen zur Methodik sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

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